Leistungsangebot der Kiefer- und Gesichtschirurgie
In der unserer Klinik stehen Ihnen die modernsten Geräte und Methoden zur Diagnostik und Behandlung der Krankheiten und Verletzungen im Mund-, Kiefer- Gesichtsbereich zur Verfügung.
Kieferbrüche / Traumatologie des Gesichtsschädels
Der Kopf ist als exponierter Körperteil in besonders hohem Masse verletzungsgefährdet. Es werden Zahnverletzungen, Verletzungen der Gesichtsweichteile, aber auch Knochenbrüche der Gesichtsschädelknochen bis hin zu schweren und schwersten Verletzungen im Rahmen eines Polytraumas vom Team der Abteilung für Kiefer- und Gesichtschirurgie behandelt. Üblicherweise erfolgt der Eintritt verletzter Personen über die Notfallstation des Universitätsspitals von wo aus der Kiefer- und Gesichtschirurg hinzugezogen wird. In besonderen Situationen können betroffene Patienten des diensthabenden Arzt auch über die Zentrale des Universitätsspitals kontaktieren Tel. +41 (0)61 265 25 25.
Bei der Behandlung der Frakturen des Gesichtsschädels werden die gängigen Techniken der internen Fixierung des Knochens angewandt. Diese Technik erlaubt ein perfektes Stellen der gebrochenen Knochenfragmente, ohne das wesentliche Beeinträchtigungen beim Patienten auftreten. Die Heilungsdauer ist meist recht kurz. Auch kommen minimalinvasive Operationsverfahren zu Einsatz, die ebenfalls dazu betragen, dass der Spitalaufenthalt nur von kurzer Dauer ist.
Nach Abschluss der stationären Behandlung werden betroffene Patienten in der Sprechstunde für Verletzungen ambulant weiter betreut. Die Terminvereinbarung erfolgt über das Kliniksekretariat Tel. +41 (0)61 265 73 40.
Tumorchirurgie mit ästhetischer/kaufunktioneller Rehabilitation
Bösartige Tumoren im Mund- Kiefer- Gesichtsbereich, vor allem der Mundschleimhaut sind die weltweit die sechsthäufigste Tumorerkrankung mit steigender Tendenz.
Im Universitätsspital Basel profitieren betroffene Patientinnen und Patienten mit bösartigen Tumoren im Kopf-Hals-Bereich von einer interdisziplinären Betreuung auf hohem universitärem Niveau. Am «Interdisziplinären Kopf-Hals-Tumor-Zentrum» sind von der Diagnosestellung bis zur Rehabilitation Spezialistinnen und Spezialisten der Kliniken für Kiefer- und Gesichtschirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie des Instituts für Radio-Onkologie, der Abteilung für Onkologie, des Instituts für Diagnostische Radiologie, der Klinik für Zahnärztliche Chirurgie und des Instituts für Pathologie beteiligt.
Die Bildung des Zentrums bedeutet nicht, dass Patientinnen und Patienten nun in ein anonymes Krebs-Zentrum eintreten müssen, auch in Zukunft werden die Erkrankten von «ihrer» Ärztin oder «ihrem» Arzt persönlich während der gesamten Behandlungsdauer betreut. Mit diesen Bezugspersonen führen die Patientinnen und Patienten sowie die betroffenen Angehörigen weiterhin die persönlichen Gespräche. Neu werden alle Patientinnen und Patienten aber einem interdisziplinären Gremium mit Spezialistinnen und Spezialisten der oben erwähnten Fachgebiete vorgestellt. Diese entscheiden in jedem Fall gemeinsam über die optimale Therapie.
Nach chirurgischer Behandlung werden die Patienten regelmässig unter oberärztlicher Kontrolle nachgesorgt. Im Rahmen der Nachsorgen werden alle Massnahmen zur funktionellen, aber auch zur ästhetischen Rehabilitation eingeleitet und durchgeführt.
Betroffene Patienten über das Kliniksekretariat einen Termin in den Sprechstunden der Oberärzte vereinbaren, oder direkt eine Zuweisung durch den Hausarzt oder Hauszahnarzt veranlassen Tel. +41 (0)61 265 73 40.
Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumen-Segelspalten
Angeborene Spaltbildungen des Gesichtes gehören zu den häufigsten Fehlbildungen des Menschen. Fehlbildungen aus dem Formenkreis der Lippen-Kiefer-Gaumen-Segelspalten treten bei ca. 1 von 500 Neugeborenen auf. Man geht davon aus, dass am ehesten eine Kombination von erblichen und Umweltfaktoren die Ursache für diese Erkrankung ist.
Die Betreuung der betroffenen Patienten erfolgt in Basel am Zentrum zur Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Craniofazialen Fehlbildungen und verwandten Krankheitsbildern durch ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Kieferorthopäden, Pädaudiologen, Gynäkologen (Pränataldiagnostik), Funktions- Therapeuten (Logopädie, Myofunktionellen Therapeuten) und Still- und Ernährungsberatern. Die operative Therapie erfolgt nach dem Basler Konzept des einzeitigen Verschlusses der Spalte im Alter ab etwa 3 Monaten.
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.lkg-info.ch Termine in der Spezialsprechstunde können über Felicitas Häusler Tel. +41 (0)61 328 73 47 / Fax. +41 (0)61 265 74 58 oder per E-Mail an gesichtbasel@uhbs.ch vereinbart werden.
Kieferfehlstellungen / Dysgnathien
Fehlstellungen oder Lageanomalien der Kiefer, so genannte Dysgnathien, können einerseits der äusseren Erscheinung (Ästhetik) beeinträchtigen, aber auch zu einer Reihe von zum Teil gravierenden funktionellen Problemen führen. Wenn Ober- oder Unterkiefer zum Beispiel zu weit vor- oder zurückstehen, passen die Zahnreihen nicht richtig aufeinander. Es können Beschwerden beim Essen und Sprechen auftreten. Oft ist kein Lippenschluss möglich. Die Kaumuskulatur aber auch die Muskulatur des Nackens kann mit Verspannungen reagieren. Kiefergelenksbeschwerden können die Folgen sein. Die inadäquate Belastung der Zähne kann zu deren vorzeitigem Verlust führen. Somit steht die Schaffung einer idealen Kau- und Schluckfunktion bei gleichzeitiger Optimierung des äusseren Erscheinungsbildes des Patienten bei der Therapieplanung und Durchführung im Vordergrund.
Die Behandlung betroffener Patienten wird vom Kiefer- und Gesichtschirurgen in enger Abstimmung mit dem betreuenden Kieferorthopäden durchgeführt, der die Regulierung der Zahnstellung vornimmt. Eine enge Absprache zwischen den Fachärzten ist für den Behandlungserfolg unerlässlich. Aus diesem Grund finden an unserer Klinik regelmässig interdisziplinäre Dysgnathie- Sprechstunden statt, bei denen die Patienten gleichzeitig von beiden betreuenden Ärzten gesehen werden.
Bei der Operationsplanung kommen modernste Technologien zu Einsatz. Die operative Umstellung der Kiefer wird routinemässig dreidimensional geplant. Dem Patienten kann so schon vor der Operation näherungsweise gezeigt werden, wie sein äusseres Erscheinungsbild sich durch die Operation verändern wird.
Betroffene Patienten können über das Kliniksekretariat direkt einen Termin in der „Dysgnathie-Sprechstunde“ vereinbaren, oder durch den behandelnden Kieferorthopäden eine Zuweisung veranlassen Tel. +41 (0)61 265 73 40.
Kiefergelenkerkrankungen
Erkrankungen des Kiefergelenks und Beschwerden der Kaumuskulatur können unterschiedliche Ursachen haben. Meist werden Schmerzen durch eine Fehlfunktionen des Kiefergelenks verursacht. Diese Fehlfunktionen können sowohl auf einer Störung der den Unterkiefer bewegenden Muskulatur, aber auch auf Läsionen des komplexen Knorpel und Bandapparates des Kiefergelenks selber und nicht zuletzt durch Schädigungen des Knochens im Gelenkbereich verursacht werden. Das Krankheitsbild wird auch als craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet.
Nicht jedes Knacken bei der Mundöffnung oder beim Kauen ist behandlungsbedürftig. Ca. 70% der Bevölkerung weisen derartige Symptome auf, ohne dass ein Krankheitswert besteht. Doch wenn Schmerzen beim Öffnen des Mundes oder Funktionsstörungen beim Kauen auftreten, sollte der Arzt zu Rate gezogen werden.
