Karriereblog des Universitätsspitals Basel
11. October 2021

Innovation bedeutet Nutzen – für Patienten, Patientinnen und Mitarbeitende

Tablet statt Papier, VR-Brille statt zweidimensionaler Bilder und Wearables statt Verkabelung: Das Unispital Basel ist schon mittendrin in der digitalen Zukunft.

 

Manche der Innovationen, die am Unispital Basel gerade stattfinden, klingen ein bisschen nach Science Fiction: So wird gerade an einer VR-Brille gearbeitet, die einen an schöne Plätze in Basel versetzt, sowie an einem Armband, das dem Spital mitteilt, wenn es einer Person nicht gut geht. Wichtiger Treiber hinter all diesen Erfindungen ist die Abteilung Innovation Management, die mit ihrem «Future Friday»-Wettbewerb Mitarbeitende bei ihren Ideen unterstützt und fördert. Aber auch die übergreifende Digitalisierungsstrategie, bei der vor allem der Bereich Digitalisierung & ICT den Lead hat, sorgt für spannende Neuerungen für Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten: Das fängt bei der Umstellung des spitalinternen Dokumentationsprozesses an und geht hin bis zu nützlichen Tools für die breite Öffentlichkeit – wie zum Beispiel der neuen Patienten-App des Universitätsspitals Basel. Bei all diesen Neuerung steht dieselbe Mission im Zentrum: Innovation soll immer Nutzen bringen – sei es für Patientinnen oder Mitarbeitende.

Beim Thema Digitalisierung ist es wichtig, zwischen Grundlagenprojekten und Innovationen zu unterscheiden: Zu Ersteren gehört aktuell die Digitalisierung des Klinik-Informationssystems (KIS) inklusive der ganzen spitalinternen Dokumentation, die neu nicht mehr papierbasiert ist, sondern elektronisch geführt wird. Zentraler Bestandteil davon sind auch die Patientenakten. Die Umstellung des stationären Betriebs ist bereits abgeschlossen, der ambulante Bereich folgt. Diese Transformation gehört mit zu den umfangreichsten Projekten innerhalb der Umstellung am USB – dabei geht es immer darum, neue Standards optimal umzusetzen.

Ebenfalls ein «Pflichtprogramm» ist die Anpassung der ganzen internen Kommunikationstools: So lösen neue, smarte Geräte die analogen Telefone in allen Abteilungen nach und nach ab. «Das ist aber noch lange keine Innovation», erklärt Marc Strasser, Leiter Bereich Digitalisierung & ICT. «Wir wollen nicht einfach analoge Prozesse neu digital oder elektronisch zur Verfügung stellen – es muss immer ein Mehrwert entstehen. Nur wenn etwas optimiert, automatisiert oder mit etwas komplett Neuem ausgestattet wird, sprechen wir von Innovation.»

 

Viel Neues im «Innovation Lab»

Wenn man von Innovation am Universitätsspital Basel spricht, kommt man um die Abteilung Innovation Management nicht herum: Unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Eckstein findet hier mehrmals jährlich der Ideenwettbewerb «Future Friday» statt, bei dem Mitarbeitende ihre innovativen Ideen aus dem digitalen Bereich vorstellen und die besten davon gefördert werden. Auch das «Innovation Lab», das ein komplettes Patientenzimmer simuliert, ist hier angesiedelt. «Die Idee dahinter war, dass es am Spital so viele Leute mit fantastischen Ideen gibt, aber keinen Raum dafür – “Raum” im örtlichen wie im zeitlichen Sinn», erklärt Prof. Eckstein.

Das «Innovation Lab» dient auch dazu, Neues von ausserhalb auszuprobieren – so sind hier regelmässig Delegationen von Tech-Unternehmen zu Gast, um neue Devices aus dem Gesundheitswesen zu demonstrieren. Ihnen wird hier eine Infrastruktur geboten, die sämtliches Ausprobieren zulässt. Und natürlich wird das «Innovation Lab» auch immer wieder von Delegationen aus dem Ausland besucht, die sich beim Thema Digitalisierung und Innovation vom USB inspirieren lassen. «Wir haben da eine sehr effektive Schnittstelle nach aussen geschaffen», bestätigt Prof. Eckstein. «Das USB ist ja kein Unternehmen, das sein Wissen nicht teilen will, im Gegenteil: Wir suchen bewusst den Austausch.»

 

“Future Friday”-Projekte kurz vor Go-live

Im Corona-Testzentrum kommt momentan eine abgespeckte Version des «Smart Self-Check-In Terminals» zum Einsatz – Testende können via Check-in ihr Resultat direkt aufs Handy bestellen. Das Terminal war eine der ersten Gewinnerideen des «Future Friday»: Patientinnen und Patienten checken sich damit im Notfallzentrum mit ihren Gesundheitsdaten und Beschwerden selbst ein. In einer nächsten Testphase werden acht Prototypen davon auf dem Notfall installiert.

