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Schmerztherapie

Viele Patienten mit einer Tumorerkrankung leiden früher oder später an Schmerzen. Gründe hierfür können im Zusammenhang mit der Tumorerkrankung notwendige Operationen, Chemotherapien oder das Fortschreiten des Tumors sein. In all diesen Fällen können unsere Schmerzspezialisten der Anästhesieabteilung wirksam Linderung schaffen.

Oft steht am Anfang einer Tumorerkrankung der Plan, mit einer Operation eine Tumorerkrankung zu heilen oder zumindest deren Fortschreiten zu bremsen. Nicht selten kann es sich dabei um ausgedehnte und komplizierte chirurgische Eingriffe handeln, die mit starken Schmerzen verbunden sein können. Deshalb bespricht der Anästhesist bereits vor der Operation mit dem Patienten gezielte schmerztherapeutische Massnahmen wie beispielsweise den Einsatz von Schmerzkathetern, durch welche Medikamente gegen Schmerzen appliziert werden. Schmerzkatheter werden nach der Operation einige Tage belassen, bis die anfänglich starken Schmerzen abgeklungen sind. Im Idealfall gewährt ein solcher Schmerzkatheter gar absolute Schmerzfreiheit. Hinzu kommt, dass der Patient kaum Nebenwirkungen hat und die Verabreichung von starken Schmerzmitteln wie beispielsweise Morphium nicht notwendig ist und nur in Reserve zum Einsatz gelangt. Während der gesamten postoperativen Phase mit einem Schmerzkatheter werden Betroffene durch unser spezialisiertes Schmerzteam begleitet. Das Team setzt sich aus Schmerztherapeuten sowie speziell geschulten Pflegefachkräften aus unserer Anästhesieabteilung zusammen, weshalb der Wechsel von intra- zu postoperativer Schmerzbetreuung lückenlos und problemlos erfolgt.

Chemotherapien oder chirurgische Eingriffe bei Tumorpatienten können zu chronischen Schmerzen führen. In der ambulanten Schmerzsprechstunde sowie im stationären Bereich beraten wir betroffene Patienten mit chronischen Schmerzen deshalb gerne zu den vielfältigen Therapiemöglichkeiten. Um die Patienten möglichst ganzheitlich zu erfassen, legen wir auch besonderen Wert auf die psychische und die soziale Situation. Bei sehr schwierigen und vielschichtigen Problemen besprechen wir die Patienten interdisziplinär mit Vertretern von Onkologie, Psychoonkologie, Pflege, Rheumatologie, Neurologie, Neurochirurgie, Allgemeinchirurgie, Anästhesiologie sowie anderen am Fall beteiligten Spezialitäten.

Leider ist eine Heilung eines Tumors nicht in jedem Fall möglich, weshalb es beim Fortschreiten der Tumorerkrankung zu weiteren Schmerzen kommen kann. Allermeist kann in diesen Fällen mit recht einfachen Massnahmen eine Linderung der Schmerzen erreicht werden. Gerne beraten unsere Schmerzexperten Tumorpatienten auch in diesem Stadium der Erkrankung über die zur Verfügung stehenden schmerztherapeutischen Möglichkeiten.

Nicht immer sprechen Patienten mit Tumorschmerzen ausreichend auf die gängigen Schmerztherapien an. Ungefähr 10% der Patienten werden trotz korrekter Schmerztherapie ungenügend oder gar nicht schmerzarm, sodass in diesen Fällen die Indikation zu erweiterter medikamentöser Schmerztherapie oder interventioneller minimalinvasiver Therapie in Betracht gezogen wird. Besonders in Palliativsituationen ohne Möglichkeit zu einer Heilung und im Endstadium einer Tumorerkrankung kann die Expertise des Schmerztherapeuten zu  einer dramatischen Verbesserung der Situation für den Patienten, aber auch für Angehörige und Betreuende führen. Solche Massnahmen ermöglichen eine längere Pflege zu Hause und können ein wichtiges Element zur Erfüllung des Patientenwunsches sein, zu Hause sterben zu können. Deshalb begleiten unsere Schmerztherapeuten zusammen mit den Palliativmedizinern mit ihrer Expertise auch nicht mehr heilbare Tumorpatienten mit dem Ziel, in der noch verbleibenden Lebenszeit eine möglichst hohe Lebensqualität und Schmerzarmut zu erreichen.

 

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