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Mediencommuniqués vom März 2010

Mediencommuniqué vom 29.03.2010

Drei neue Leitende Ärzte im Universitätsspital Basel

PD Dr. med. Stefan Schaub neu Leitender Arzt in der Klinik für Transplantationsimmunologie und Nephrologie des Universitätsspitals Basel

Auf den 1. Januar 2010 wurde PD Dr. med. Stefan Schaub zum Leitenden Arzt der Klinik für Transplantationsimmunologie und Nephrologie des Universitätsspital Basel (USB) ernannt. Stefan Schaub wurde 1969 in Bern geboren, studierte an der Universität Basel Medizin, und erwarb die Facharzttitel für Innere Medizin 2002 sowie für Nephrologie 2005. Er absolvierte 2002 einen zweijährigen Forschungsaufenthalt in Winnipeg (Kanada) und ist seither in der Klinik für Transplantationsimmunologie und Nephrologie im USB tätig. Die Habilitation im Fach Nephrologie erfolgte 2008.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die immunologischen Abklärungen vor der Nierentransplantation sowie das nicht-invasive Monitoring nach der Transplantation. In diesen Bereichen hat er mehrere Preise erhalten (Pfizer Forschungspreis, Alumni Preis der medizinischen Fakultät) und wird seit 2002 regelmässig vom Schweizer Nationalfonds unterstützt. Stefan Schaub ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

PD Dr. med. Christoph Kaiser neu Leitender Arzt in der Abteilung Kardiologie des Universitätsspitals Basel

Seit dem 1. Februar 2010 ist PD Dr. med. Christoph Kaiser Leitender Arzt in der Abteilung Kardiologie des Universitätsspital Basel (USB). Geboren 1962 in Basel, studierte er an der Universität Basel und promovierte 1989. Nach dem Diplom in „Tropical Medecine and Hygiene“ in Liverpool sowie einem chirurgischen Assistentzjahr folgte eine breite Ausbildung in Innerer Medizin in Chur, Schiers und schliesslich am USB mit Erwerbung des Facharzt-Titels Innere Medizin FMH 1995. Die Ausbildung zum FMH-Titel Kardiologie 1999 beinhaltete ein klinisches Auslandjahr am Herzzentrum Bad Krozingen, die weitere Ausbildung zum interventionellen Kardiologen ein „Clinical and research-Fellowship“ an der Universität Essen. 2006 habilitierte er über aktuelle Entwicklungen der invasiven Diagnostik sowie der interventionellen Therapie der koronaren Herzkrankheit.

Die aktuelle Forschung Christoph Kaisers konzentriert sich auf die Durchführung klinischer Multizenter-Studien, welche der Frage nach Nutzen und Risiken neuerer koronarer Stents nachgehen. Christoph Kaiser ist verheiratet und Vater eines Sohnes.

Prof. Dr. med. Christian Sticherling neu Leitender Arzt in der Abteilung Kardiologie des Universitätsspitals Basel

Seit dem 1. Februar 2010 ist Prof. Dr. med. Christian Sticherling Leitender Arzt in der Abteilung Kardiologie des Universitätsspital Basel (USB). Sticherling wurde 1967 in Berlin geboren und studierte Medizin in Heidelberg, London und New Orleans. Promotion 1992 am Institut für Biochemie der Universität Heidelberg. Nach seiner Assistenzarztzeit in München und Frankfurt/M. absolvierte er, unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), von 1998 bis 2001 ein dreijähriges Fellowship in interventioneller Elektrophysiologie an der University of Michigan in Ann Arbor. Anschliessend erwarb Sticherling seine Facharztitel für Innere Medizin und Kardiologie sowie die Zusatzbezeichnung Rettungsmedizin an der Charité in Berlin ehe er 2003 als Oberarzt ins USB wechselte. Hier habilitierte er 2005 mit seinen Arbeiten über das „atriale Remodelling bei Vorhofflimmern“ und wurde 2009 zum Titularprofessor für Kardiologie ernannt. Seit 2005 besteht eine enge Kooperation mit dem Kantonsspital St. Gallen, wo er regelmässig Eingriffe vornimmt.