Kiefergelenksbeschwerden, die einer diagnostischen Abklärung bedürfen, sind:
Knack- oder Reibegeräusche in den Kiefergelenken mit Schmerzen beim Kauen oder Sprechen.
Eine schmerzhaft eingeschränkte Mundöffnung oder Mundschluss und ein Abweichen des Unterkiefers zu einer Seite bei der Mundöffnung.
Schwellungen und Rötungen der Weichgewebe Im Bereich der Wangen und der Schläfe
Schmerzen in den Kiefergelenken mit Ausstrahlung in die Ohren, zur Schläfe, zum Nacken, in den Hinterkopf, oder in die Schultern.
Nach einer ausführlichen klinischen Befunderhebung und einer radiologischen Basis-Diagnostik wird in den meisten Fällen eine deutliche Befundbesserung durch eine kurzzeitige Phsyiotherapie erzielt. In einigen Fällen ist aber eine weiterführende Diagnostik (z.B. MRI) nötig. Häufig wir dann eine Schienentherapie empfohlen. Diese beinhaltet eine Kunststoffschiene, die speziell auf die Erfordernisse des Patienten angepasst werden muss und meistens nachts getragen wird. Ziel ist eine Entspannung der Kaumuskulatur und eine Entlastung des Kiefergelenks zu erreichen.
Wenn konservative Massnahmen keinen Behandlungserfolg erbracht haben, kann zusätzlich eine adjuvante operative Therapie nötig werden.
In der Kiefer- Gesichtschirurgie stehen neben offenen chirurgischen Massnahmen, bei denen das Kiefergelenk über Zugangswege vor oder hinter dem Ohr eröffnet wird, auch minimal invasive Verfahren wie Arthrozenthese oder Arthroskopie zur Verfügung. Bei schweren degenerativen Erkrankungen mit Zerstörung der Knochen im Gelenkfortsatzbereich kann auch das Einsetzen einer künstlichen Kiefergelenksprothese nötig werden.
Falls Sie Beschwerden haben, oder eine Beratung zum Thema wünschen, vereinbaren Sie bitte einen Sprechstundentermin über das Kliniksekretariat Tel. +41 (0)61 265 73 40
Implantologie und präprothetische Chirurgie
Die Wiederherstellung der Kaufunktion durch künstliche Zahnwurzeln – Implantate – ist ein etabliertes Standardverfahren in der modernen Kiefer- und Gesichtschirurgie. Implantate aus Reintitan- oder Titanlegierungen werden direkt im Kieferknochen verankert. So kann entweder ein festsitzender Zahnersatz eingebracht werden oder der Sitz eines herausnehmbaren Zahnersatzes (Prothese) verbessert werden.
Heutzutage werden bevorzugt zylinder- oder schraubenförmige Implantate mit unterschiedlichen Oberflächenbehandlungen eingebracht. Nach einer Einheilphase von 3-6 Monaten– im Einzelfall auch eher – werden die Implantate mit Kronen-/Brückenkonstruktionen oder mit Teleskopen bzw. Stegen zur Befestigung eines herausnehmbaren Zahnersatzes versorgt.
Bei lange bestehender Zahnlosigkeit der Kiefer kann es zum Knochenschwund kommen. Eine Prothetische Versorgung kann in solchen Fällen schwierig, manchmal sogar unmöglich sein. Auch besteht bei extremem Knochenabbau die Gefahr eines spontanen Unterkieferbruchs. Vor einer geplanten Versorgung mit Implantaten muss in solchen Fällen vorbereitend zur Implantation eine Verpflanzung von Knochenmaterial vorgenommen werden. In Abhängigkeit vom Ausmass des Knochenschwundes kommen hierbei künstliche Knochenersatzmaterialien oder Eigenknochen dem regionären Bereich (z.B. Unterkiefer: Kinn, Kieferwinkel) zum Einsatz. Falls eine grössere Knochenmenge benötigt wird, kann auch die Entnahme von Knochen aus der Beckenschaufel nötig werden.
