Inhalt - 2008

Mediencommuniqués 2008

Mediencommuniqué vom 1.2.2008

Prof. Daniel Bodmer HNO-Assistenzprofessor

Zur Kenntnis genommen hat der Universitätsrat die Wahl von Prof. Daniel Bodmer zum Assistenzprofessur (mit Tenure Track) für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde an der Medizinischen Fakultät. Bodmer ist bereits an der HNO-Klinik des Universitätsspitals Basel tätig. 1968 in Richterswil geboren, studierte er Medizin an der Universität Zürich bis zur medizinischen Doktorarbeit 1996; sein Zweitstudium der Molekularbiologie, Zoologie und Physikalischer Chemie absolvierte er an der Universität Zürich. An der ETH Zürich schloss er 1999 mit der experimentellen Doktorarbeit ab. Darauf folgten Forschung und klinische Tätigkeiten unter anderem am Universitätsspital Zürich, der University of California, San Diego, und der University of Toronto. 2005 erwarb sich Bodmer den Facharzttitel FMH für Otorhinolaryngologie und wurde im selben Jahr Privatdozent an der Universität Zürich. 2007 wurde er Oberarzt in Otorhinolaryngologie am Universitätsspital Zürich. Sein Forschungsschwerpunkt ist die molekulare Otologie, vor allem Protektion und Reparationsmechanismen in der Hörschnecke (Cochlea).

Mediencommuniqué vom 1.2.2008

Prof. Friedrich Eckstein neuer Ordinarius und Chefarzt für Herzchirurgie

Prof. Dr. Friedrich Stefan Eckstein wird neuer Ordinarius für Herzchirurgie an der Medizinischen Fakultät. Gleichzeitig übernimmt er per 1. April 2008 die Funktion des Chefarztes Herzchirurgie am Universitätsspital Basel. Eckstein, geboren 1961 in Friedrichshafen am Bodensee, studierte an den Universitäten Heidelberg und Hamburg Medizin, die Ärztliche Prüfung bestand er 1990, die Promotion folgte 1991. Die klinisch-medizinische Ausbildung zum Herzchirurgen durchlief er in Freiburg i. Br., Hannover und Tübingen. Mit dem Facharzttitel für Herzchirurgie wechselte er 1999 ans Inselspital Bern, wo er als Oberarzt und seit 2004 als Leitender Arzt tätig ist. 2002 habilitierte er sich an der Universität Bern. Zu seinen speziellen klinischen Interessen gehören unter anderem die koronare Bypasschirurgie, die rekonstruktive Herzklappenchirurgie, die Aortenchirurgie und chirurgische Therapieoptionen bei Herzinsuffizienz. Friedrich Eckstein ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Mediencommuniqué vom 04.03.2008

Chinesischer Besuch im Rahmen der Kooperation Universitätsspital Basel – Shanghai Medical College, Fudan University

Im Rahmen der Städtepartnerschaft Basel-Shanghai besucht eine Delegation der renommierten Fudan University Shanghai diese Woche vom 3. – 5. März 2008 das Universitätsspital Basel (USB). Ziel der Einladung nach Basel ist eine mittel- und längerfristige Zusammenarbeit von Forschern aus Shanghai und Basel. Bereits ist ein gemeinsames Forschungsprojekt auf dem Gebiet von Hepatitis-Viren gestartet worden.

Die Entwicklung von Forschung und Wissenschaft im biomedizinischen Bereich in den letzten 10 Jahren in China ist beeindruckend. Das Interesse an einem Anschluss an die Qualität der wissenschaftlichen Forschung in USA, Europa und Japan ist gross, weshalb chinesische Wissenschaftler den direkten Kontakt zu Kollegen in der Forschung in aller Welt suchen. Das Universitätsspital Basel profitiert vom enormen Potenzial an gut ausgebildeten und talentierten Forscherinnen und Forschern, welche für eine gewisse Zeit bei uns in der Schweiz forschen möchten. So genannte postdoctoral fellows arbeiten zum Beispiel seit 2007 im Hepatologie-Labor von Prof. Markus Heim am Universitätsspital Basel. Grundsätzlich sind wissenschaftliche Zusammenarbeiten von Menschen mit verschiedenem kulturellem Hintergrund sehr fruchtbar.

Chronische Hepatitis B und C, HIV-Infektion und Tuberkulose sind weit verbreitete Krankheiten in China. China setzt deshalb grosse Geldmittel bei der Erforschung und Behandlung dieser Krankheiten ein. In Basel sind auf diesen Gebieten international ausgewiesene Forschungsgruppen tätig. Es besteht deshalb ein konkretes Bedürfnis des Universitätsspitals Basel und der Kollegen aus Shanghai an einer Forschungskooperation. 3 der 5 Professoren aus Shanghai, welche derzeit das Universitätsspital Basel besuchen, arbeiten auf dem Gebiet dieser Infektionskrankheiten.

Durch die Städtepartnerschaft Basel-Shanghai mit dem Besuch von Regierungsrat Dr. Carlo Conti im November 2006 an der Fudan-Universität in Shanghai sind persönliche Kontakte mit chinesischen Forschern geknüpft und die Kontaktaufnahme mit Wissenschaftlern an der medizinischen Fakultät der Universität Basel eingeleitet worden. Seit April 2007 besteht ein gemeinsames Forschungsprojekt.

Im Rahmen des Besuchs mit dem Fokus auf die Forschung zu Viraler Hepatitis, HIV und Tuberkulose am Universitätsspital Basel steht am Freitag, 8. März 2008, ein Symposium auf dem Programm.

Das Symposium stellt eine wichtige Aktivität im Rahmen der Städtepartnerschaft dar. Neben Kooperationsprojekten in den Bereichen Wissenschaft und Forschung beinhaltet das Städtepartnerschaftsprogramm attraktive Projekte in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Bildung sowie Standort-Marketing.

Mediencommuniqué vom 14.3.2008

Antibiotika-Therapie bei Stirn- und Kieferhöhlenentzündung weniger sinnvoll als bisher angenommen

Eine internationale Studie des Instituts für klinische Epidemiologie am Universitätsspital Basel hat ergeben, dass eine Antibiotika-Therapie bei akuter Sinusitis (Stirn- und Kieferhöhlenentzündung) bei Erwachsenen wenig sinnvoll ist. Beschwerden können durch Schmerzmittel gelindert werden. Grundversorger verschreiben bei akuter Sinusitis vielfach zu oft Antibiotika, da eine Unterscheidung zwischen viraler oder bakterieller Ursache der Infektion in der Praxis schwierig ist. Die Resultate der Studie sind in der neuesten Ausgabe des renommierten Fachmagazins „Lancet“ publiziert.

Analysiert wurden die individuellen Patientendaten von 2547 Erwachsenen in 9 randomisierten Studien, welche ergaben, dass 15 Patienten mit sinusitis-ähnlichen Beschwerden mit Antibiotika behandelt werden müssen, damit auch nur ein Patient von Antibiotika profitiert. Im schlechtesten Fall muss einer von 190 Patienten mit Nachteilen einer Antibiotika-Therapie rechnen. Quintessenz: Patienten mit sinusitis-ähnlichen Beschwerden profitieren wenig von Antibiotika.

Guidelines empfehlen bei sinusitis-ähnlichen Beschwerden von mehr als 7 bis 10 Tagen den Einsatz von Antibiotika. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass Patienten bei längerer Beschwerdedauer wohl mehr Zeit bis zur Abheilung benötigen, jedoch nicht von Antibiotika profitieren. Eine abwartende Haltung bei längerer Beschwerdedauer ist somit gerechtfertigt, jedoch sind bei rascher Verschlechterung der Symptome Antibiotika indiziert.

