Inhalt - April

Mediencommuniqué vom 27. April 2012

Die Folgekosten von Arzneimittelzwischenfällen in Regionalspitälern

Arzneimittelzwischenfälle (englisch Adverse Drug Events, ADE) sind häufig in Spitälern und verursachen neben Schäden an Patienten erhöhte Kosten und eine verlängerte Aufenthaltsdauer im Spital. Ein ADE ist definiert als ein Schaden, welchen ein Patient oder eine Patientin durch ein Arzneimittel erleidet. Die meisten diesbezüglichen Studien wurden bisher an Zentrumsspitälern durchgeführt; es ist nur wenig bekannt über die durch ADEs zusätzlich verursachten Kosten und Verlängerung der Aufenthaltsdauer (englisch Length of Stay, LOS) in Regionalspitälern.

Diese Studie wurde retrospektiv an sechs Regionalspitälern mit 100-300 Betten im Staat Massachusetts an der Ostküste der USA über 20 Monate (Januar 2005 bis August 2006) durchgeführt. Während dieser Zeit wurden 109‘641 Patienten in diesen Spitälern behandelt; von diesen wurden 2100, also 350 pro Spital, mittels Zufallsgenerator ausgewählt und bezüglich ADE Kosten und der Verlängerung der Aufenthaltsdauer untersucht.

Es zeigte sich, dass Patienten mit einem ADE im Durchschnitt zusätzliche Spitalkosten von 3‘420 US Dollar und einer verlängerte Aufenthaltsdauer von +3.15 Tagen aufwiesen. Für verhinderbare ADEs waren es zusätzlich +3‘511 US Dollar und eine Verlängerung der Aufenthaltsdauer um +3.37 Tage. Der Schweregrad der ADEs spielte auch eine Rolle und führte bei geringgradigen bis zu lebensbedrohlichen ADEs zu einer linearen, statistisch signifikanten Zunahme der Kosten respektive der Aufenthaltsdauer. So waren die zusätzlichen Hospitalisationskosten bei lebensbedrohlichen ADEs +8‘116 US Dollars und die zusätzliche Hospitalisationsdauer +5.54 Tage.

Schlussfolgerungen: Arzneimittelzwischenfälle (ADEs) in Regionalspitälern kosten pro Fall mehr als 3‘000 US Dollar respektive Schweizer Franken zusätzlich zu den regulären Kosten und verlängern die Aufenthaltsdauer im Spital um durchschnittlich +3.1 Tage. Diese Resultate lassen sich mit denjenigen von Zentrumsspitälern vergleichen. Verschiedene Massnahmen wie zum Beispiel elektronische Arzneimittelverordnung und Strichcode-Kennzeichnung von Arzneimitteln und Patienten könnten die Arzneimittelsicherheit verbessern.

"The Costs of Adverse Drug Events in Community Hospitals" auf PubMed

 

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an
PD DR. Balthasar L. Hug
Leitender Arzt Innere Medizin
bhug@anti-clutteruhbs.ch

Mediencommuniqué vom 25. April 2012

Stärkung des Universitätsspitals Basel als Zentrumsspital der Nordwestschweiz

Das Universitätsspital Basel nimmt mit Genugtuung Kenntnis von den heute an einer Medienorientierung veröffentlichten Entscheiden der Regierungen Basel-Stadt und Baselland. Mit der kompletten Freizügigkeit für die Patientinnen und Patienten zwischen den beiden Kantonen sowie mit dem von den beiden Kantonen zu gleichen Teilen finanzierten Betrieb eines Zentrums für Klinische Forschung werden die Zentrumsfunktion des Universitätsspitals Basel und die klinische Forschung im Interesse der Nordwestschweiz gestärkt.

Mit der bis spätestens 1.1.2014 eingeführten kompletten Freizügigkeit im Sinne der vom Bundesparlament beschlossenen freien Spitalwahl haben künftig alle Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Basel-Landschaft, unabhängig von der Versicherungsklasse, Zugang zur universitären Medizin am Universitätsspital Basel. Damit wird die Zentrumsfunktion des Universitätsspitals Basel gefördert und von einem qualitativ hoch stehenden Zentrumsspital profitiert unbestrittenermassen die Gesundheitsversorgung der ganzen Region!

Dass am Universitätsspital Basel ein Zentrum für Klinische Forschung CRC (Clinical Research Center) von beiden Kantonen zu gleichen Teilen finanziell unterstützt wird, ermöglicht den Verantwortlichen, unter Einbezug aller Spitalorganisationen der Region, gemeinsame Forschungsprojekte zu organisieren, koordinieren und qualitätsmässig zu begleiten. Damit wird die klinische Forschung in der Nordwestschweiz gestärkt.

