Karriereblog des Universitätsspitals Basel
26. November 2020

«Am schnellsten geht’s manchmal per Emoji.»

Mehmet Ördek, 46, ist Leiter der Spezialreinigung am Unispital. Erfahre jetzt, wie er sein Team während der Pandemie organisiert – und weshalb WhatsApp für ihn und sein Team das beliebteste Kommunikationsmittel ist.

 

Mehmet Ördek ist seit 20 Jahren am Universitätsspital. Hier hat er verschiedene Rollen und Weiterbildungen durchlaufen und ist seit 2015 Leiter der Spezialreinigung. Für sein vielsprachiges Team hat er ganz besondere Austauschmöglichkeiten geschaffen: Wenn es schnell gehen muss, verschickt auch mal jemand ein Emoji im Chat. So ist dafür gesorgt, dass im und rund ums Spital alles den Hygienevorschriften entspricht – auch seit Covid-19.

 

Herr Ördek, was hat sich für Sie geändert seit der Pandemie?

Während der ersten Welle haben wir uns zusätzlich ums Testcenter in der Predigerkirche gekümmert. Mein Team und ich erledigten jeden Tag frühmorgens die Desinfektionsarbeiten, da ab halb acht schon die ersten Testpersonen vor der Türe warteten. Das haben wir bis Mitte Juni jeden Tag gemacht, auch an den Wochenenden. Ich war meistens vor Ort und kontrollierte, dass alles den Vorgaben entsprach. Die ersten zwei Wochen waren schwierig, aber dann spielte sich alles ein und lief gut. Es entstand viel Abfall im Testcenter, den wir beim Entsorgen besonders vorsichtig behandeln mussten. Wir waren oft bis 23 Uhr vor Ort.

Aber auch im Unispital selber gehören viele Desinfektionsarbeiten zu unserem Alltag: So sind zum Beispiel die Liftschalter typische Hotspots, die wir mehrmals täglich reinigen, genauso wie auch die Sitzflächen in den Besucherecken. Das Auffüllen des Steriliums in den vielen Spendern beschäftigt uns momentan stark – da beginnen wir um 6 Uhr morgens und füllen im Zweistundentakt nach. Generell haben wir jetzt wieder viel mehr zu tun, oft arbeiten wir zehn statt acht Stunden am Tag.

 

Gibt es weitere gezielte Desinfektionsmassnahmen betreffend Coronavirus?

Das Universitätsspital Basel besitzt seit zwei Jahren zwei mobile Desinfektionsgeräte mit Ultraviolettstrahlung. Wir waren das erste Schweizer Spital, das diese modernen UVC-Geräte anschaffte. Sie kommen bei multiresistenten Keimen zum Einsatz und aktuell bei Räumen, in denen sich Covid-19-Patienten oder -Patientinnen aufhielten. Der geschlossene Raum wird mit dem UV-Licht bestrahlt und so das Coronavirus abgetötet – zumindest zu 98 Prozent. Meine Mitarbeitenden und ich sind darin geschult, wie die UVC-Reinigung auszuführen ist. Natürlich tragen wir Schutzkleidung und -brille, damit wir vor der Strahlung sicher sind.

Was bedeutet eigentlich «Spezialreinigung»?

«Spezialreinigung» umfasst im Gegensatz zur Grundreinigung alles, das spezielle Geräte, Reinigungsmittel oder spezifisches Fachwissen erfordert. Dazu gehört zum Beispiel die Bodenreinigung mit den grossen Aufsitzgeräten. Diese erledigen wir immer morgens, bevor die Gänge voll mit Leuten sind. Aber auch Arbeiten wie Versiegelung spezieller Böden, Hochdruck- oder Fensterreinigung gehören zum Alltag. Wir kümmern uns auch um die Gehwege im Garten und machen dort den Winterdienst. Ausserdem sind wir für Revision und Schlussreinigung der Operationssäle verantwortlich, die genau nach Vorschrift innerhalb eines bestimmten Zeitfensters erfolgen müssen. Und dann gibt es Notfälle wie zum Beispiel einen Wasserschaden – da müssen wir schnell reagieren, um grössere Schäden zu vermeiden.



Was gefällt Ihnen am besten bei Ihrer Arbeit?