Eine virale Infektion der oberen Luftwege verursacht oft Husten, Kopf- und Kieferschmerzen, Nasenlaufen mit oder ohne Eiter. In einer solchen Situation ist bei Erwachsenen eine Antibiotika-Therapie auch bei einer Beschwerdedauer von 7 bis 10 Tagen wenig sinnvoll. Die Verwendung eines Schmerzmittels (z.B. Paracetamol und abschwellende Massnahmen mit Nasentropfen) können hier Beschwerden lindern. Bei starken Kopfschmerzen, Fieber (über 38°C), Schwellung oder Rötung des Gesichts oder der Augenlider ist unabhängig von der Beschwerdedauer eine Arztkonsultation notwendig. In einer solchen Situation sind weitere Abklärungen sinnvoll und der Arzt wird gemäss Situation eine Antibiotika-Therapie verschreiben.

Mediencommuniqué vom 18.3.2008

Herzklappen-Ersatz ohne Herzoperation am Universitätsspital Basel

Mitte März 2008 konnten am Universitätsspital Basel die ersten 3 Patienten, alle über 80-jährig, erfolgreich mit einem interventionellen (perkutanen) Aortenklappenersatz versorgt werden. Die Vorteile dieser modernen Interventionsmethode ist, dass keine Operation am offenen Herzen durchgeführt werden muss und somit die damit verbundenen Risiken entfallen.

Durch die Aortenklappe, eine von vier Herzklappen oder –„Ventilen“, wird sauerstoffhaltiges Blut aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader und den ganzen Kreislauf gepumpt. Bei einer krankhaften Klappenverengung (Aortenklappenstenose) kommt es zu einer Überbeanspruchung des Herzmuskels, da dieser nun dieselbe Blutmenge durch ein verengtes „Ventil“ auswerfen muss. Nebst einer deutlich verminderten Leistungsfähigkeit sind häufige Beschwerden dieser Erkrankung Atemnot oder Schmerzen im Brustkorb. Durch Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff kann es zudem zu Schwindel oder Ohnmachtsanfällen kommen. Bei Nichtbehandlung besteht das Risiko der schnellen Entwicklung einer schweren Minderfunktion des Herzens (Herzinsuffizienz) und eines baldigen Herztodes.

Die einzig wirksame Behandlung der Aortenklappenstenose besteht darin, die kranke Herzklappe zu ersetzen. Die Therapie der Wahl ist derzeit der chirurgische Klappenersatz am offenen Herzen, d.h. eine grössere Operation in Voll-Narkose, verbunden mit einer 1-2 monatigen Genesungszeit.

Die Aortenstenose tritt v.a. bei älteren Patienten auf, bei denen das Operations-Risiko schon wegen des Alters, aber auch wegen häufiger bestehenden Nebenerkrankungen erhöht ist. Für diese spezielle Patientengruppe gibt es heute eine Alternative zur Operation: eine perkutane Implantation einer Herzklappenprothese; Perkutan heißt, dass die auf einen dünnen Katheter montierte künstliche Herzklappe (Metallstütze mit eingenähter Klappe aus tierischem Herzbeutelmaterial) über eine Punktion eines Blutgefässes in der Leiste in die Aorta eingebracht, zum Herzen vorgeschoben und dort im Bereich der erkrankten Klappe abgesetzt wird. Sie übernimmt sofort deren Funktion. Somit muss keine Operation am offenen Herzen durchgeführt werden muss und die damit verbundenen Risiken entfallen.

Nach intensiver Ueberprüfung dieser perkutanen künstlichen Herzklappen in Tierversuchen sowie ersten Studien am Menschen wurden bis anhin weltweit ca. 1000 Patienten mit dieser Methode behandelt. Vorerst wird der Eingriff vor allem bei jenen Patienten durchgeführt, bei welchen ein chirugischer Ersatz nicht möglich oder mit einem hohen Risiko verbunden ist; somit meist bei älteren Patienten mit zusätzlichen Begleiterkrankungen.

Mediencommuniqué vom 27.3.2008

Neue minimal-invasive Operationsmethode zur Behandlung von Prostatakrebs am Universitätsspital Basel

Ab sofort bieten die Urologische Klinik und das Institut für Radioonkologie des Universitätsspitals Basel gemeinsam eine zusätzliche, minimal-invasive Behandlung des Prostatakrebses an: die dauerhafte LDR-Brachytherapie der Prostata mit Seeds. Hierbei handelt es sich um einen kurzen schmerzarmen Eingriff.

Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes und die zweithäufigste Todesursache an Krebs. Die Häufigkeit des Prostatakrebses nimmt mit dem Alter zu. Durch die zunehmende Lebenserwartung in der Bevölkerung mit steigendem Anteil an Männern über 60 Jahren wird dem Prostatakrebs schon jetzt grosse gesundheitspolitische Bedeutung beigemessen.

Nicht jeder Prostatakrebs muss operativ entfernt werden

Der Prostatakrebs kann geheilt werden, wenn er auf die Prostata beschränkt ist, und sich nicht schon weiter in Lymphknoten oder andere Organe ausgebreitet hat. Verschiedene heilende Behandlungsmethoden sind verfügbar: die von Krebs befallene Prostata kann mit einer Operation während eines ca. 8-tägigen stationären Aufenthaltes vollständig entfernt werden, der Eingriff wird als „radikale Prostatektomie“ bezeichnet. Alternativ kann die Prostata von innen oder aussen bestrahlt werden. Die Bestrahlung von aussen wird als „externe Strahlentherapie“ bezeichnet, dauert in der Regel mehrere Wochen und wird ambulant durchgeführt.

Die dauerhafte Low Dose Rate (LDR)-Brachytherapie der Prostata ist eine weitere Behandlungsmöglichkeit des Prostatakrebses.

Der Vorteil liegt in einer einmaligen inneren Bestrahlungsbehandlung innerhalb eines kurzen stationären Aufenthaltes. Dabei werden kleinste radioaktive Strahler (sog. Seeds) in die Prostata eingebracht und zerstören so das Krebsgewebe. Zahlen aus den USA belegen, dass die Behandlung enorm an Bedeutung gewonnen hat - derzeit werden in den USA mehr Patienten mit Seeds behandelt als radikal operiert.

Ein kurzer schmerzarmer Eingriff

In Narkose werden die Seeds über den Damm mit feinen Hohlnadeln in die Prostata eingebracht. Die Platzierung der Strahler erfolgt unter Röntgen- und Ultraschallkontrolle und wird laufend mit dem Computer überwacht. Somit kann sichergestellt werden, dass die Strahler optimal liegen und eine maximale Krebszerstörung erfolgt bzw. das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Am ersten Tag nach der Behandlung können die Patienten in der Regel wieder nach Hause gehen. Die weiteren Kontrollen werden ambulant durchgeführt. Die Nebenwirkungen wie Harnstrahlabschwächung, häufiges oder schmerzhaftes Wasserlassen halten ca. 9 Monate an und können gut mit Medikamenten behandelt werden.

Moderne Qualitätskontrolle

6 Wochen nach der Einlage erfolgt eine Kontrolle der Seedlage mittels Computertomographie. Die Resultate der Behandlung und Nachkontrollen werden zudem gesamtschweizerisch einheitlich erfasst und auch an das Bundesamt für Gesundheit gemeldet. Dies garantiert, dass eine Qualitätskontrolle jeder Behandlung erfolgt.

Minimal invasive Operationsverfahren am USB

Die LDR-Brachytherapie komplettiert das bereits bestehende breite Spektrum an modernen und minimal-invasiven Operationsverfahren am Universitätsspital Basel. Die Urologische Klinik bietet bereits seit Jahren die nervenschonende radikale Prostataentfernung als sogenannte minimal-invasive Schlüssellochchirurgie (Laparoskopie) mit Kameraroboterunterstützung an. Als erstes Zentrum in der Nordwestschweiz komplettiert das Angebot der Brachytherapie der Prostata das umfassende Behandlungskonzept für gut- und bösartige Prostataerkrankungen am USB.

