Inhalt - Diagnostische Hämatologie

Diagnostische Hämatologie

Die Diagnostische Hämatologie ist in vier Fachbereiche unterteilt:

    • Hämatologie Basisdiagnostik (Blutbild und Gerinnungsstatus)
    • Spezielle Hämatologie
    • Spezielle Hämostase
    • HLA-Diagnostik und Immunogenetik

    Wir bieten dem Universitätsspital Basel sowie auswärtigen Auftraggebern (Spitäler, Arztpraxen und anderen Labors) ein breites Spektrum von hämatologischen und hämostasiologischen Analysen an. Pro Jahr werden rund 500'000 Analysen erstellt.

    • Adresse

      Universitätsspital Basel
      Diagnostische Hämatologie
      Petersgraben 4
      CH-4031 Basel
      Tel. +41 61 265 42 60
      Fax +41 61 265 41 53

    • Öffnungszeiten

      Montag-Freitag: 8.00-18.00 h
      Sa./So.: 8.00-12.00 h
      Notfallanalytik: 24-Stunden



    Leitung

    Fachliche Schwerpunkte

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    Antwort auf/zuklappen Hämatologische Basisdiagnostik
    Im Bereich der Automaten werden das Blutbild und die Retikulozytenzahl bestimmt. Die Blutbildanalyse beinhaltet die Bestimmung der Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten, Hämoglobin, Hämatokrit und der Zellindices. Die Leukozytendifferenzierung wird automatisiert und wenn indiziert auch mikroskopisch durchgeführt. Mit der automatisierten Blutbildanalyse werden Verteilungsmuster der Erythrozyten (Erythrogramm) der Leukozyten (Leukogramm und Nukleogramm) erstellt. Die Analysen der Retikulozyten beinhaltet die Zahl der Retikulozyten in Promille und in Konzentration (x 109/l). Die Retikulozyten werden zudem nach Reifungsstadien in Reife (ca. 80-90%) und unreife Retikulozyten (4-18%) unterteilt. Zusätzlich erlaubt die Bestimmung der retikulären Zellindices (CHr; mittlere Hämoglobingehalt der Retikulozyten) frühzeitig Veränderungen der Erythrozyten Indices zu erfassen. Das CHr ist besonders hilfreich bei der Abklärung eines Eisenmangels/Talassämie und im Verlauf nach Behandlung des Eisenmangels.

    In Bereich Automaten wird ebenfalls die Routine Analytik der Hämostase bestimmt: es sind dies die Globalteste der Gerinnung (Thromboplastinzeit, aktivierte partielle Thromboplastinzeit, Thrombinzeit), sowie Fibrinogen, Faktor II, Faktor V, Faktor VII, Heparinaktivität (Anti-Xa-Aktivität)und D-Dimere.
    Antwort auf/zuklappen Spezielle Hämatologie
    • Morphologie
      In diesem Team werden mikroskopische Handdifferenzierungen durchgeführt, sowie Analysen von anderen Körperflüssigkeiten. Knochenmarkuntersuchungen werden vorbereitet, gefärbt und beurteilt. Zusätzlich wird in diesem Team die Spezialanalytik der Hämoglobinopathien (Thalassämie Abklärung, Sichelzellanomalien sowie andere Hämoglobinopathien) abgeklärt.
    • Flowzytometrie
      In der Flowzytometrie werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
        • Bestimmung der Lymphozytensubpopulationen im peripheren Blut (CD3, CD4, CD8, CD19 und CD16/CD56). Diese Untersuchungen sind besonders indiziert als Verlaufskontrolle bei HIV-Infektion, im posttransplantären Stadium, und bei immunsuppressiver Behandlungen.
        • Diagnostik von akuten Leukämien. Die Immunphänotypisierung erlaubt die Unterteilung der Leukämien in akute myeloische und akute lymphatische Leukämien sowie in deren Subtypen.
        • Diagnostik von Lymphoproliferativen Neoplasien: die Immunphänotypisierung erlaubt die Abgrenzung zwischen reaktiver und neoplastischer Lymphozytose sowie die Charakterisierung der reifzelligen lymphoiden Neoplasien: chronisch lymphatische Leukämie, B-, T-, NK-Zelltyp lymphoide Neoplasien, multiples Myelom)
        • Quantifizierung des minimal residuellen Leukämie Befalls bei akuten Leukämien, reifzelligen lymphoiden Neoplasien und beim multiplen Myelom.
        • Diagnostik von paroxysmalen nächtlicher Hämoglobinurie (PNH)
        • Immunphänotypisierung bei systemischer Mastozytose
        • Zählung von Hämopoetischen Stammzellen (CD34+ Zellen) im Blut während deren der Mobilisierung für Stammzelltransplantation sowie Zählung der hämopoetischen Stammzellen (CD34+ Zellen im Transplantat vor und nach jeder Verarbeitung.

