Inhalt - Knorpelregeneration

Knorpelregeneration

Aktuelle Studie Nose to Knee II

Prof. Dr. Ivan Martin, Forschungsgruppenleiter Tissue Engineering, Experte auf dem Gebiet der Gewebezüchtung und Knorpelbiologie

Prof Dr. Marcel Jakob, Chefarzt Orthopädie und Traumatologie, Studienleiter mit langjähriger klinischer Erfahrung in regenerativer Chirurgie

Dr. Marcus Mumme, Oberarzt Knieteam, Spezialist für regenerative Kniechirurgie und Koordinator der Knorpelstudien

Dr. Christian Egloff, Leiter Knieteam, Spezialist für Arthrose und rekonstruktive Chirurgie/Endoprothetik

In einer einzigartigen innovativen Studie untersucht die Orthopädie/Traumatologie des Unispitals Basel unter Leitung von Prof. Dr. Marcel Jakob, die klinische Wirksamkeit von aus autologen Nasenknorpelzellen gezüchteten Knorpeltransplantaten für die Reparatur von Knorpeldefekten im Kniegelenk. Die Studie wird in enger Zusammenarbeit mit Prof. Ivan Martin durchgeführt, dem Leiter des Labors für Tissue Engineering (Gewebezüchtung), das sich mit der Züchtung von Knorpel und Knochengewebe aus körpereigenen Zellen beschäftigt. Diese enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Forschern ermöglicht es dem Unispital Basel den Patienten neuartige, innovative Therapien anzubieten und somit zu den führenden Zentren in Europa auf dem Gebiet der Knorpelregeneration zu gehören. 

Innovation der Studie

Knorpelverletzungen im Gelenk können zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen und sind bekannt dafür, dass sie die Wahrscheinlichkeit verdoppeln im Alter an degenerativen Gelenkerkrankungen wie Arthrose zu leiden. Allerdings heilt Knorpelgewebe nur schlecht von selbst, da es nicht durchblutet wird, so dass eine Behandlung notwendig ist.

Behandlungen zur Knorpelreparatur haben das Potential nicht nur Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität für jüngere Patienten zu erhöhen, sondern auch die Notwendigkeit für einen Gelenkersatz in älteren Patienten heraus zu zögern oder zu eliminieren.

Allerdings führen die derzeitigen Behandlungsmethoden, vor allem bei älteren Patienten oder komplexeren Verletzungen häufiger nicht zu zufriedenstellenden Resultaten. In dieser einzigartigen klinischen Studie wollen wir zwei Innovationen einführen:

  1. Die Verwendung von autologen Nasenknorpelzellen: Es konnte bereits gezeigt werden, dass diese bessere und reproduzierbarere Eigenschaften haben als die üblicherweise verwendeten Gelenkknorpelzellen in Bezug auf Wachstum und die Fähigkeit Knorpel zu bilden. Zudem hängen diese Eigenschaften weniger vom Alter des Patienten ab.
  2. die Implantation eines reifen Gewebes (mit knorpelspezifischen Proteinen) anstatt eines unreifen Gewebes (wenig bis keine knorpelspezifischen Proteine).

Was wollen wir erforschen?

Nachdem in einer ersten Studie bereits die Sicherheit und Machbarkeit dieser Methode gezeigt werden konnte, ist das Ziel dieser Studie der Vergleich der klinischen Wirksamkeit eines reifen Gewebes (N-TEC) mit der eines unreifen Gewebes (N-CAM) für die Behandlung von isolierten Knorpeldefekten im Knie. Dazu werden die Patienten nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt, von denen die eine das reife Gewebe und die andere das unreife Gewebe erhält. Nach 6 Wochen, 3, 12 und 24 Monaten werden dann medizinische Kontrollen durchgeführt, die teilweise zusätzlich ein MRT (3, 12 und 24 Monate) und/oder Fragebögen zur Selbsteinschätzung des Gesundheitsstatus enthalten (12 und 24 Monate). Fragen, die durch diese Studie beantwortet werden sollen sind:

  • Kann ein vorgereiftes Gewebe die klinische Wirksamkeit erhöhen (Fragebogen zur Selbsteinschätzung des Patienten)?
  • Integriert sich ein vorgereiftes Gewebe genauso gut in das umliegende Gewebe?
  • Ist die Qualität des Reparaturgewebes besser als bei herkömmlichen Techniken?
  • Gib es eventuell eine bevorzugte Behandlung (reifes oder unreifes Gewebe) in Bezug auf den Symptombeginn (akute gegenüber chronischen Knorpeldefekten)?

Die Beantwortung dieser Fragen erfordert den Einschluss von insgesamt 108 Patienten in einer multizentrischen, prospektiven Studie mit 5 Zentren. Dafür rekrutieren wir Patienten zwischen 18 und 65 Jahren, die ein oder zwei symptomatische Knorpeldefekte mit einer Gesamtgrösse zwischen 2 und 8 cm2 (Einschätzung nach MRI) haben. Degenerative Erkrankungen wie z.B. Arthrose, Meniskusersatz oder Operationen des erkrankten Knies innerhalb der letzten 12 Monate sind Ausschlusskriterien.

Bei Interesse an der Studie wenden Sie sich bitte an: Marcus.Mumme@anti-clutterusb.ch

Fusszeile