Legende:
Röntgenaufnahme der Prostata nach Brachytherapie mit implantierten Seeds (radioaktive Strahler)

Mediencommuniqué vom 1.4.2008

Neue Geschäftsleitungs-Mitglieder am Universitätsspital Basel

Sabine Braendle ist per 1.4.2008 zur neuen Leiterin des Bereichs Med. Querschnittsfunktionen am Universitätsspital Basel (USB) ernannt worden. Sie tritt die Nachfolge des zum Direktor des Universitätsspitals Basel gewählten Dr. Werner Kübler an. Dr. med. Peter H. Lessing wird per 1.8.2008 Leiter des Bereichs Operative Medizin. Er folgt in dieser Funktion dem zum Direktor des Limmattalspitals gewählten Gregor Frei. Als Bereichsleiter nehmen Sabine Braendle und Dr. med. Peter H. Lessing Einsitz in der 10-köpfigen Spitalleitung (Geschäftsleitung) des USB.

Sabine Braendle ist seit vielen Jahren in verschiedenen Führungsfunktionen am USB tätig. Die Medizinischen Querschnittsfunktionen, welchen sie als Bereichsleiterin vorsteht, umfassen die Anästhesie, Pathologie, Radiologie, Spitalpharmazie, Labormedizin, Therapiedienste und die im Forschungssektor tätige Clinical Trial Unit.

Nach dem Gymnasium schloss Sabine Braendle ihre Ausbildung zur dipl. Fachfrau für medizinische technische Radiologie mit Erfolg ab. Inzwischen verfügt sie über eine breite, über 30-jährige berufliche Erfahrung im Gesundheitswesen. Einen wesentlichen Teil ihrer Fach- und Führungsqualifikationen erlangte sie am früheren Kantons- und heutigen Universitätsspital Basel. U. a. war sie tätig als Einheitsleiterin der Radiologie, Fachbereichsleiterin der Medizinisch-technisch-therapeutischen Berufsgruppe (MTT), Mitglied der Bereichsleitung und von 1996 bis 1999 als Vertreterin des Bereichs Med. Querschnittsfunktionen in der Spitalleitung.

Sabine Braendle ist Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der MTRA.

Der ab 1.8.2008 von Dr. Peter Herrmann Lessing MBA geleitete Bereich Operative Medizin umfasst die Allgemeinchirurgie, Herzchirurgie, Thoraxchirurgie, Neurochirurgie, Orthopädie, Urologie, Wiederherstellende Chirurgie und das Institut für chirurgische Forschung und Spitalmanagement.

Der 47-jährige Peter H. Lessing absolvierte das Studium der Humanmedizin an der Universität Köln. 1996 legte er die Facharztprüfung Innere Medizin ab und bildete sich anschliessend zum Gastroenterologen weiter. 2007 schloss er ein berufsbegleitendes Studium zum Executive Master of Business Administration in General Management an der Hochschule St. Gallen erfolgreich ab.

Zurzeit ist Peter H. Lessing Leiter Arztdienst a. i. und Mitglied der vierköpfigen Geschäftsleitung am Kantonsspital Aarau. Ergänzend zur ärztlichen Vertretung in der Geschäftsleitung leitet er das Qualitätsmanagement sowie die Bereiche Risk-Management, Spitalhygiene, Medizin-Controlling und Medizinische Bibliothek.

Mediencommuniqué vom 2.4.2008

Gemeinsame Herzchirurgie Bern/Basel seit 1. April 2008 mit neuem Chefarzt und Ordinarius am Universitätsspital Basel

Der neue Chefarzt und Ordinarius Herzchirurgie, Prof. Friedrich Eckstein, hat am 1.4.2008 seine Tätigkeit am Universitätsspital Basel aufgenommen. Damit wird der Aufbau der gemeinsamen Herzchirurgie Bern/Basel an zwei Standorten entscheidend konkretisiert. Dadurch entsteht eine der bedeutendsten Herzchirurgiekliniken im deutschsprachigen Raum.

Auf der Basis eines im Januar 2008 von den Universitätsspitälern Bern (Inselspital) und Basel verabschiedeten „Reglements für den Kooperationsbereich Herzchirurgie“ werden die neuen Strukturen nun umgesetzt. Die Steuerung der gemeinsamen Herzchirurgie Basel/Bern am Inselspital (Universitätsspital) Bern und am Universitätsspital Basel erfolgt über drei Ebenen. Der Allianzrat als Steuerungsorgan setzt sich u. a. zusammen aus den Gesundheitsdirektoren, Unispitaldirektoren und Universitätsrektoren der Kantone Bern und Basel. Im Exekutivkomitee sind die Universitätsspitäler und Medizinischen Fakultäten vertreten. Die operative Führung obliegt den beiden Klinikleitungen von Bern und Basel unter der Leitung von Prof. Thierry Carrel, Ordinarius und Chefarzt am Inselspital Bern.

Prof. Thierry Carrel, Bern, und Prof. Friedrich Eckstein, Basel werden nun die Kooperation gemeinsam implementieren und die Herzchirurgie Basel/Bern an zwei Standorten zu einer der bedeutendsten Herzchirurgiekliniken im deutschsprachigen Raum machen.

Der neue Chefarzt und Ordinarius Herzchirurgie am Universitätsspital Basel, Prof. Friedrich Eckstein, ist eine erfahrene, international ausgewiesene Fachperson.
Er ist 1961 in Friedrichshafen am Bodensee geboren, studierte an den Universitäten Heidelberg und Hamburg Medizin, die ärztliche Prüfung bestand er 1990, die Promotion folgte 1991. Die klinisch-medizinische Ausbildung zum Herzchirurgen durchlief er in Freiburg i. Br., Hannover und Tübingen. Mit dem Facharzttitel für Herzchirurgie wechselte er 1999 ans Inselspital Bern, wo er als Oberarzt und seit 2004 als Leitender Arzt tätig war. 2002 habilitierte er sich an der Universität Bern. Zu seinen speziellen klinischen Interessen gehören unter anderem die koronare Bypasschirurgie, die rekonstruktive Herzklappenchirurgie, die Aortenchirurgie und chirurgische Therapieoptionen bei Herzinsuffizienz.

Mediencommuniqué vom 17.04.2008

Erneut erhöhte Produktivität des Universitätsspitals Basel im Jahre 2007

Mit einem leicht reduzierten Personalbestand konnte das Universitätsspital Basel (USB) den Gesamtertrag gegenüber dem Vorjahr um 34,3 Mio Franken auf 531.0 Mio Franken steigern. Davon entfallen rund 23 Mio Franken auf die neue Finanzierung von Lehre und Forschung gemäss Staatsvertrag über die
Universität. Seit dem Jahre 2002 hat der Ertrag der Patientenleistung pro Mitarbeiterin/Mitarbeiter am USB um 22 Prozentpunkte zugenommen. Die Anzahl der Pflegetage stieg um 3% auf 225'611. Geprägt war das Jahr 2007 des Weiteren von Innovationen wie der Gründung des interdisziplinären Kompetenzzentrums für klinische Forschung CTU (Clinical Trial Unit).

Die Kennzahlen des USB weisen eine positive Entwicklung aus. Der Ertrag des USB hat um 34,3 Mio Franken (6,9%) gegenüber dem Vorjahr auf 531.0 Mio Franken zugenommen, der Aufwand ohne Abschreibungen um 10,8 Mio Franken (1,6%) auf 668,3 Mio Franken. Der Beitrag des Kantons BS belief sich auf 137,3 Mio Franken. Das Wachstum des Ertrags war von verschiedenen Faktoren geprägt. Insbesondere konnte die Anzahl der Pflegetage, der stationären und der ambulanten Fälle sowie der Anteil der ausserkantonalen und ausländischen Patientinnen/Patienten erhöht werden.

