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Mediencommuniqués vom September 2010

Mediencommuniqué vom 28.09.2010

„Mindfulness Meditation“ kann bei MS gegen Müdigkeit und Depressionen helfen

Das Erlernen von „Mindfulness Meditation“ (achtsame Meditation) kann Menschen mit Multipler Sklerose (MS) helfen, die mit den häufigen Begleiterscheinungen der Krankheit wie Müdigkeit, Depressionen oder anderen Symptomen zu kämpfen haben. Dies ergab eine am 28. September 2010 in Neurology, der medizinischen Zeitschrift der American Academy of Neurology, erschienene Studie aus dem Universitätsspital Basel. Hauptautor und Leiter der Studie, die in enger Zusammenarbeit mit dem MS-Zentrum an der Neurologischen Klinik und Poliklinik stattfand, war Dr. Paul Grossman von der Abteilung für Psychosomatik.

Während der Studie nahmen bei Patientinnen und Patienten, die an einem achtwöchigen Training in Mindfulness Meditation teilnahmen, die Müdigkeit und die Depressionen ab und die allgemeine Lebensqualität zu im Vergleich zu MS-Betroffenen, die konventionell medizinisch behandelt worden waren. Die positive Wirkung hielt mindestens sechs Monate an.

„Menschen mit MS haben oft mit speziellen Herausforderungen des Lebens zu kämpfen in Bezug auf ihren Beruf, finanzielle Sicherheit, Freizeit, soziale Aktivitäten und persönliche Beziehungen, ganz zu schweigen von den direkten Ängsten wegen der aktuellen oder möglichen zukünftigen Symptome und Behinderungen. Müdigkeit, Depressionen und Ängste sind häufige Folgen von MS“, sagt Dr. Paul Grossman. „Leider haben die Behandlungen, die den Krankheitsverlauf verlangsamen, nur wenig direkte Auswirkungen auf die allgemeine Lebensqualität, auf Müdigkeit oder Depressionen. Aus diesem Grund sind ergänzende Behandlungen, mit welchen sich die Lebensqualität rasch und direkt verbessern lässt, sehr willkommen.“
Für die Studie wurden 150 Personen mit milder bis moderater MS ausgesucht und erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder das achtwöchige Meditationstraining oder die übliche medizinische Behandlung. Im Training konzentrierte man sich auf mentale und körperliche Übungen, um damit ein nicht-wertendes Gewahrsein für den gegenwärtigen Augenblick zu erreichen („Mindfulness“). Das Training dauerte zweieinhalb Stunden pro Woche und umfasste einen zusätzlichen ganzen Kurstag. Täglich musste zudem 40 Minuten lang zu Hause geübt werden.
„MS ist eine Krankheit mit unvorhersehbarem Verlauf“, erklärt Dr. Grossman. „Es kann den Betroffenen über Monate hinweg sehr gut gehen; dann haben sie einen Schub und können manchmal nicht mehr wie gewohnt arbeiten oder ihren familiären Pflichten nachkommen. Ein Training in Mindfulness kann Menschen mit MS helfen, mit diesen Veränderungen besser zurecht zu kommen. Eine erhöhte Achtsamkeit im Alltag führt auch zu einem realistischeren Gefühl für die eigenen Kontrollmöglichkeiten sowie zu einer höheren Wertschätzung positiver Erfahrungen, die nach wie vor Teil des Lebens sind.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Mindfulness-Programm zeigten eine sehr hohe Präsenz an den Sitzungen(92%) und waren mit dem Training sehr zufrieden. Nur wenige (5%) brachen den Kurs vorzeitig ab. Bei jenen, die den ganzen Kurs absolvierten, verbesserte sich fast jedes gemessene Mass von Müdigkeit, Depression und Lebensqualität, während sich die meisten Werte bei Patientinnen und Patienten, die nur die übliche medizinische Behandlung erhielten, leicht verschlechterten. Bei Personen, die in Mindfulness geschult wurden, nahmen beispielsweise die depressiven Symptome um mehr als 30% ab im Vergleich zu den Testpersonen ohne dieses Training.

Die Verbesserungen bei den geschulten Testpersonen waren besonders ausgeprägt unter jenen Menschen, die zu Studienbeginn Anzeichen einer Depression oder chronischen Erschöpfung aufwiesen. Während zu Beginn des Trainings rund 65% der Testpersonen Symptome einer Depression, einer Angststörung oder chronischen Erschöpfung aufwiesen, war diese Gruppe am Ende des Trainings und sechs Monate später um etwa 30% kleiner. Auch der positive Effekt auf die Müdigkeit blieb von Kursende bis sechs Monate nach dem Training stabil.

Andere positive Auswirkungen des Trainings konnten zwar noch sechs Monate nach Ende der Schulung beobachtet werden, nahmen aber zum Teil mit der Zeit ab.
Ein begleitender Kommentar in der Zeitschrift Neurology weist darauf hin, dass man wegen der fehlenden aktiven Kontrollgruppe (mit einer anderen Art von Intervention) nicht klar feststellen könne, ob die guten Ergebnisse eine direkte Folge der Achtsamkeitsschulung waren. Jedoch sei die vorliegende Studie die grösste dieser Art, und sie sei sehr seriös durchgeführt worden.

Finanziell wurde die Studie unterstützt vom Schweizerischen Nationalfonds für die Wissenschaften, der Stanley T. Johnson Foundation, der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft sowie von Sanofi-Aventis, Merck Serono und Biogen Dompé.

