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Mediencommuniqués vom August 2009

Mediencommuniqué vom 27.8.2009

Durchbruch in der Frühdiagnostik des akuten Herzinfarktes

Dem Forscherteam von Professor Christian Müller vom Universitätsspital Basel ist es gelungen, die Frühdiagnose des akuten Herzinfarktes deutlich zu verbessern. Durch den Einsatz neuer Bluttests, die bereits sehr geringe Mengen an Proteinen aus den Herzmuskelzellen nachweisen können, ist es sehr viel früher als bisher möglich zu erkennen, ob ein Patient mit Brustschmerzen einen Herzinfarkt hat oder nicht. Die herausragenden Ergebnisse dieser Forschung erscheinen heute, 27.8.2009 im New England Journal of Medicine, der weltweit renommiertesten medizinischen Fachzeitschrift.

Die nun veröffentlichten Ergebnisse eröffnen damit einen attraktiven Lösungsansatz für ein sehr bedeutsames klinisches Problem: die frühezeitige Diagnose des akuten Herzinfarktes. Leider braucht der sichere Nachweis bzw. der sichere Ausschluss eines Herzinfarktes aktuell bei den meisten Patienten mehrere Stunden. Dadurch verzögert sich zum einen oft der Beginn der notwendigen Behandlung, zum anderen entstehen hohe Kosten, weil viele Patienten auf der Notfallstation unnötigerweise intensiv überwacht werden, die keinen Herzinfarkt, sondern eine in der Regel harmlose Ursache der Brustschmerzen haben.

Die Diagnose des akuten Herzinfarktes basiert im Wesentlichen auf 3 Bausteinen: der genauen Befragung und Untersuchung des Patienten, der Herzstromkurve (EKG), und Bluttests, die Bestandteile von geschädigten Herzmuskelzellen, so genannte Troponine, nachweisen. Der Nachweis von Troponin ist dabei obligat. Mit den bisher verfügbaren Troponintesten ist die Schädigung der Herzmuskelzellen erst 4-6 Stunden nach Beginn des Herzinfarktes möglich. Um bei Patienten mit Brustschmerzen den Herzinfarkt sicher ausschliessen zu können, ist es bei den meisten Patienten notwendig, nach der initialen Eintritts-Blutentnahme den Patienten für 6 Stunden intensiv am EKG-Monitor zu überwachen und die Blutuntersuchung danach zu wiederholen. Ein Herzinfarkt ist nur dann ausgeschlossen, wenn auch die zweite Troponinbestimmung negativ ist.

In dieser vom Schweizerischen Nationalfonds, der Schweizerischen Herzstiftung und dem Bereich Medizin am Universitätsspital Basel unterstützen Studie wurde bei über 700 Patienten gezeigt, dass die neuen sensitiven Troponinteste den bisherigen Troponintesten überlegen sind und bereits bei Eintritt auf der Notfallstation mit sehr hoher Genauigkeit anzeigen können, ob ein Herzinfarkt vorliegt. Je schneller nach Beginn der Brustschmerzen die Patienten auf die Notfallstation kamen, umso grösser war der Zugewinn durch die sensitiven Troponinteste. Neben dem Universitätsspital Basel nehmen an dieser Studie, die aufgrund der herausragenden Ergebnisse aktuell noch weiter geführt wird, auch das Kantonsspital Olten, das Limmattalspital Zürich, das Kantonsspital Bruderholz, das Spital St. Anna Luzern, das Klinikum Nürnberg, sowie das Hospital del Mar in Barcelona teil.

Für die klinische Bedeutung dieser Ergebnisse ist es wichtig, dass sie in einer unabhängigen Studie der Universität Mainz bestätigt werden konnten.

Es ist wichtig klar hervorzuheben, dass die neuen sensitiven Troponinteste die Abklärung in der Klinik sicher verbessern werden, in der Diagnostik des akuten Herzinfarktes aber weiterhin immer nur zusammen mit der genauen Befragung und Untersuchung des Patienten sowie dem EKG verwendet werden sollen.

Medienauskunftsstelle

Andreas Bitterlin

Leiter Unternehmenskommunikation
Tel. +41 61 265 25 25
Fax +41 61 265 26 50

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