Unternehmerischer Handlungsspielraum gefordert

Die durchschnittliche Beschäftigung betrug 3'492 Stellen (12 Stellen weniger als im Vorjahr), die Bettenauslastung lag bei 92%. Im ersten Quartal 2008 stieg letztere gar auf 95%. Die Kennzahlen und die steigenden Produktivitätsanforderungen erfordern angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs für das USB ein moderates Wachstum. Um die erhöhten Anforderungen zu bewältigen und im Wettbewerb mit den andern Universitätsspitäler mitziehen zu können, benötigt das USB zwingend einen erhöhten unternehmerischen Handlungsspielraum.

Dank hoher Motivation sichern die Mitarbeitenden die anerkannt hohe Qualität des USB. Die Qualitätsindikatoren, welche das USB als erstes Universitätsspital transparent, u. a. im Internet, kontinuierlich ausweist, dokumentieren diese Tatsache. Durch die Krankenversicherungsgesetz-Revision wird der Wettbewerb verschärft. Die Nachfrage nach den Dienstleistungen des USB wird im neuen DRG-System steigen. Um diese künftigen Herausforderungen bewältigen zu können, sind Anpassungen beim Personalbestand und bei der Anzahl der betriebenen Betten notwendig; insbesondere dort, wo die Aufwendungen durch erhöhte Erträge refinanziert werden können.

Innovationen

Zu den wichtigen Innovationen des Jahres 2007 gehört die Gründung der CTU, des interdisziplinären Kompetenzzentrums für klinische Forschung am USB.

Von insgesamt acht Gesuchen hat der Schweiz. Nationalfonds unter Beizug eines internationalen Expertenpanels deren drei für förderungswürdig befunden und insgesamt mit 3,4 Mio Franken unterstützt – darunter auch das CTU-Projekt des Universitätsspitals Basel. Die CTU hat die Funktion, alle klinischen Bereiche des USB bei der Umsetzung patientenorientierter klinischer Forschungsprojekte wirksam zu unterstützen und die klinische Forschungsqualität im akademischen Umfeld weiterzuentwickeln.

In der Allianz Bern/Basel konnte 2007 das Berufungsverfahren für die Chefarztstelle der gemeinsamen Herzchirurgie Basel/Bern für den Standort Basel entscheidend voran getrieben werden. Zum Chefarzt und Ordinarius wurde Prof. Friedrich Eckstein gewählt. Damit wird der Aufbau der gemeinsamen Herzchirurgie Basel/Bern an zwei Standorten entscheidend konkretisiert, und es entsteht nun eine der bedeutendsten Herzchirurgiekliniken im deutschsprachigen Raum.

Transparente Qualitätsberichte

Als erstes Universitätsspital der Schweiz veröffentlichte das Universitätsspital Basel im Jahre 2006 zwei standardisierte Qualitätsberichte. Diese Transparenz wird weitergeführt. Fall- und Mortalitätsdaten sowie infektiologische Qualitätsdaten werden unter www.unispital-basel.ch publiziert, sobald die Vergleichsdaten der Helios-Kliniken veröffentlicht werden. Bezüglich Infektiologie wird dabei ersichtlich sein, dass die Arbeit der Abteilung Infektiologie und Spitalhygiene einen günstigen Einfluss hat auf die individuelle Betreuung der Patienten sowie auf den Antibiotikaverbrauch und die Resistenzlage des Spitals. Der Antibiotikaverbrauch konnte pro Patiententag um 1% gesenkt werden. Bei den Problemkeimen, z. Bsp. MRSA, ist das USB in einer sehr privilegierten Situation mit einer der niedrigsten Rate aller Spitäler von Zentraleuropa.

Mediencommuniqué vom 26.5.2008

Helene Matras-Preis 2008 an Basler Forschungsgruppe

Internationaler Forschungspreis unterstützt Forschungskooperation zwischen Chirurgen, Psychologen und Psychiatern der Universitätskliniken Basel zur Untersuchung der Behandlungs- und Operationsbelastung bei Säuglingen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und deren Eltern.

Die Österreichische Gesellschaft für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Kraniofaziale Anomalien (ÖGLKG) vergibt jährlich den internationalen Helene Matras Forschungspreis. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis ist nach seiner Stifterin benannt und ist zur Förderung wissenschaftlicher Arbeiten auf dem Gebiet der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und kraniofazialen Anomalien bestimmt.
Am diesjährigen Symposium der Österreichischen Gesellschaft für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Kraniofaziale Anomalien (ÖGLKG) in Salzburg wurde der Helene Matras Preis 2008 an eine Forschungsgruppe der Universitätskliniken Basel verliehen. Mit dem Preis wird eine Studie gewürdigt, welche die psychischen und körperlichen Belastung von Eltern und Kleinkindern vor, während und nach dem chirurgischen Verschluss von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten im Säuglinsalter untersucht. Das Projekt entstand in einer Zusammenarbeit zwischen Dr. Dr. Andreas Müller von der Kiefer- und Gesichtschirurgie und Dr. phil. Serge Brand von der Abteilung Depressionsforschung, Schlafmedizin und Neurophysiologie.

Etwa jedes 500. Neugeborene ist von einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte betroffen, wobei es unterschiedliche Formen und Schweregrade gibt. Die im Ultraschall oder bei Geburt gestellte Diagnose einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte wirft bei den Eltern viele Fragen auf, erzeugt Spannung und führt zu unterschiedlichsten Gefühlen. „Die vielen Konsultationen nach der Geburt und die bald schon stattfindende erste Operation im Säuglingsalter stellen Säugling, Eltern und das Familiengefüge auf eine Prüfung und erzeugen Stress“, wie Frau Dr. Dr. Katja Schwenzer-Zimmerer, die Leiterin des Basler Behandlungszentrums erklärt.

Geist und Körper stehen in einer komplexen Wechselwirkung bei Stress. Zusätzlich besteht eine enge Wechselwirkung zwischen Kind, Mutter/Eltern untereinander. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil die Art und Weise, wie Stress im Familiengefüge verarbeitet wird, nachhaltig die psychische und körperliche Entwicklung des Kindes mitbestimmt. Dieser Aspekt in der Behandlung von betroffenen Kindern und Familien verdient eine besondere Aufmerksamkeit, unabhängig davon, ob Lippe, Hart- und Weichgaumen nacheinander in mehreren Operationen oder wie am Basler Behandlungszentrum alles in einer Operation, verschlossen wird.

In der Studie wurde deshalb einerseits die psychische Belastung und Bewältigungsstrategien der Eltern sowie die Kind-Eltern Interaktion. Andererseits untersucht die Forschungsgruppe vor und nach dem operativen Eingriff die Stresslage des Kindes anhand von Schlafmuster, Stresshormonwerten (Cortisol) und psychischen Entwicklungstests. Die Studie wird mit 25 Kleinkindern mit respektive ohne Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (Kontrollgruppe) durchgeführt, und im Alter von 12 und 18 Monaten erfolgen nochmals Kontrolluntersuchungen.

Nach Abschluss der Untersuchung werden die Daten eine genauere Beschreibung des Behandlungsstresses und dessen Folgen erlauben. Die Studie soll langfristig dazu beitragen, das Behandlungskonzept möglichst stressarm zu gestalten. Die Studie wird von der Gottfried und Julia Bangerter-Rhyner-Stiftung finanziell unterstützt.

Mediencommuniqué vom 20.6.2008

Neurochirurgie: Neuer Ordinarius und Chefarzt an Universität und Universitätsspital Basel

Der Universitätsrat der Universität Basel hat Prof. Luigi Mariani zum neuen Ordinarius für Neurochirurgie an der Medizinischen Fakultät gewählt. Gleichzeitig wurde Mariani zum Chefarzt der Neurochirurgie am Universitätsspital Basel ernannt.