Mediencommuniqué vom 20.09.2010

Neuer Leitender Arzt im Universitätsspital

PD Dr. med. Stefan Engelter wurde auf den 1. September 2010 zum Leitenden Arzt in der Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsspitals Basel ernannt.

Stefan Engelter wurde 1964 in Mannheim (D) geboren. Im Anschluss an das Medizinstudium in Freiburg absolvierte er seine Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie in Basel. Nach Aufenthalten in Zürich und an der Duke University, NC (USA) habilitierte er 2005 in Basel zum Thema «Clinical significance of diffusion-weighted MR imaging in stroke patients». Er hat entscheidend zur engen Zusammenarbeit zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Felix-Platter Spital in der Hirnschlagversorgung beigetragen, die sukzessive zu einer prozessorientiert definierten Behandlungskette entwickelt wurde, die Stefan Engelter seit 2006, nun hälftig als Leitender Arzt in beiden Spitälern, leitet. Sein wissenschaftliches Interesse gilt dem Hirnschlag (Schlaganfall) mit den Schwerpunkten: Gefässdissektionen, Genetik, Evidenzbasierte Therapie und Bildgebung. Stefan Engelter ist verheiratet und Vater von 4 Kindern.

Mediencommuniqué vom 10.09.2010

Jubiläumsveranstaltung - 50 Jahre Basler-Studie

Am 12. September feiert die Basler-Studie ihr 50 (in Worten: fünfzig) jähriges Bestehen. Zum Jubiläum werden rund 700 Personen im Volkshaus zu einem kurzen Bericht der wichtigsten Resultate, zu einem kleinen Konzert und einem gemütlichen Apéro eingeladen. Auf Initiative von Prof. Leo K. Widmer und Prof. Georges Hartmann und mit der Unterstützung von Prof. Nissen und Prof. Staub wurde 1960 die Basler-Studie mit dem Ziel konzipiert, die arterielle Verschlusskrankheit zu erforschen und insbesondere die Häufigkeit von Risikofaktoren in einer Schweizer Bevölkerung zu bestimmen.
Gesunde Mitarbeiter der Basler chemischen und pharmazeutischen Industrie wurden zur Teilnahme eingeladen. Mit der aktiven Unterstützung durch die Werkärzte und die Geschäftsleitung der beteiligten Firmen gelang es in der ersten Studie rund 6'400 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für die Untersuchung zu interessieren.

Für die damalige Zeit erstmalig konnte so in einem grossen und repräsentativen Kollektiv von gesunden Arbeitenden die Häufigkeit und die Ausprägung der aus Untersuchungen aus den USA wie der Framingham - Studie bekannten Risikofaktoren Zigarettenrauchen, Hypertonie und Hyperlipidämie bestimmt werden. Erstmalig wurden so Daten über die periphere arterielle Verschlusskrankheit, d.h. über die Atherosklerose der Beinarterien erhoben. Die damals erhobenen Normwerte für Blutdruck und Blutfette in verschiedenen Altersklassen haben heute noch Gültigkeit.
Das große Interesse der Teilnehmer veranlasste die ursprünglich einmalig geplante Untersuchung in eine Langzeitstudie überzuführen und 1965 (Basler Studie II) und 1971 (Basler Studie III) zu wiederholen und mit weiteren Fragestellungen zu erweitern.

Die Ergebnisse der Basler-Studien I-III wurden in einer Publikation zusammengefaßt und 1981 unter dem Titel Venen-, Arterien-Krankheiten, koronare Herzkrankheit bei Berufstätigen publiziert. Jede Studie hatte ihre besondere Fragestellung. Während in der BS I 1960 das Hauptinteresse der Atherosklerose der grossen Arterien galt, wurde in der BS II 1965 die Fragestellung auf die koronare Herzkrankheit erweitert und - ebenfalls eine Pionieruntersuchung - auf die Venenkrankheiten ausgedehnt.
Die Folgeuntersuchung BS III 1971-73 erlaubte die Krankheitsentwicklung über den Beobachtungszeitraum für Arterien und Venen zu verfolgen und so neben der Prävalenz auch erstmals die Inzidenz der Gefässkrankheiten für die Schweiz zu ermitteln. Die Laboranalysen wurden 1971 durch Vitaminbestimmungen im Blut erweitert, was sich für die nachfolgenden Analysen als sehr wichtig erweisen wird.
Die anschliessenden Studien bauten auf den Teilnehmer und Teilnehmerinnen der BS III auf, da bei Ihnen am meisten Daten vorliegen.
Die Finanzierung der aufwendigen Untersuchungen erfolgt über den Schweizerischen Nationalfonds, diverse Stiftungen und zu einem namhaften Teil über die Firmen, deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an der Studie teilnahmen.

Die unterschiedlichen Risiken zeigen, dass die verschiedenen Gefässsysteme verschieden auf Risikofaktoren wirken. Die Beinarterien sind besonders durch Diabetes und Rauchen, die Herzkranzarterien stärker durch Hypertonie und erhöhte Blutfette gefährdet.

Medienauskunftsstelle

Andreas Bitterlin

Leiter Unternehmenskommunikation
Tel. +41 61 265 25 25
Fax +41 61 265 26 50

abitterlin@anti-clutteruhbs.ch

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