Das Forschungsinteresse von Christian Sticherling liegt im Bereich der Pathophysiologie und der interventionellen Therapie des Vorhofflimmerns sowie den Mechanismen der kardialen Resynchronisationstherapie. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Mediencommuniqué vom 26.03.2010

Stoppen von randomisiert kontrollierten Studien aufgrund positiver Therapieeffekte führt häufig zu Nutzenüberschätzung

Systematische Übersichtsarbeit und Meta-Regressionsanalyse

Randomisiert kontrollierte Studien sind in der klinischen Forschung das verlässlichste Instrument, um die therapeutische Wirkung von Arzneimitteln und anderen Heilmassnahmen zu untersuchen. Vielfach planen Forscher von solchen Studien Zwischenanalysen der Studienergebnisse ein, um schwerwiegende Nebenwirkungen oder günstige Therapieeffekte frühzeitig zu erkennen. Bisher blieb unklar, ob ein frühzeitiger Abbruch einer randomisiert kontrollierten Studie aufgrund eines scheinbar klar positiven Therapieeffektes, die Ergebnisse verzerren und welche Faktoren eine solche systematische Ergebnisverzerrung (engl. „bias“) massgeblich beeinflussen.

Das frühzeitige Stoppen von randomisiert kontrollierten Studien aufgrund scheinbar klar positiver Therapieeffekte ist ein immer häufiger auftretendes Phänomen. Die kurzfristigen Vorteile eines frühzeitigen Abbruchs liegen für sämtliche Beteiligten auf der Hand: Der Sponsor einer solchen Studie spart Geld, Wissenschaftler können ihre Ergebnisse meist in einer hochrangigen Zeitschrift publizieren, die Ergebnisse finden rasch Eingang in Empfehlungen und Richtlinien von Fachgesellschaften, und betroffene Patienten erhalten schnelleren Zugang zu einem scheinbar wirksamen Heilmittel. Bestätigen sich die Ergebnisse jedoch nicht, sind die Kosten für „falsch“ behandelte Patienten und die Gesellschaft immens.

Dr. Matthias Briel und Kollegen vom Institut für klinische Epidemiologie am Universitätsspital Basel haben in Zusammenarbeit mit einer internationalen Forschergruppe randomisiert kontrollierte Studien, welche aufgrund eines klar positiven Therapieeffektes abgebrochen wurden, systematisch untersucht. Die Forscher identifizierten 195 abgebrochene Studien und prüften fast 2500 nicht abgebrochene randomisiert kontrollierte Studien auf ihre Ähnlichkeit in Bezug auf die untersuchte Fragestellung. Sie konnten somit 63 Fragestellungen ermitteln mit frühzeitig abgebrochenen und nicht abgebrochenen Studien.

Ein Ergebnisvergleich zeigte, dass die Therapieeffekte bei frühzeitig abgebrochenen Studien im Durchschnitt um 30 Prozent überschätzt wurden. Diese Überschätzung war unabhängig von bekannten methodischen Qualitätsmerkmalen randomisiert kontrollierter Studien. Je geringer die bisher aufgetretene Anzahl von Endpunkten in einer frühzeitig abgebrochenen Studie, d.h. je früher gestoppt wurde, desto grösser war die Ergebnisverzerrung. Bei fast zwei Dritteln der Fragestellungen konnten die nicht-abgebrochenen Studien zusammengenommen keinen eindeutigen Therapieeffekt nachweisen.

Die Ergebnisse, welche in der renommierten Zeitschrift der American Medical Association (JAMA) publiziert wurden, sind besorgniserregend und ermahnen Kliniker, Wissenschaftler, und Leitlinienverfasser zu einem kritischen Umgang mit randomisiert kontrollierten Studien, welche aufgrund eines positiven Therapieeffektes früher gestoppt wurden als ursprünglich geplant.

„Stopping Randomized Trials Early for Benefit and Estimation of Treatment Effects“, erschienen im Journal of the American Medical Association Jama.

Medienauskunftsstelle

Andreas Bitterlin

Leiter Unternehmenskommunikation
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