Mariani, zurzeit stellvertretender Chefarzt und Leitender Arzt an der Klinik für Neurochirurgie am Inselspital Bern, wird seine Stelle in Basel auf 1. September 2008 antreten. Geboren 1964 in Zürich und aufgewachsen in Lugano, studierte er Humanmedizin an der Universität Lausanne. Dort promovierte er 1993 nach einem Forschungsaufenthalt am Universitätsspital Zürich und Tätigkeiten als Assistenzarzt an verschiedenen Schweizer Spitälern in Neurochirurgie, Neuropathologie, Neurologie, Neuroradiologie und Chirurgie. 1998 erwarb er den Facharzttitel FMH in Neurochirurgie und war neben seiner Tätigkeit am Inselspital in den Jahren 2000/01 in einem Fellowship am Department of Neurosurgery am Barrow Neurological Institute in Phoenix, Arizona (USA) tätig.

Sein klinischer Schwerpunkt ist unter anderem die mikrochirurgische Behandlung der Hirn-, Rückenmark- und Hypophysentumoren, der zerebrovaskulären Erkrankungen und der therapierefraktären Epilepsie. Sein hauptsächliches Forschungsgebiet ist die Suche der Invasionsmechanismen und nach prognostischen Markern bei Gliomen bei Erwachsenen. Mariani ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

Mediencommuniqué vom 14.8.2008

Berner und Basler Forscher machen seltene kleine Tumoren sichtbar

Forscher aus Bern und Basel haben eine neue Methode entwickelt, die eine seltene Art von winzig kleinen Tumoren, sogenannte Insulinome, lokalisieren kann. Das neue Verfahren macht eine äusserst präzise Operation von Tumoren möglich und wurde in der Schweiz bereits erfolgreich an Patienten getestet.

Insulinome sind Tumoren, die meist so klein sind, dass sie mit den gängigen diagnostischen Methoden nicht oder nur schwer zu finden sind. Ein Insulinom kann lebensbedrohlich sein, weil es unreguliert grosse Mengen von Insulin produziert, was zu einem gefährlich tiefen Blutzuckerspiegel führen kann. Ein Forscherteam um Prof. Jean Claude Reubi vom Institut für Pathologie der Universität Bern hat nun eine neue Methode entwickelt, mit der sich diese winzigen Tumoren lokalisieren lassen. Die Ergebnisse der Studie sind in der amerikanischen Fachzeitschrift «New England Journal of Medicine» erschienen. Beteiligt sind das Universitätsspital Basel, wo das Verfahren entwickelt wurde, sowie das Inselspital in Bern, das zwei Patienten mit dem neuen Verfahren untersuchte und erfolgreich operierte.

Radioaktiv markiertes Molekül macht den Tumor sichtbar
Die Forschung der Universität Bern zeigt, dass Insulinome ein Eiweiss produzieren, das an der Oberfläche der Tumorzelle liegt. Am Universitätsspital Basel wurde deshalb ein radioaktiv markiertes Molekül entwickelt, das spezifisch an dieses Eiweiss bindet. Wird das Molekül in den Körper eingebracht, reichert es sich in den Tumorzellen an. Die dadurch abgegebene Strahlung macht den Tumor sichtbar. Spezialisten sprechen in diesem Fall von der Szintigrafie, einem bildgebenden Verfahren der nuklearmedizinischen Diagnostik. Die neu entwickelte Methode erlaubt es den Chirurgen, ihre Operationsstrategie optimal zu planen und eine sehr präzise Entfernung des Tumors durchzuführen. Weil praktisch alle Insulinome das beschriebene Eiweiss produzieren, erwarten die Forschenden eine hohe Erfolgsquote des neuen Verfahrens.

Mediencommuniqué vom 18.8.2008

Universitätsspital Basel: Keine Privilegierung bei der Behandlungsreihenfolge aufgrund von Zusatzzahlungen

Das Universitätsspital Basel (USB) nimmt folgendermassen Stellung zum Artikel „Spital-Skandal: Aufpreis für schnellere Behandlung“ über das Kantonsspital Aarau in der Zeitung „Sonntag“ vom 17.8.2008: Das Universitätsspital Basel kennt kein derartiges Angebotspaket, welches den allgemein versicherten Patientinnen und Patienten die Möglichkeit eröffnet, die Operationsterminierung mittels Bezahlung eines Aufpreises zu beschleunigen. Für die Reihenfolge der Behandlungen und Operationen ist am USB ausschliesslich die medizinische Dringlichkeit der entscheidende Massstab.

Selbstverständlich steht es jeder Patientin und jedem Patienten mit einer allgemeinen Versicherung frei, als Selbstzahlende auf eigene Kosten in einer höhere Klasse (Halbprivat oder Privat) ins Spital einzutreten und sich damit beispielsweise das Recht auf ein Einzelzimmer und/oder die freie Arztwahl zu erwerben. Keinen Einfluss hat diese Inanspruchnahme der zusätzlichen Dienstleistung des USB auf die Terminierung der Behandlungsschritte. In welcher Reihenfolge die Patientinnen und Patienten behandelt werden, wird am USB ausschliesslich von medizinisch indizierten Kriterien bestimmt. Die medizinische Qualität der Behandlung muss für alle Patientinnen und Patienten, unabhängig von der Versicherungsklasse, gleichermassen gewährleistet sein. Diese wichtige Errungenschaft der schweizerischen Gesundheitspolitik darf unter keinen Umständen durch zusätzliche Zahlungen untergraben werden.

Mediencommuniqué vom 19.8.2008

Prof. Dr. Dr. hc. mult. Wolfgang Holzgreve wird Chef des Universitätsklinikums Freiburg i. Br.

Nach 13 Jahren erfolgreichen Wirkens als Chefarzt und Vorsteher der Frauenklinik verlässt Prof. Wolfgang Holzgreve das Universitätsspital Basel. Per 1.11.2008 übernimmt Prof. Wolfgang Holzgreve die Position des Leitenden Ärztlichen Direktors und Vorsitzenden des Klinikumsvorstandes der Universität Freiburg i. Br.

Prof. Wolfgang Holzgreve hat als Arzt und renommierter Wissenschaftler zusammen mit einem kompetenten und engagierten Team von Ärztinnen/Ärzten, Pflegenden und Hebammen die Entwicklung der Frauenklinik am Universitätsspital Basel nachhaltig und positiv geprägt. Während seiner Wirkungszeit stieg die Zahl der Patientinnen und Geburten an der Frauenklinik markant, und die Erfolge in der Lehre zeigten sich beim eidgenössischen Vergleich der Prüfungsergebnisse im kontinuierlichen Platz eins sowie in der Forschung ebenfalls im ersten Platz von Prof. Holzgreve unter den deutschsprachigen Fachkollegen bei den Literaturzitierungen, des Weiteren in zahlreichen Preisen und Ehrenmitgliedschaften sowie vier Ehren-Doktoraten. Prof. Holzgreve ist auch Herausgeber internationaler Fachzeitschriften und Generalsekretär des Europäischen Gynäkologenverbandes und konnte als Präsident vieler internationaler Organisationen deren Kongresse nach Basel ziehen. Er hat es auch ausgezeichnet verstanden, sowohl in der Forschung als auch in der Patientinnenbetreuung (Dienstleistung) qualifizierte Ärztinnen/Ärzte zu fördern und ihnen in Führungspositionen Verantwortung zu übertragen. Dadurch hat er in der Forschung und in der Dienstleistung eine Erfolg versprechende Zukunft der Frauenklinik auf hohem universitären Niveau auch nach seinem Weggang gewährleistet. Zusätzlich hat sich Prof. Wolfgang Holzgreve in der Leitung des Bereichs Spezialkliniken und während mehreren Jahren als Mitglied der Spitalleitung als engagierte und profilierte Persönlichkeit ausgezeichnet. Für all diese Dienste gebührt ihm der Dank der Direktion des Universitätsspitals Basel.

