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Knochentumor-Referenzzentrum

Primäre Knochentumoren und odontogene Tumoren, die sich von den zahnbildenden Geweben ableiten, sind selten. Die bösartigen Formen machen nur ca. 0,5% aller malignen Tumoren aus (ca. 60 Fälle/Jahr in der Schweiz). Während früher die meisten Patienten an diesen Erkrankungen verstarben, sind heute gerade bei den bösartigsten, im Kindesalter auftretenden Formen wie Ewing Sarkom und Osteosarkom 5-Jahres Überlebensraten von bis zu 70% möglich. Voraussetzung ist jedoch eine exakte histologische Diagnose. Da diese Diagnosen auch in Hinblick auf ihre Seltenheit oft schwierig zu stellen sind, werden Referenzzentren benötigt. Mit etwa 700 Fällen jährlich aus dem In- und Ausland ist Basel das schweizerische Referenzzentrum für Knochen- und Kiefertumoren.

1972 wurde das Knochentumor-Referenzzentrum auf Initiative von Prof. Dr. H.U. Zollinger, ehem. Vorsteher des Instituts für Pathologie, gegründet und zwischenzeitlich bis 1993 von Prof. Dr. W. Remagen und bis Juni 2014 von Prof. Dr. G. Jundt geleitet. Seit Juli 2014 führt PD Dr. med. Daniel Baumhoer das KTRZ. Durch die Zusammenarbeit mit dem KTRZ konnte in Basel die Knochentumorbehandlung im Universitäts-Kinderspital beider Basel und der Orthopädischen Universitätsklinik ausgebaut sowie die Bildung eines Zentrums zur Behandlung von Kiefer- und Gesichtstumoren (Abteilung Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsspital) als Schwerpunkt entscheidend gefördert werden. Mittlerweile haben diese Kliniken ihr Einzugsgebiet weit über Basel hinaus erweitern können und behandeln z.B. Patienten aus dem Tessin, dem Wallis, der Innerschweiz und dem benachbarten Ausland (Deutschland, Italien). Aus dieser interdisziplinären Zusammenarbeit (Universitätsspital-USB und Universitäts-Kinderspital beider Basel, UKBB ) entstand das national und international anerkannte Knochen-und Weichteiltumorzentrum der Universität Basel. Das KTRZ beherbergt ausserdem das Referenzzentrum des Deutsch-Österreichisch-Schweizerischen Arbeitskreises für Tumoren im Kiefer- und Gesichtsbereich.

Die Aufgaben des Referenzzentrums, das von einer Stiftung unterstützt wird, bestehen in der Erstellung von Primärdiagnosen oder konsiliarischen Zweitmeinungen. Die Bedeutung dieser Aufgabe wird durch folgende Aufstellung illustriert: von 8464 ausgewerteten Fällen, die an das Knochentumor-Referenzzentrum zur Zweitbegutachtung geschickt wurden, wurde die Diagnose in 3'440 Fällen geändert, davon 386-mal von gutartig in bösartig und 350-mal von bösartig in gutartig.

Die langfristige Dokumentation der Fälle unter Einschluss klinischer Angaben zur Symptomatik und Anamnese, zum Verlauf, zur durchgeführten Therapie sowie zur radiologischen Befundkonstellation ist eine zentrale Aufgabe des KTRZ. Sie ist die Grundlage für eine adäquate Diagnostik, von Fortbildungsveranstaltungen für Pathologen, Radiologen, Orthopäden und Kieferchirurgen, sowie die Basis zahlreicher Publikationen und Bücher.

Die wissenschaftlichen Aktivitäten des KTRZ sind auf die Verbesserung der Charakterisierung und Behandlung von Knochentumoren ausgerichtet und konzentrieren sich vorwiegend auf Osteosarkome. International arbeitet das Referenzzentrum in der Arbeitsgemeinschaft Knochentumoren mit. Es ist ausserdem in die Arbeit internationaler Studien eingebunden (EURAMOS: europäisch-amerikanische Osteosarkomstudie, EURO-B.O.S.S.: europäische Studie von Knochentumoren bei Erwachsenen, EURO-Ewing: europäische Ewing Sarkom-Studie) und hat an den aktuellen WHO-Klassifikationen für Knochen- und Weichteiltumoren sowie für Tumoren aus dem Kopf- und Halsbereich mitgewirkt.

Für Falleinsendungen beachten Sie bitte die nachfolgenden Formulare:
KTRZ Einsendefragebogen
DÖSAK Einsendefragebogen

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