Inhalt - Ovarialkarzinome

Ovarialkarzinom-Forschungsgruppe am Universitätsspital Basel

Unser Forschungsinteresse gilt den gynäkologischen Krebserkrankungen im Allgemeinen und dem Ovarialkarzinom im Speziellen. Das (epitheliale) Ovarialkarzinom hat die höchste Mortalität innerhalb der gynäkologischen Malignome da aufgrund fehlender Symptome die Krankheit bei 75 Prozent der Patientinnen erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. Unsere Forschung zielt darauf ab, Methoden und Mittel zu finden, um diese Erkrankung möglichst früh und zuverlässig zu erkennen und im Sinne der personalisierten Medizin die für jede Patientin beste Therapie zu finden, Risikogruppen besser zu identifizieren, und nicht zuletzt neue, wirksamere und kosteneffektivere Therapieformen zu suchen. Unsere Forschung reicht von der Grundlagenforschung über die transnationale bis hin zur Patienten-orientierter Forschung, einschliesslich der Durchführung klinischer Studien.

Die Schwerpunkte aus Sicht der Patientinnen-orientierten Forschung befassen sich mit der Evaluierung von neuen Therapieoptionen und mit Forschungsprojekten zur Optimierung der Diagnosestellung, von Therapien und Operationsprozessen und zur Verbesserung des Qualitätsmanagements und der Kosten-Nutzen-Effektivität von Eingriffen und Behandlungen: dies, damit jeder Patientin diejenige Therapie und Behandlung angeboten werden kann, wovon sie am meisten profitiert und welche eine ausgewogene Kosten-Nutzenbilanz aufweist. Diese Forschung geschieht innerhalb retro- und prospektiver klinischer Multizenter-Studien, das heisst in Zusammenarbeit mit lokalen, nationalen und internationalen Forschungsinstitutionen und Spitälern.

Einer unserer Schwerpunkte ist die Erforschung der molekularen Ursache(n) dieser Erkrankung. Obwohl mittlerweile anerkannt, dass dies eine heterogene Erkrankung ist, werden Patientinnen üblicherweise mit «den Standardtherapien» behandelt. Die Identifizierung der molekularen Ursachen (Signaturen) dieser Heterogenität wird uns helfen, künftig für jede Patientin oder Gruppen von Patientinnen die optimalste, d.h. für sie «massgeschneiderte» Therapie oder Behandlung. Dazu gehört es auch, neue und vor allem zuverlässigere Methoden und Indikatoren, z.B. sogenannte Tumor- oder Biomarker, zur Früherkennung dieser Erkrankung zu finden. Für diese Forschung profitieren wir von unseren extensiven Biobanken mit Blut- und Gewebeproben von nationalen und internationalen Kohorten.

Einer unserer Schwerpunkte ist die Glykobiologie, d.h. wir erforschen mithilfe unserer eigens dazu entwickelten Array-Plattformen zuerst in Zelllinienmodellen und danach in Kleintiermodellen die Rolle und Funktion von Glykanen (Zuckermolekülen) u.a. in der Entstehung und dem Fortschreiten des Ovarialkarzinoms und deren Funktionen bei der Immunantwort. Diese Glykane kommen in diversen strukturellen Varianten auf praktisch allen Proteinen und Lipiden in allen Zellen vor und üben für die Zellen essenzielle biologische Funktionen aus. Interessanterweise kommen gewisse Glykanstrukturen nur in Karzinomzellen vor, was darauf hindeutet, dass diese eine karzinom-spezifische Funktion haben. Einiges deutet auch darauf hin, dass sich die Konzentration von Antikörpern gegen gewisse Glykanstrukturen, sogenannte Antiglykan-Antikörper, im Blutserum von Patientinnen und gesunden Frauen unterscheidet: was bedeuten könnte, dass gewisse Glykane Tumor- oder Biomarkereigenschaften haben und sogar als Zielmoleküle für beispielsweise Immuntherapien dienen könnten. Solche Antiglykan-Antikörper befinden sich auch in der Brustmilch von stillenden Müttern und im Urin: welche biologische Funktion diese Antikörper haben, ist weitgehend unbekannt und ist ebenfalls Gegenstand unserer Forschung.

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