Der PIZ-Buzzer, ebenfalls eine «Future-Friday»-Innovation, wurde bereits während der ersten Pandemiewelle eingesetzt und half, Wartebereiche zu entzerren. Diese App dient dazu, dass sich Wartende aufhalten können, wo sie möchten, und bei Bedarf vom Gesundheitspersonal angebuzzert werden. Die Funktion wird jetzt auch in die neue USB-Patienten-App eingebaut, die seit Kurzem erhältlich ist. Die Patienten-App soll für einen niederschwelligeren Austausch zwischen Gesundheitspersonal und Patientinnen sorgen – geplant sind Funktionen wie das Abrufen genereller Informationen über das Spital, aber auch persönliche Bereiche mit Dokumenten, Terminen und Daten.

 

Wearables: Die Zukunft am Handgelenk 

Auch die Wearables gehen in eine ähnliche Richtung: So sollen Patienten und Patientinnen in Zukunft immer ein Armband am Handgelenk tragen, das Vitalparameter permanent monitorisiert. Das führt zu einer viel engmaschigeren Überwachung als mit den herkömmlichen Apparaten. Aktuell läuft am USB eine Studie dazu – spitalintern wird bereits seit mehreren Jahren aktiv am Projekt gearbeitet, bereits gab es Auszeichnungen dafür. «Wir arbeiten innerhalb einer Kooperation mit dem US-amerikanischen Telekommunikationsanbieter Cisco Systems, ein sehr grosser Player in diesem Bereich. Es geht dabei um Schnittstellen zu ihren Produkten, damit sich alles koppeln und übertragen lässt. In etwa zwei bis drei Jahren sind wir bereit», freut sich Jens Eckstein. In einem weiteren Schritt sollen die Wearables dann auch an die Patienten-App gekoppelt werden und für den Aussenbereich funktionieren: So können Patienten vor ihrem Eintritt oder nach dem Austritt ebenfalls überwacht und – falls nötig – unterstützt werden. Mit dieser Innovation wäre das USB internationaler Vorreiter: Die Kombination der Innen-Aussen-Monitorisierung mit demselben Armband gälte als Weltpremiere.

 

Virtual Reality der neusten Generation 

Das erste spitalweite Virtual-Reality-Projekt am Universitätsspital Basel war die Einführung einer Technik, mit der Chirurginnen und Chirurgen in einer VR-Umgebung aufbereitete Computertomografie-Daten ihrer Patienten anschauen können – so zum Beispiel die Wirbelsäule in dreidimensionaler Darstellung. Entwickelt wurde die Software vom Departement of Biomedical Engineering an der Uni Basel. Dank einer sehr agilen Zusammenarbeit von IT, Innovation Management und der Finanzabteilung wurde diese Innovation innert Rekordzeit am Spital implementiert und wird heute vor allem in der Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie genutzt.

Aber auch die aktuelle «Future Friday»-Gewinnerin hat sich mit VR-Technologie beschäftigt, wenn auch mit einem ganz anderen Approach: Mit 3-D-Kameras wurden kurze Filme an bekannten Orten in Basel aufgenommen, unter anderem am Rhein oder im Münster. Diese können von Patientinnen, die zum Beispiel Schmerzen haben oder sehr unruhig sind, mittels VR-Brille angeschaut werden und ermöglichen es ihnen, sich für eine halbe Stunde mental in eine völlig andere Umgebung zu begeben. «Wichtig ist einfach, dass alles immer mehrwertorientiert ist: Unsere Chirurginnen und Chirurgen, die mit der VR-Umgebung arbeiten, sind jetzt nicht schneller – sie sind aber effektiver vorbereitet und arbeiten so qualitativ noch besser im OP. Damit ist unser Ziel erreicht: Moderne Technik, die eine Verbesserung für die Patienten bedeutet.»

Das Spital der Zukunft

Natürlich ist die Zukunft des Gesundheitswesens digital – einiges wird aber auch trotz Künstlicher Intelligenz, immer noch smarteren Tools und optimierten Prozessen genau so bleiben, wie es ist: «Ich rechne ganz fest damit, dass sich gewisse Dinge im Spital der Zukunft NICHT ändern werden – nämlich, dass kranke Menschen nach wie vor zu uns kommen, bestens versorgt werden und alles dafür getan wird, dass sie wieder gesund oder andernfalls auf ihrem Weg begleitet werden», so Jens Eckstein. Ein grosses Thema im Spitalwesen ist die Telemedizin, also die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu Hause – hier stellt sich das USB gerade von der Ausbildung bis zu den Services dafür auf.

Die Technologie wird weiterhin an Bedeutung gewinnen und die ICT wandelt sich vom reinen Dienstleister immer mehr zum zentralen Partner im Spital. «Der Patient wird immer im Zentrum stehen – das Spital muss sich als Gesundheitspartner weiterentwickeln, und das nicht nur, wenn jemand stationär eintritt. Wir wollen die Leute begleiten und so gemeinsam mit den Zuweisenden, Vor- und Nachbehandelnden, der Spitex, Reha und weiteren Partnerinnen einen optimalen Service anbieten können – das alles hochautomatisiert und -technisiert, mit den gängigen und zukünftigen Technologien», ergänzt Marc Strasser. Man darf gespannt sein, wie es aussehen wird, das Universitätsspital Basel der Zukunft.

 

Erfahren Sie noch mehr über die Innovation am USB unter: https://innovation.usb.ch/

 

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