Inhalt - Fehlhaltung und Fehlstellung

Fehlhaltung und Fehlstellung

Es wird zwischen Fehlhaltungen und Fehlstellungen unterschieden. Eine Fehlhaltung kann durch Haltungsschulung und Training verändert und verbessert werden. Eine Fehlstellung ist aufgrund einer Fehlbildung oder langandauernden Fehlhaltung mit Fehlbelastungen nicht mehr durch alleiniges Training zur verbessern. Veränderungen der Wirbelsäulenstatik sind dann behandlungsbedürftig wenn hierdurch Schmerzen entstehen, welche Alltagsaktivitäten anhaltend einschränken und verhindern, und wenn sich Lähmungserscheinungen entwickeln oder zu entwickeln drohen.

Man unterscheidet verschiedene Ursachen für die Entwicklung einer Fehlstellung:

  • idiopathische (ohne erkenntliche Ursache)
  • neuropathische (aufgrund einer Nervenerkrankung wie z.B. Morbus Parkinson)
  • degenerative (abnutzungsbedingt)
  • posttraumatische (nach einer Verletzung)
  • postinfektiöse (nach einer Entzündung)

Abhängig von der Art der Verkrümmung unterscheidet man zwischen:

  • Skoliose: Seitliche S- oder C-förmige Verkrümmung
  • Kyphose: Rundrücken, Verkrümmung der Wirbelsäule nach vorne

Je nach Ursache, Form und Ausmass der Veränderung stehen uns verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Regelmässiges selbständiges Training der Rücken- und Rumpfmuskulatur. Am Anfang kann dies auch unter physiotherapeutischer Anleitung passieren. Mittel- und langfristig wird dann eigenständig und vor allem regelmässig trainiert. 
  • Im Falle von anhaltenden Einschränkungen und Schmerzen kann je nach Schmerzursprung eine medikamentöse Behandlung der Schmerzen erfolgen. Auch die Möglichkeit einer zusätzlichen Behandlung mit Spritzen (Infiltrationen) sollte geprüft werden.

In seltenen Fällen kann es auch erforderlich werden, eine Operation mit dem Ziel der Korrektur der Fehlstatik durchzuführen. Dies sind meist eher aufwändige Operationen, bei denen im Vorfeld sorgfältig mit dem Patienten über Ausmass der Korrektur sowie einhergehende Risiken diskutiert werden muss.

Fusszeile