Prof. Holzgreve wird in Freiburg i.Br. inskünftig ein Universitätsklinikum leiten, welches mit über 1600 Betten und 3000 Studierenden zu den 3 grössten Universitätsklinika in Deutschland gehört.

Für die frei werdende Funktion des Leiters der Frauenklinik in Basel ist eine Interimslösung vorgesehen. Gleichzeitig wird die Berufung einer Nachfolge für Prof. Wolfgang Holzgreve als Chefarzt und Ordinarius der Frauenheilkunde gemäss üblichem Prozedere eingeleitet.

Mediencommuniqué vom 19.8.2008

Neue hochmoderne Technik zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen am Universitätsspital Basel

Der Bereich Elektrophysiologie der Abteilung für Kardiologie am Universitätsspital Basel (USB) behauptet seine nationale Spitzenstellung in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen: Erstmals in einer Schweizerischen Elektrophysiologie wurde in Basel eine sog. Ablation („Verödung“) von Vorhofflimmern mittels Cryoballon („Eisballon“) erfolgreich durchgeführt. Bei dieser Methode wird Gewebe temporär bis zu -85° Celsius tiefgefroren. Bei der sonst angewandten Radiofrequenzenergie wird das Gewebe punktuell erhitzt.

Die erstmalige Anwendung der neuen Technik zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen am Universitätsspital Basel durch Prof. Dr. Stefan Osswald und Privatdozent Dr. Christian Sticherling erfolgte im Rahmen einer langjährigen erfolgreichen Kooperation mit dem Kantonsspital St. Gallen.

Im Gegensatz zur sonst angewendeten Radiofrequenzenergie, welche vor allem über die punktuelle Erhitzung des Herzmuskelgewebes funktioniert, wird zur Ablation des Vorhofflimmerns durch den Cryoballon ein 28 mm messender Ballon im Herzen mit Lachgas inflatiert (eingeblasen) und Gewebe temporär auf bis zu -85°C tiefgefroren. Entlang des Herzmuskelgewebes, welches Kontakt mit dem Ballon hat, bilden sich dann grossflächige Verödungslinien. Im Gegensatz zur herkömmlichen Radiofrequenzablation bietet diese Methode den Vorteil von grösseren Ablationslinien, weniger Schmerzen, kürzerer Untersuchungsdauer und einem geringeren Risiko für die Ausbildung von Blutgerinnseln. Diese neuste Technologie, welche bislang weltweit nur in wenigen ausgewählten Zentren angeboten wird, erweitert das Spektrum der technologischen Möglichkeiten zur Ablation von Vorhofflimmern und könnte diese in der Zukunft revolutionieren.

Das USB unterstreicht hierdurch seine Stellung als nationales Kompetenzzentrum für kardiale Elektrophysiologie. Im Rahmen des Kooperationsprogrammes mit dem Kantonsspital St. Gallen wird 2009 eines der weltweit bestausgestatteten Elektrophysiologielabore am USB in Betrieb genommen werden. Unter anderem wird dieses die Möglichkeit bieten, durch das robotische Magnetnavigationssystem „Niobe“ auch hochkomplexe Herzrhythmusstörungen an anatomische schwer erreichbaren Lokalisationen effektiv zu behandeln. Bei dieser Methode wird der Ablationskatheter in einem durch 2 grosse Magneten erzeugten Magnetfeld im Herzen hochgenau manövriert.

Die grosse nationale Bedeutung der Basler Elektrophysiologie wird nicht nur durch die stetig wachsenden Zahlen v.a. komplexer Interventionen, sondern auch durch die enge Kooperation mit dem Kantonsspital St. Gallen sowie zahlreichen hochrangigen internationalen Publikationen und Auszeichnungen unterstrichen.

Mediencommuniqué vom 18.9.2008

Kreiskrankenhaus Lörrach wird „Universitäres Partnerspital der Medizinischen Fakultät Basel“ und schliesst Zusammenarbeitsvertrag mit dem Universitätsspital Basel ab

Das Kreiskrankenhaus Lörrach wird neu „Universitäres Partnerspital der Medizinischen Fakultät Basel“. Mit dem heute unterzeichneten Vertrag zwischen der Medizinischen Fakultät der Universität Basel und dem Kreiskrankenhaus Lörrach ist eine strategische Zusammenarbeit zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kreiskrankenhaus Lörrach verbunden. Damit wird ein bedeutender Schritt in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung vollzogen.

Die strategische Zusammenarbeit der Medizinischen Fakultät und der beiden Spitäler bezieht sich sowohl auf Lehre und Forschung als auch auf die Patientenversorgung in ausgewählten Fachgebieten.

Zusammenarbeit mit der Universität

Die Ausbildung der Studierenden an beiden Spitälern basiert auf gemeinsamen verbindlichen Richtlinien und Standards. Die ausbildenden Ärztinnen und Ärzte des Kreiskrankenhaus Lörrach erhalten gleichberechtigt wie die Angestellten der Universität Basel Zugang zu den didaktischen Qualifizierungs- und Fortbildungsprogrammen der Fakultät sowie an Kommunikationsausbildungen. Letztere unterstützt weiter die akademischen Beförderungsverfahren (Habilitationen, Professuren) der Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Kreiskrankenhaus Lörrach für eine akademische Karriere.

Zusammenarbeit der Spitäler

Das Universitätsspital Basel und die Kliniken des Landkreises Lörrach GmbH (Vertragsparteien) blicken auf eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit zurück. Beide Einrichtungen nehmen in ihrem jeweiligen Versorgungsgebiet zentrale medizinische Aufgaben wahr. Eine multilateral vernetzte Versorgungsstruktur trägt den Veränderungen des Gesundheitswesens sowohl in der Schweiz, wie auch in Deutschland Rechnung. Die Vertragsparteien bezwecken mit der Zusammenarbeit einen strategischen, medizinischen und wirtschaftlichen Nutzen unter Berücksichtigung der nationalen Rahmenbedingungen und der regionalen Bedürfnisse im jeweiligen Versorgungsgebiet.

Beide Vertragspartner sind sich Ihrer Verantwortung für die regionale Gesundheitsversorgung bewusst und leisten mit diesem Rahmenvertrag einen Beitrag zum Aufbau und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der „Gesundheitsregion Eurodistrict Basel“.

Mediencommuniqué vom 22.9.2008

Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädie in Basel mit öffentlicher Veranstaltung

Rund 950 Chirurgen nehmen vom 24. – 26.9.2008 in Basel am 68. Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädie teil. Für die breite, interessierte Öffentlichkeit referiert am Mittwoch, 24.9.2008, um 16.30 Uhr im Kongresszentrum Basel, Prof. Walter Dick vom Universitätsspital Basel über das Thema „Die abgenutzte Wirbelsäule – Geschichte und Zukunft der operativen Behandlung“.

Der fachliche Teil des Jahreskongresses der Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädie findet unter der Mitwirkung der Schweizerischen Gesellschaft für Handchirurgie statt. Als Hauptthemen stehen auf dem Programm „Primäre und sekundäre Schäden an Ellbogen, Vorderarm und Handgelenk“, „Langzeitfolgen bei orthopädisch-chirurgischen Gelenkeingriffen“ und „Klinimetrische Studien und freie Mittelungen“.