Üblicherweise können diese Eingriffe unter ambulanten Bedingungen durchgeführt werden. Bei einigen Patienten können Allgemeinerkrankungen die Durchführung der Implantation erschweren, z.B. bei Blutungsneigungen aufgrund der Einnahme von Blutgerinnungshemmern (Marcoumar). In diesem Fällen erlaubt es uns die klinische Infrastruktur am Universitätsspital Basel vor der Operation einen Einstellung der Blutgerinnung – nötigenfalls unter stationären Bedingungen – vorzunehmen.
Die Planung und Durchführung eines Implantat-getragenen Zahnersatzes stimmen wir eng mit Ihrem betreuenden Auszahnarzt ab. Bei Interesse können Sie durch das Kliniksekretariat einen Termin für ein Beratungsgespräch in den Sprechstunden der Oberärzte vereinbaren lassen, oder durch Ihren Hauszahnarzt eine direkt Zuweisung veranlassen Tel. +41 (0)61 265 73 40.
Plastische, wiederherstellende und ästhetische Gesichtschirurgie
Die plastisch-rekonstruktiven Chirurgie komplexer Verletzungen und Schädigungen von Mund-, Kiefer-, Gesichts- Hals- und Schädelregion nach Tumoroperationen, schweren Unfallereignissen oder bei der Korrektur angeborener Fehlbildungen ist ein Teilgebiet der Kiefer- und Gesichtschirurgie.
Die genaue Kenntnis von Anatomie und Funktion des Gesichtsbereichs sowie des knöchernen Fundamentes (Stirn, Mittelgesicht, Kiefer, Nase) ist die wichtigste Voraussetzung für die optimale Planung und Durchführung ästhetischer Eingriffe im Gesicht. Der tagtägliche Umgang mit sämtlichen Operationsverfahren im Gesichtsbereich ermöglicht dem Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen die sichere Durchführung individueller Therapien - von der skelettverlagernden Operation, der Profilplastik und der Nasenkorrektur bis hin zu reinen Weichteilkorrekturen wie zum Beispiel Facelift, Lidkorrektur oder Faltenbehandlungen.
Für Beratungen vereinbaren Sie bitte einen Termin über das Sekretariat in der Privatsprechstunde von Professor Zeilhofer Tel. +41 (0)61 265 73 44.
Schädelbasis- und Orbitachirurgie
Die knöcherne Schädelbasis stellt die Grenze zwischen Gesichtsschädel und Hirnschädel dar. Verletzung oder Tumorerkrankungen in diesem Bereich stellen eine besonderer Herausforderung an die Behandler dar, da besonders enge Lagebeziehungen hoch verletzlicher anatomischer Strukturen (Nerven, Blutgefässe etc.) bestehen, deren Funktionsausfall eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität der Patienten bedeuten würden oder mit dem Leben nicht vereinbar wären. Aus diesem Grund erfolgt die Behandlung betroffener Patienten durch ein Team aus hoch qualifizierten Spezialisten verschiedener Fachgebiete (Kiefer-, Gesichtschirurgie, Neurochirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde etc.).
Zur Diagnostik stehen am Universitätsklinikum die modernsten bild gebenden Verfahren zur Verfügung. In der Operationsvorbereitung werden neue Planungsverfahren zur dreidimensionalen Darstellung der individuellen Patientenanatomie verwandt. Die Übertragung der OP-Planungen in das Operationsumfeld wird mit Systemen zur intraoperativen Navigation sichergestellt. Auch während der des Eingriffs profitieren die Patienten von der hervorragenden Ausstattung der Klinik: neue Verfahren zur Bearbeitung von Hartgeweben erlauben besonders schonende Operationstechniken.
Betroffene Patienten können über das Kliniksekretariat einen Termin in den Sprechstunden der Oberärzte vereinbaren, oder direkt eine Zuweisung durch den Hausarzt veranlassen Tel. +41 (0)61 265 73 40. Die Vorstellung im interdisziplinären Behandlerteam wird von Ihrem betreuenden Oberarzt organisiert.
Externe klinische Kooperationen
Kiefer- und Gesichtschirurgie am Kantonsspitial Aarau
Universitätskinderklinik beider Basel UKBB
Kantonsspital Bruderholz
St. Elisabethen Krankenhaus Lörrach
Kreiskrankenhaus Lörrach