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Symptome und Diagnosen

Prinzipiell unterscheiden wir zwischen Tumoren, welche aus dem Hirngewebe selbst hervorgehen (hirneigene Tumoren) und Tumoren von Anhangsgebilden des Gehirns, wie z.B. der Hirnhaut, sowie Absiedlungen anderer Tumoren (Metastasen) im Gehirn. Diese Unterscheidung ist wichtig, da sich hieraus fundamentale Unterschiede in den Behandlungsmöglichkeiten und den individuellen Prognosen ergeben.

Höhergradiges Gliom

Diese Art von hirneigenen Tumoren zeichnet sich durch rasches und zerstörendes Wachstum im Gehirn aus. Betroffene befinden sich meist in mittlerem bis höherem Lebensalter. Symptome sind oft der akute Ausfall von Hirnfunktionen, z.B. der Sprache oder der Motorik.

Niedriggradiges Gliom

Dieser hirneigene Tumor zeichnet sich durch ein langsames Wachstum, meist über Jahre hinweg, aus. Hierdurch kann eine Verlagerung von Hirnfunktionen in andere Hirnareale stattfinden («Plastizität» des Gehirns). Betroffen sind häufig Patienten in jüngerem bis mittlerem Erwachsenenalter, das Erstsymptom sind häufig epileptische Anfälle.

Meningeom

Diese Tumoren gehen von der harten Hirnhaut aus, sind meistens langsam wachsend und infiltrieren das Gehirn nicht. Hierdurch sind sie oft operativ komplett entfernbar. Betroffen sind zumeist Patienten in mittlerem bis höherem Lebensalter, gelegentlich handelt es sich um einen Zufallsbefund im Rahmen der Abklärung anderer Erkrankungen. Das Spektrum der Symptome ist vielgestaltig und beinhaltet neurologische Ausfallserscheinungen, epileptische Anfälle und Persönlichkeitsveränderungen.

Metastasen

Tumore anderer Organe können auch Tochtergeschwülste im Gehirn ansiedeln. Hirnmetastasen können einzeln, also singulär, oder an mehreren Orten im Gehirn, das heisst multipel, auftreten.  Diese Unterteilung ist wichtig für die Entscheidung, welche Therapiemodalitäten erfolgversprechend sind und in Frage kommen.

Tumoren der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse)

Diese Tumoren werden oft längerfristig mit einer Verschlechterung des Seh-Vermögens und/oder hormonellen Störungen auffällig, indem sie zum Beispiel Veränderungen der Körperproportionen oder Milchfluss bei nicht stillenden Frauen verursachen können.  Akute Probleme können beispielsweise durch eine Einblutung innerhalb des Tumors auftreten, welche einen raschen Sehverlust verursachen kann. 

Tumoren der Schädelbasis bzw. des Kleinhirnbrückenwinkels

Oft handelt es sich dabei um sogenannte Vestibularisschwannome, also gutartige Tumore, die von den Gleichgewichtsnerven ausgehen und in die Schädelbasis wachsen. Symptome sind oft eine einseitige Hörminderung bis hin zum Hörverlust, ein Ohrgeräusch (Tinnitus) durch die anatomische Nähe zum Hörnerven, und/oder Gleichgewichtsstörungen und Schwindel.

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