        • Molekulare Diagnostik
          In diesem Bereich werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
          • Screening der häufigsten Fusionstranskripte bei akuten Leukämien
          • Suche und Quantifizierung vom BCR-ABL (chronische myeloische Leukämie und akute lymphatische Leukämie)
          • Suche und Quantifizierung von JAK2 Mutationen bei myleoproliferativen Neoplasien.
          • Bestimmung des Spenderchimärismus nach allogener Stammzelltransplantation
          • Abklärung von Thalassämien, Sichelzellanämien und anderen Hämoglobinopathien
          • Bestimmung von Faktor V Leiden und Prothrombin Mutation
      Antwort auf/zuklappen Spezielle Hämostase
      • Blutungsneigung
        Im Gerinnungssystem bestimmen wir neben den Routinetests selektiv die einzelnen Faktoren II, V, VII, VIII:C, VWF, IX, X, XI, XII und XIII. Die Charakterisierung der Thrombocytenfunktion umfasst den Globaltest PFA-Blutungszeit und zur verfeinerten Analytik die Plättchenaggregationen (im Vollblut und im plättchenreichen Zitratplasma) und Plättchenrezeptorenuntersuchungen mittels Durchflusszytometrie.
      • Thromboseneigung
        Die Abklärung beinhaltet hemmende und fördernde Komponenten von Gerinnung und Fibrinolyse: Antithrombin III, Heparinkofaktor II, Protein C, Protein S, APC-Resistenz, Faktor V-Mutation R 506 Q (Faktor V Leiden), Prothrombingenmutation G 20210 A, Lupusantikoagulans, Antikardiolipin-Antikörper, Plasminogen und Antiplasmin. Ueber den Aktivierungszustand von Gerinnung und Fibrinolyse orientieren die Aktivierungsmarker Thrombin-Antithrombin-Komplex TAT und die D-Dimere. Bei Antikoagulationsproblemen können die quantitativen Bestimmungen von Phenprocoumon und unfraktioniertem oder niedermolekularem Heparin durchgeführt werden. Nachweismethoden für heparin-induzierte Antikörper stehen zur Verfügung.
      • Konsiliardienst
        Das ärztliche Team der Hämostase gewährleistet einen permanenten, jederzeit erreichbaren hämostaseologischen Konsiliardienst für die ambulanten und stationären Patienten des Universitätsspitals, sowie der Spitäler und der praktizierenden Aerzte der Regio Basiliensis. Klassische Notfallsituationen sind bedrohliche Blutungen und komplexe thromboembolische Ereignisse.
      • Sprechstunde für ambulante Patienten
        Die Sprechstunde des Hämostaseteams dient der Abklärung und Therapie von Patienten, die wegen hämostasespezifischen Fragestellungen zugewiesen werden.
      • Hämophilie-Referenzzentrum
        Der Fachbereich Hämostase ist der Kern des universitären Hämophilie-Referenzzentrums der Region für die erwachsenen Patienten mit hereditären Blutungsneigungen. Die Ärzte des Hämostaseteams stehen ihnen bei Fragen und Blutungsproblemen jederzeit zur Verfügung. Sie koordinieren Abklärungen und Behandlungen von blutungsbedingten Komplikationen mit den zuständigen Spezialisten (Infektiologen, Gastroenterologen, Rheumatologen, Orthopäden etc.). Sie legen in enger Zusammenarbeit mit den Chirurgen den peri- und postoperativen Faktorenersatz und die Gerinnungskontrollen fest. Das Zentrum beteiligt sich aktiv an den Bemühungen der Ärztlichen Kommission der Schweizerischen Hämophiliegesellschaft, die Betreuungs-Konzepte für Hämophilie laufend gemäss neuen Forschungsergebnissen und den Empfehlungen der World Federation of Haemophilia WFH zu aktualisieren und zu verwirklichen.
      • Team Stammzellen
        In diesem Team werden Präparate für die autologe und allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation vorbereitet und bis zur Transplantation gelagert. Folgende Präparate werden verarbeitet:
        • Knochenmark
        • mobilisierte periphere Stammzellen
        • Nabelschnurblut
        Unter bestimmten Voraussetzungen werden nach der Sammlung des Transplantates unerwünschte Zellen (z. T-Lymphozyten) eliminiert und Zielzellen (z.B. C D34+ Zellen, NK-Zellen) angereichert. Es ist auch seit 1998 eine Nabelschnurblutbank aufgebaut worden. Diese Nabelschnurblutbank enthält nun über 1'800 Einheiten welche für die Transplantation verwendet werden können.
      Antwort auf/zuklappen HLA-Diagnostik und Immunogenetik
      In diesem Team werden folgende Abklärungen durchgeführt:
      • HLA-Typisierung im Rahmen einer Spendersuche zur Stammzelltransplantation
      • Komplette immunologische Abklärungen zur Nierentransplantation (HLA-Typisierung, HLA-Antikörper Analysen, Crossmatch)
      • Typisierung für HLA-assoziierte Erkrankungen (z.B. HLA-B27, HLA-B*57:01)
      • HLA-Typisierung für andere Indikationen (z.B. Thrombozytenspende)
      Unser Auftragsformular (Hyperlink zum Formular) finden Sie zu Beginn der Seite. Wir beraten Sie bezüglich den Abklärungen gerne auch telefonisch (061 328 63 41) oder per e-mail (typlabor@usb.ch).