Ich schätze sehr, dass ich viel im Spital unterwegs sein kann: Ich lege so viele Kilometer auf den Gängen zurück, dass ich mir fast jeden Monat neue Schuhe kaufen muss! Nach 20 Jahren am selben Arbeitsplatz beruht vieles auf Erfahrung. Ich kenne jeden Raum, jede Ecke im Spital. Und ich kenne auch sehr viele Mitarbeitende, viele davon mit Namen, quer durch alle Bereiche und Berufsgruppen. Ich mag es, mit den Menschen hier in Kontakt zu stehen.


Aber auch die Planung gefällt mir: Am Dienstagmittag reserviere ich mir immer zwei Stunden, während denen ich nur für Notfälle gestört werden darf. Dann erstell ich den Wochenplan für meine Teams. Organisieren ist meine Stärke – ich kann sehr gut einschätzen, was wieviel Zeit braucht, und meine Mitarbeitenden halten sich daran.

 

Wie sieht Ihr Team aus?

Meine 17 Teammitglieder haben Wurzeln in den verschiedensten Nationen. Natürlich gibt es da sprachliche Barrieren, und falls es mal gar nicht klappt, übersetzt jemand, der die betreffende Sprache kann. Ein Mitarbeitender ist gehörlos – seine Muttersprache ist Polnisch, und das ist manchmal nicht einfach. Aber irgendwie kriegen wir es immer hin. Vieles machen wir auch schriftlich. Ich habe einen WhatsApp-Chat ins Leben gerufen, mit dem wir im Team kommunizieren, um sprachliche Barrieren zu überwinden. Manchmal reicht dann ein Foto oder ein Emoji und alle wissen, was zu tun ist.

Als Berufsbildner begleite ich momentan einen Lernenden im 3. Lehrjahr zum Gebäudereiniger EFZ. Mein erster Lernender schloss vor drei Jahren ab, bei der praktischen Prüfung war er der Beste der ganzen Schweiz! Das hat mich sehr gefreut. Grundsätzlich haben wir eine sehr geringe Fluktuation im Team, ich habe vor fünf Jahren zum letzten Mal jemanden eingestellt. Das ist ein Zeichen der Wertschätzung für mich und die Abteilung, vor allem aber auch fürs Universitätsspital Basel als toller Arbeitgeber.

 

Was treibt Sie an?

Ich mag meine Arbeit sehr, auch meine Führungsposition, da ich sehr gerne organisiere und mit Menschen arbeite. Ich bin in der Türkei aufgewachsen und kam vor 28 Jahren in die Schweiz. Nach ein paar Jahren in einem anderen Aufgabengebiet habe ich angefangen, hier am Unispital zu arbeiten – und merkte schnell, dass ich hier meine beruflichen Ziele verwirklichen konnte. Ich finde es grossartig, dass hier alle eine Chance kriegen, egal, wie alt sie sind, welche Sprache sie sprechen oder woher sie kommen. Das habe ich ja am eigenen Leib erfahren, deshalb ist es mir heute auch besonders wichtig, Mitarbeitende zu unterstützen und ihnen einen tollen Job zu ermöglichen.

 

Fasziniert dich Mehmet Ördeks vielfältiger Alltag?

Dann mach dich jetzt schlau über eine Ausbildung zum Gebäudereiniger EFZ am Universitätsspital!

 

Weitere Themen

5 Fragen an...

5 Fragen an... Claudia Cierpka aus der Betriebsergonomie

In unserer Rubrik «5 Fragen an…» stellen wir in regelmässigen Abständen USB-Mitarbeitende aus den unterschiedlichsten Bereichen und Berufsgruppen vor. Den Beginn macht Claudia Cierpka, welche vor 11...

 
100 Tage als...

100 Tage als FaGe-Lernende

Lotta Geisenhainer hat im August am Universitätsspital Basel ihre Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit begonnen. Wir wollten von ihr nach den ersten 100 Tagen wissen, was sie bereits erlebt hat und wie...

 

Unsere Weihnachtsspendenaktion 2019: Calcutta-Project

Jedes Jahr in der Adventszeit sammelt das Universitätsspital Basel für ein Hilfsprojekt, bei welchem Mitarbeitende mitwirken. Dieses Jahr sammeln wir für das Projekt von Anika Züchner, die sich für...

 

Results 1 to 3 of 3