Mediencommuniqué vom 23.9.2008

Internationaler Kongress in Basel zum Komplementsystem, einem wesentlichen Bestandteil der menschlichen Immunabwehr

Vom 28. September bis zum 2 Oktober 2008 findet in Basel das 22. internationale
Arbeitstreffen zum Komplementsystem, einem entscheidenden Bestandteil der Immunabwehr des Menschen, statt. Auf diesem Kongress treffen sich rund 400 Wissenschaftler aus aller Welt (vor allem Europa, Vereinigte Staaten und Japan), um über Mechanismen von Krankheiten und deren Behandlungsmöglichkeiten zu
diskutieren.

Das Komplementsystem als Bestandteil der Immunabwehr spielt unter anderem bei der Bekämpfung von in den Körper eindringenden Krankheitserregern eine wichtige Rolle. Wie Wissenschaftler in den letzten Jahren herausgefunden haben, hat das Komplementsystem aber auch bei nicht direkt durch Erreger verursachten Erkrankungen eine bedeutende Funktion. Dazu gehören zum Beispiel die Rheumatoide Arthritis, das plötzliche Nierenversagen nach Infektionen mit Bakterien, die schwere Durchfallerkrankungen verursachen, und die altersabhängige Makuladegeneration, eine der häufigsten Ursache von Blindheit in den Industrieländern. Offenbar werden diese Krankheiten durch veranlagungsbedingte und damit vererbbare Störungen des Komplementsystems verursacht. Das zunehmende Verständnis dieser Krankheitsmechanismen wird in Zukunft die Entwicklung völlig neuer Medikamente nach sich ziehen.

Der jetzt in Basel stattfindende Kongress wird für diese Entwicklungen richtungsweisend sein, denn er wird den Austausch des aktuellen Standes des Wissens zwischen den führenden Wissenschaftlern ermöglichen und der laufenden Forschung neue Ziele geben. Dass sich solche Ziele lohnen, zeigt die Entwicklung der Behandlungsmöglichkeiten der angeborenen Formen des Angioödemes. Bei dieser Erkrankung kann es anlagebedingt zu plötzlichen und zum Teil bedrohlichen Schleimhautschwellungen kommen. Aufgrund des Verständnisses der Krankheitsmechanismen existiert bereits seit Jahren eine effektive Behandlungsmöglichkeit. Im Rahmen einer eigenen Kongresssitzung zu dieser Erkrankung werden jetzt aber zum Teil völlig neue Medikamente vorgestellt, die die Behandlungsmöglichkeiten deutlich erweitern werden.

Einladende Institution des alle zwei Jahre stattfindenden, wichtigsten Kongresses auf diesem Gebiet der Medizin ist erstmals die Klinik für Innere Medizin des Universitätsspitals Basel unter der Leitung von Professor Jürg A. Schifferli.

Mediencommuniqué vom 16.10.2008

Dank neuem Bluttest können Hausärzte den Einsatz von Antibiotika bei Atemwegsinfektionen reduzieren

Akute Infektionen der Atemwege sind der häufigste Grund für die Verschreibung von Antibiotika in der Grundversorgung. Die Diagnose einer Atemwegsinfektion, welche durch Bakterien verursacht wird, ist für Hausärzte schwierig und mit herkömmlichen Mitteln unzuverlässig. Deshalb werden zu viele Antibiotika verschrieben. Forscher am Universitätsspital konnten gemeinsam mit 53 Hausärzten in der Nordwestschweiz nachweisen, dass durch die Verwendung von Procalcitonin jene Atemwegsinfektionen, welche keine Antibiotika benötigen, besser erkannt werden. Der Einsatz von Antibiotika kann dadurch signifikant reduziert werden.

In einem Experiment wurden 453 Patienten mit Procalcitonin getestet. Procalcitonin ist bei Entzündungen im Blut erhöht. Die Hälfte der Patientin wurde mit herkömmlichen Methoden diagnostiziert. Mittels Procalcitonin liess sich die Verschreibung von Antibiotika bei akuten Atemwegsinfektionen um 72% senken. Patienten, welche mit Procalcitonin getestet wurden und somit weniger Antibiotika verschrieben bekamen, hatten im Durchschnitt keine relevant längere Beschwerdedauer ihrer Atemwegsinfektion als Patienten, welche herkömmlich diagnostiziert wurden und häufiger Antibiotika erhielten. Sie beklagten auch relevant weniger Nebenwirkungen der Antibiotikatherapie. Procalcitonin ist ein viel versprechender Bluttest in der Diagnose von Atemwegsinfektionen und kann helfen, unnötige Antibiotikaverschreibungen zu reduzieren. Die Überverschreibung von Antibiotika ist der wichtigste Grund der Resistenzentwicklung von Antibiotika und ein sehr ernsthaftes Problem der öffentlichen Gesundheit.

Mediencommuniqué vom 23.10.2008

BG00012, ein als Tablette erhältliches Fumarat zeigt Wirksamkeit bei Multipler Sklerose

Ein in Tablettenform verfügbares Fumarat (BG00012) vermindert deutlich die entzündliche Krankheitsaktivität bei Patienten mit schubförmig verlaufender Multipler Sklerose. Dies zeigt eine unter Federführung von Prof. Ludwig Kappos, Neurologie, Universitätsspital Basel von einer europäisch-nordamerikanischen Forschergruppe durchgeführte klinische Phase II Studie mit 257 Patienten, deren Ergebnisse diese Woche in der renommierten Zeitschrift The Lancet zu lesen sind.

In dieser von Biogen Idec finanzierten Studie wurden 257 Patienten mit schubförmig verlaufender Multipler Sklerose im Alter zwischen 18 und 55 Jahren entweder einem Placebo (Scheinmedikament) oder drei verschiedenen Dosierungen von BG00012 zugeteilt. Während eines Zeitraums von 24 Wochen konnte in monatlich durchgeführten Kernspintomogrammen (MRI) gezeigt werden, dass unter der höheren BG00012-Dosierung die Zahl der neu auftretenden Kontrastmittel aufnehmenden Herde zwischen Woche 12 und 24 gegenüber Placebo um 69% vermindert war. Kontrastmittel (Gadolinium DTA) nehmen Herde dann auf, wenn sie neu entstehen. Am Ende der 24 Wochen dauernden Placebo-kontrollierten Phase war auch die Zahl der neuen oder vergrösserten ohne Kontrastmittel in T2 Bildern nachweisbaren Herde und auch die in T1 Bildern als dunkle Flecken nachweisbaren Herde, die auf eine anhaltende Gewebsschädigung hinweisen, signifikant gegenüber der Placebo behandelten Gruppe verringert. Auch die Schubhäufigkeit war in der höher dosierten BG00012 Gruppe um 32% gegenüber Placebo vermindert, dies aber nicht statistisch signifikant, wobei die Studie von ihrer Grösse und Dauer her nicht auf den Nachweis eines klinischen Effektes ausgerichtet war. Nebenwirkungen, die unter BG00012 häufiger als unter Placebo auftraten, waren Magenschmerzen und Gesichtsrötungen sowie Hitzegefühl. Auch während der sechsmonatigen Nachbeobachtungsphase, in der alle Gruppen BG00012 erhielten, wurde die Substanz gut toleriert. Insbesondere traten keine vermehrten Infektionen auf.

Diese ermutigenden Ergebnisse werden zur Zeit in zwei (Phase III) Studien bei einer grösseren Zahl von Patienten und über eine längere Zeitdauer überprüft. Falls diese Studien die jetzt publizierten Ergebnisse bestätigen, könnte BG00012 eine Alternative zu den jetzt zur Behandlung der schubförmigen Multiple Sklerose zugelassenenen Medikamenten wie Interferon beta und Glatirameracetat sein, die alle nur als Injektionen verfügbar sind. Wie in einem begleitenden Kommentar im Lancet erwähnt wird, ist BG00012 auch deshalb interessant, da es Hinweise gibt, dass es nicht nur immunmodulatorisch, d.h. gegen die krankhafte Fehlreaktion der körpereigenen Abwehr wirkt, sondern auch direkte neuroprotektive (die Integrität der Nervenzellen schützende) Wirkungen haben könnte.