      Qualitätskontrolle

      Das Qualitätssicherungssystem der Diagnostischen Hämatologie ist von SWISSMEDIC zertifiziert nach Good Laboratory Practice (GLP).

      Wir nehmen an folgenden externen Qualitätskontrollen teil:

      • UK NEQAS Quality Assurance Laboratory, London
        • Automatisierte und mikroskopische Blutbildanalyse
        • Immunphänotypisierung
        • Abnorme Hämoglobine
        • HLA-Typisierung
        • Molekulare Diagnostik
        • Hämostase
      • CSQC Centre Suisse de Contrôle de Qualité, Genève
        • Automatisierte und mikroskopische Blutbildanalyse
        • Molekulare Diagnostik
        • Hämostase
      • MQ Verein für medizinische Qualitätskontrolle, Zürich
        • Automatisierte und mikroskopische Blutbildanalyse
        • Molekulare Diagnostik
        • Hämostase
      • DGKC Deutsche Gesellschaft für klinische Chemie, Bonn
        • Molekulare Diagnostik
      • MODHEM Molecular Diagnostics for Hematological Malignancies, Amsterdam
        • Molekulare Diagnostik
      • HUG Laboratoire national de référence pour l’histocompatibilité, Genève
        • HLA-Typisierung
      • StemCell Technpologies Inc.
        • Stammzellen
      • World Federation of Hemophilie
        • Hämostase

      Forschung, Entwicklung und Lehre

      Ausbildung Biomedizinische AnalytikerInnen
      In Zusammenarbeit mit dem BZG, Berufszentrum Gesundheit Basel-Stadt bilden wir Biomed. AnalytikerInnen aus und stellen dazu Praktikumsplätze zur Verfügung.

      Weiterbildung der Dipl. Biomed. AnalytikerInnen HF
      Für die Absolventinnen der Höheren Fachschule bieten wir die Möglichkeit ein themenspezifisches Praktikum zu absolvieren.

      Weiterbildung FAMH
      Für die Weiterbildung zum Spezialisten für hämatologische Analytik FAMH bieten wir einen Arbeitsplatz an.

      Weiterbildung FMH Hämatologie
      Im Rahmen des gesamten Weiterbildungskonzept FMH Hämatologie ist das Hämatologielabor Teil dieser Weiterbildung.

      Vorlesungstätigkeit
      Die akademischen Mitarbeiter sind im Vorlesungsbetrieb der Universität Basel (Medizin / Pharmazie) für das Fach Hämatologie/Hämostase eingebunden und unterrichten am BZG, Berufszentrum Gesundheit Basel-Stadt.

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