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Genetische Beratung

Die genetische Beratung ist eine Spezialsprechstunde, welche der Früherkennung und Prophylaxe von Brustkrebs oder Eierstockkrebs dient. Dies kann vor allem dann hilfreich sein, wenn nahe Verwandte von Ihnen bereits an einer dieser Krebsformen erkrankt sind. Im Folgenden erhalten Sie Informationen zu häufig gestellten Fragen:

Was bedeutet Gentestung?

Die Gene eines Menschen sind als eine Art „Kochbuch“ für unseren Körper zu verstehen. Sie vermitteln unseren Zellen die Information darüber, wie verschiedene Eiweisse gebaut werden und bestimmen somit, wie unser Körper aussehen und funktionieren sollte. Manchmal haben die Gene aber Mutationen, was dazu führt, dass die Herstellung der Eiweisse sich ändert. Diese Mutationen oder Fehler können dazu führen, dass jemand ein besonders hohes Risiko für eine Krankheit hat. Die genetische Testung ist eine Untersuchungsmethode, mit welcher man herausfinden kann, ob jemand ein bestimmtes Risikogen trägt.

Welche Gene beeinflussen das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs?

Es gibt zwei Gene, die das persönliche Risiko für Brust- oder Eierstockkrebs besonders beeinflussen. Diese Gene sind BRCA1 und BRCA2, auch „Breast Cancer“ Gen 1 und 2 genannt. Frauen, bei denen beide dieser Gene verändert sind, haben ein besonders hohes Risiko für Brust- oder Eierstockkrebs. Auch Männer mit einer solchen Mutationen haben ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Neben Brust- und Eierstockkrebs können bei Personen mit diesen Genmutationen auch Prostata- und Bauchspeicheldrüsenkrebs auftreten.

Für wen empfiehlt sich die Gentestung?

Gene werden von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Deshalb empfiehlt sich die Gentestung vor allem für Frauen, deren nahe Verwandte an Brust- , Eierstock-, Prostata- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sind, um herauszufinden, ob sie abnorme Formen der „Breast Cancer“ Gene haben. Insbesondere kann die Gentestung Sinn machen, wenn zwei oder mehr nahe Verwandte Brust- oder Eierstockkrebs haben, speziell wenn eine Angehörige sowohl Brust- als auch Eierstockkrebs aufweist, oder diese Krebsformen in mehr als einer Generation der Familie vorkommen.
Eine auffällige Häufung von Tumoren in der Familie bedeutet jedoch nicht immer, dass abnorme Gene die Ursache der Erkrankungen sind.

Was sollte vor einer Gentestung getan werden?

Lassen Sie sich vor einer Gentestung unbedingt professionell beraten. In einer solchen Beratung erfahren Sie, was die Resultate für Sie und Ihre Familie bedeuten können. Sie werden von uns auch einfühlsam im Umgang mit den möglicherweise auftretenden Gefühlen unterstützt.

Was bedeutet ein positiver Test?

Nicht jede Person, die eine Genmutation besitzt, muss auch an einer Krebserkrankung erkranken. Zu wissen, dass man eine Genmutation trägt kann zwar aufschrecken aber auch Gewissheit und Sicherheit geben. Insbesondere gibt es Möglichkeiten, das Risiko einer Krebserkrankung durch vorbeugende Massnahmen deutlich zu senken. 

Wie kann das Risiko, Krebs zu bekommen, gesenkt werden?

Regelmässige Spezial-Screening-Untersuchungen und gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen helfen, einen entstandenen Krebs früh zu erkennen und somit einfacher behandeln zu können. Zusätzlich kann die Einnahme von bestimmten Medikamenten über eine definierte Zeit als Schutz vor einer Erkrankung dienen. Prophylaktisch können auch Operationen wie die Entfernung beider Eierstöcke und Eileiter sowie eventuell der Brüste in Frage kommen. Die Auswahl der Massnahmen ist Alters- und Situations-bedingt und wir beraten Sie gerne einfühlsam in diesen Möglichkeiten.

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