Mediencommuniqué vom 10.11.2008

Martin Gerber neuer Finanzchef am Universitätsspital Basel

Der 40jährige Betriebsökonom HWV/FH und eidg. dipl. Wirtschaftsprüfer Martin Gerber wird Finanzchef des Universitätsspitals Basel (USB). Gleichzeitig wird die Spitalleitung (Geschäftsleitung) des USB erweitert durch die Einsitznahme von Martin Gerber in diesem Führungsgremium. Dass der Finanzchef neu auch Mitglied der Spitalleitung ist, entspricht einer strukturellen Verstärkung des Führungsgremiums im Hinblick auf die grossen Herausforderungen, welche die Revision des Krankenversicherungsgesetzes mit sich bringt.

Martin Gerber absolvierte nach seinem Abschluss der Höheren Wirtschafts- und Verwaltungsschule Zürich als Betriebsökonom HWV/FH die Ausbildung zum eidg. dipl. Wirtschaftsprüfer. Seit 2001 ist Martin Gerber am Inselspital Bern als CFO, Leiter Finanzen und Controlling, tätig. Per 1. April 2009 wechselt er als Finanzchef und Spitalleitungsmitglied an das Universitätsspital Basel.

Die bevorstehende Umsetzung der Revision des Krankversicherungsgesetzes mit der neuen Spitalfinanzierung (leistungsbezogene Pauschalen statt Kostenabgeltung) stellt eine neue, den Wettbewerb verstärkende Herausforderung für die Spitäler dar. Diesem Umstand trägt das USB mit der Erweiterung der Geschäftsleitung durch die Einsitznahme des Finanzchefs bereits im Vorfeld des Inkrafttretens der Gesetzesrevision Rechnung.

Mediencommuniqué vom 11.11.2008

Eine Dosis Literatur im Unispital

Das Unispital Basel und die Literaturkurve Basel präsentieren im Unispital vom 15.11. bis zum 12.12.2008 die Ausstellung «Eine tödliche Dosis Geld».

Autorinnen und Autoren der Literaturkurve Basel stellen ihre Kurztexte zu Agenturmeldungen an drei Standorten im Unispital Basel aus: Fabulöses, Poetisches, Wortspielereien, Geschichten, Zwischenzeiliges, leicht Verdauliches, aber auch Nebenwirkungsreiches werden Schwarz auf Weiss den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung dosiert verabreicht.

Literatur kann überall stattfinden. Literatur hat überall Platz – auch im Spital, an einem Ort, wo viel gelesen wird, um sich die Zeit zu vertreiben oder um sich abzulenken. Zur Idee gehört deshalb, Literatur zu den Patientinnen und Patienten ins Universitätsspital zu bringen.

Die Literaturkurve Basel ist eine seit elf Jahren bestehende Vereinigung Schreibender aus der Region Nordwestschweiz, welche eine literarische Auseinandersetzung mit dem Alltag und dem Ungewöhnlichen darin suchen. Neben regelmässigen Publikationen veranstaltet die Literaturkurve Lesungen, wobei auch Verbindungen mit anderen Kunstformen gesucht werden.

Die Ausstellung ist ab 15. November bis zum 12. Dezember täglich zwischen 11 und 20 Uhr im öffentlichen Bereich Klinikum 1, Spitalstrasse 21, zu geniessen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an:

Carlo Michel, Literaturkurve Basel, Tel. +41 61 692 17 33, literaturkurve@anti-cluttergmx.ch
Gina Hillbert, Universitätsspital Basel, Unternehmenskommunikation, Tel. +41 61 265 23 17, ghillbert@anti-clutteruhbs.ch

Mediencommuniqué vom 2.12.2008

Jürg Lindenmann neuer Leiter Prozessunterstützung und Informatik am Universitätsspital Basel

Der 43jährige bisherige Leiter der Informatik am Kantonsspital St. Gallen wechselt per 1.3.2009 an das Universitätsspital Basel (USB), wo er das neu konfigurierte Ressort Prozessunterstützung und Informatik leiten wird. Gleichzeitig wird die Spitalleitung (Geschäftsleitung) des USB erweitert durch die Einsitznahme von Jürg Lindenmann in diesem Gremium.

Die Ergänzung der bisherigen Informatikabteilung durch die Verantwortung für die spitalweite Prozessunterstützung sowie die Einsitznahme des neuen Leiters in der USB-Geschäftsleitung entsprechen einer strukturellen Verstärkung des USB. Diese wird vorgenommen im Hinblick auf die grossen Herausforderungen des sich verschärfenden Wettbewerbs.

Jürg Lindenmann verfügt über breite Führungserfahrungen im IT-Bereich in komplexen Organisationen des Gesundheitswesens und in der Kommunikationsbranche. Daneben ist er Mitautor von zahlreichen Fachpublikationen sowie Dozent an der Fachhochschule Bern und weiteren Institutionen. Seit 2000 ist er Leiter der Informatik am Kantonsspital St. Gallen und seit 2008 gleichzeitig Leiter Shared Services IT (SAP-Applikationen, Patientenmanagement-Systeme und Verzeichnisdienste) für die Spitalverbunde (10 Spitäler) des Kantons St. Gallen.

In Basel wird die bisherige Informatikstruktur in einem neu konfigurierten Ressort durch die spitalweite Prozessunterstützung ergänzt. Als Leiter dieses Ressorts nimmt Jürg Lindenmann eine Schlüsselposition am USB ein und wird deshalb auch gleichzeitig Mitglied der Geschäftsleitung.

Mediencommuniqué vom 3.12.2008

Erstmalig am Universitätsspital Basel: Herzklappenersatz direkt durch Herzspitze ohne Herz-Lungen-Maschine

Am Universitätsspital Basel wurde erstmals ein Aortenklappenersatz über einen sogenannten „transapikalen“ Zugang durchgeführt. Vorteil dieser Technik ist, ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine und Herzstillstand über einen nur wenige Zentimeter grossen Schnitt den Klappenersatz durchführen zu können. Mit dieser Operation stehen am Universitätsspital Basel nun alle derzeit verfügbaren Methoden zum Aortenklappenersatz zur Verfügung.

Der 83jährige Patient ist wohlauf und hat den eineinhalbstündigen Eingriff gut überstanden. Über die chirurgisch mit einem nur 10 Zentimeter grossen Schnitt am rechten Brustkorb freigelegte Spitze der linken Herzkammer wurde mittels Katheter am schlagenden Herzen die verengte Aortenklappe aufgedehnt und anschliessend eine biologische Herzklappe eingesetzt.

Da bisher noch keine Langzeitergebnisse für den erst seit gut einem Jahr überhaupt möglichen Eingriff vorliegen, stellt er bisher nur eine Alternative für Patienten dar, bei denen aufgrund von Begleiterkrankungen oder des Alters das Risiko eines herkömmlichen Aortenklappenersatzes zu gross ist. Möglich wurde die Operation durch eine enge Kooperation zwischen der Klinik für Herzchirurgie und der Abteilung für Kardiologie des Universitätsspitals Basel. Der Eingriff konnte in dem bereits seit einigen Jahren am Universitätsspital Basel vorhandenen Hybrid-Operationssaal MBI (Multifunktionaler Bildunterstützter Interventionsraum) durchgeführt werden.

Das Operationsteam bestand aus Professor Friedrich Eckstein und Dr. Florian Rüter (Herzchirurgie) sowie Professor Peter Buser und PD Dr. Christoph Kaiser (Kardiologie).

Medienauskunftsstelle

Andreas Bitterlin

Leiter Unternehmenskommunikation
Tel. +41 61 265 25 25
Fax +41 61 265 26 50

abitterlin@anti-clutteruhbs.ch

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