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Erster Preis für Studie zur Medikamententreue nach Stammzelltransplantation

Mit dem Thema der Therapietreue, der sogenannten Medikamentenadhärenz, beschäftige sich Barbara Gresch, eine Masterabsolventin in Pflegewissenschaft an der Universität Basel. Sie gewann am Kongress der Nurses Group der European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) den ersten Preis in der Kategorie «Best Oral Abstract Presentation». Das Team der Hämatologie Basel gratuliert herzlich.

Patientinnen und Patienten sehen sich nach einer allogenen Stammzelltransplantation, also einer Fremdspende, mit gewissen Aufgaben konfrontiert: Nach der Transplantation ist es wichtig, alle Bestandteile des Therapieplans einzuhalten und die notwendigen Medikamente (Immunsuppressiva) richtig einzunehmen.

In ihrer Masterarbeit untersuchte Barbara Gresch, wie genau Patienten in der Zeit nach einer Stammzelltransplantation die ihnen verschriebenen Medikamente einnehmen, mit welchen Faktoren die Therapietreue in Verbindung gesetzt werden kann und ob ein Zusammenhang zum Auftreten mit der chronischen Graft-versus-Host Disease (cGVHD), einer häufigen Nebenwirkung der allogenen Stammzelltransplantation, besteht. Ihre Studie ist Teil der multizentrischen PROVIVO Studie, welche unter der Leitung der PhD Studentin Monika Kirsch in den Universitätsspitälern Basel und Zürich durchgeführt wurde. Insgesamt 99 Patienten (≥ 1 Jahr nach allogener Stammzelltransplantation) hat sie mit dem BAASIS©-Fragebogen zu ihrer Therapietreue innerhalb der letzten 30 Tage befragt.

Die Studie hat ergeben, dass ein Drittel der Patientinnen und Patienten ihre Immunsuppressiva mindestens einmal in den letzten vier Wochen nicht einnnahmen und 61.2% sich nicht an die Empfehlung hielten, nicht mehr als 2 Stunden von der empfohlenen Einnahmezeit abzuweichen. Drei Patienten hatten ihre Immunsuppressiva eigenständig frühzeitig abgesetzt. Des Weiteren zeigte die Untersuchung einen Zusammenhang zwischen den Abweichungen von der empfohlenen Medikamenteneinnahme und dem Vorkommen stärker ausgeprägter cGVHD.

Umso mehr unterstreichen die Ergebnisse der Studie die Wichtigkeit, Patienten in ihrem Medikamentenmanagement zu unterstützen.

Studienname: Medikamenten-Nicht-Adhärenz mit Immunsuppressivaeinnahme von Patienten im Langzeitverlauf nach allogener Stammzelltransplantation ist mit chronischer Graft-versus-host Disease assoziert (PROVIVOmed): Eine multizentrische Querschnittsstudie

Autoren: Barbara Gresch, Universität Basel, Institut für Pflegewissenschaft ; Monika Kirsch, Universitätsspital Basel, Klinik für Hämatologie, Universität Basel, Institut für Pflegewissenschaft ; Katharina Fierz, Universität Basel, Institut für Pflegewissenschaft; Jörg Halter, Universitätsspital Basel, Klinik für Hämatologie, Gayathri Nair, UniversitätsSpital Zürich, Klinik Hämatologie, Sabina De Geest, Universität Basel, Institut für Pflegewissenschaft

Leben nach Stammzelltransplantion: Patienteninformationstag 2013

Körperliche Aktivität nach Stammzelltransplantation: Must have or nice to have?! Noch eine Pille mehr, warum muss das sein? Solche und andere Fragen beantworteten die Redner und Rednerinnen am Patiententag der Klinik Hämatologie des Universitätsspital Basel.

Am 22. Juni 2013 fand der diesjährige Patiententag für allogen & autolog transplantierte Patienten und deren Angehörige statt. Der Tag wurde gestaltet zum Thema „Sich etwas Gutes tun“. Über 150 Patienten und Angehörige besuchten die Vorträge und Workshops rund um das körperliche und seelische Wohlergehen nach einer Stammzelltransplantation und hatten auch in der ausgedehnten Mittagspause Zeit für Austausch mit anderen Betroffenen und Mitgliedern des Behandlungsteams.

 

Die Vorträge des Patiententages 2013

Eine Million Stammzelltransplantationen weltweit


Gemäss dem Worldwide Network for Blood and Marrow Transplantation (WBMT) wurde Ende 2012 die ein millionste Stammzelltransplantation durchgeführt. Dieses Verfahren, welches auch am Universitätsspital Basel seit 1973 durchgeführt wird, stellt für viele Patienten mit Blutkrebserkrankungen wie Leukämie und Lymphomen eine bewährte und wichtige Therapie dar. Jährlich wird dieses Verfahren rund 50'000 mal eingesetzt.

Die erste Blutstammzelltransplantation unter Laborbedingungen wurde 1957 von Dr. E. Donnall Thomas vorgenommen, der 1990 für seine Pionierarbeit beim Einsatz innovativer Methoden der Leukämiebehandlung sowie der Behandlung anderer lebensgefährlicher Krankheiten den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Die erste erfolgreiche Knochenmarktransplantation erfolgte 1968 in Minneapolis zur Behandlung eines Immundefektsyndroms. Am Universitätsspital Basel, damals noch Bürgerspital, wurde die erste Stammzelltransplantation der Schweiz 1973 unter der Leitung des Schweizer Hämatologen Professor Bruno Speck durchgeführt. Diesen Vorsprung hat das Universitätsspital in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich ausgebaut und ist auch heute noch das grösste Stammzelltransplantationszentrum der Schweiz.

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