Mediencommuniqué vom 24. April 2012

Otto Naegeli Preis an Basler Gastroenterologe

Der mit 200‘000 Franken dotierte Otto Naegeli Preis wird alle zwei Jahre an herausragende Persönlichkeiten auf dem Gebiet der medizinischen Forschung verliehen. Die Otto Naegeli Stiftung unterstützt und belohnt damit Forschung zur Erhaltung und Förderung menschlichen Lebens und menschlicher Lebensqualität. Die Preisträger werden jeweils vom Preisrat bestimmt, der aus dem Stiftungspräsidenten und den früheren Preisträgern besteht. Mit dem Preis würdigt die Stiftung Otto Naegeli (1871–1938), den international bekannten Forscher und Lehrer für Innere Medizin an der Universität Zürich.

Die Preisträger 2012

Prof. Dr. med. Markus H. Heim ist seit 2012 Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie sowie Forschungsgruppenleiter des Hepatologie-Labors des Departements Forschung am Universitätsspital Basel. Seine Forschungsschwerpunkte bilden die Chronische Virushepatitis, die Interferon-Signalübermittlung, die Entstehung von Leberkrebs und die Leberregeneration. Heim studierte Medizin an der Universität Basel, legte 1987 das Staatsexamen ab und erwarb ein Jahr später den Doktor der Medizin.

Es folgten Jahre der Assistenz bis Heim 1997 zum Forschungsgruppenleiter am Zentrum für Lehre und Forschung des Universitätsspitals Basel ernannt wurde. Im gleichen Jahr erwarb er den Facharzttitel Innere Medizin. Es folgten 1998 die Venia docendi der Universität Basel, 1999 der FMH-Titel Gastroenterologie und 2009 seine Ernennung zum Extraordinarius für Hepatologie an der Universität Basel.

Prof. Dr. med. Lars E. French ist seit Oktober 2006 Klinikdirektor der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich. Sein Forschungsthema umfasst schwere entzündliche Hautkrankheiten und Hautkrebs. French und sein Team haben zahlreiche namhafte Beiträge zum besseren Verständnis des Mechanismus von Hautkrankheiten geliefert. Zwischen 1988 und 1999 erlangte French das Diplom für Medizin und den Facharzttitel in Dermatologie an der Universität Genf.

Nach einem vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Aufenthalt (1999- 2000) an der Pennsylvania University, USA, Klinik für Dermatologie, kehrte French an die Universität Genf zurück, wo er 2003 zum Louis-Jeantet-Professor für Medizin ernannt wurde. Von 2003 bis 2006 war French Extraordinarius für Dermatologie am Universitätsspital Genf.

Mediencommuniqué vom 23. April 2012

Bebbi-Bryys 2012 an Prof. Dr. Mirjam Christ-Crain

Prof. Dr. Mirjam Christ-Crain, Ärztin und Forscherin, erhält den Bebbi-Bryys 2012 für ihre ausserordentlichen Verdienste. Der Bebbi-Bryys wird alle zwei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, die sich besonders für die Stadt Basel einsetzen.

Der fünfte Bebbi-Bryys nach George Gruntz, Clara B. Wilpert, Karl Odermatt und Erik Julliard geht in diesem Jahr an Prof. Dr. Mirjam Christ-Crain. Mirjam Christ-Crain ist Leitende Ärztin in der Endokrinologie am Universitätsspital Basel und Assistenzprofessorin für Endokrinologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Basel.

Die wissenschaftliche Forschung von Prof. Dr. Mirjam Christ-Crain auf dem Gebiet der Hormone zeigt auf, dass Stresshormone im Blut wichtige Entscheidungsgrundlagen für die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Lungenentzündungen und Schlaganfällen liefern. Damit erhalten Ärzte eine bessere Basis für die Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten. Die Forschungsergebnisse der Preisträgerin können Ärzten bei der Diagnose und der Behandlung von Lungenentzündung und Schlaganfall helfen.

Für ihre epochale Forschungsausrichtung und die oben erwähnten Ergebnisse bekam Mirjam Christ-Crain im Jahr 2009 den renommierten Latsis-Preis, eine der höchsten Auszeichnungen für junge Forschende an Schweizer wissenschaftlichen Institutionen.

Die Bürgergemeinde erbringt mit ihren vielfältigen Dienstleistungen für die Menschen in dieser Stadt einen massgeblichen Beitrag an eine prosperierende und lebenswerte Stadt Basel. Es ist deshalb nahe liegend, Basler Persönlichkeiten auszuzeichnen, die das gleiche Ziel wie die Bürgergemeinde verfolgen und sich mit viel Herzblut für die liebe Vaterstadt Basel engagieren.

Zusätzliche Auskünfte erteilt:
Dr. Lukas Faesch, Präsident Bürgerrat, Telefon 061 267 62 28

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