Karriereblog des Universitätsspitals Basel
08. September 2021

«Ohne SpatzMobil wäre meine Arbeit nicht möglich.»

Gerade für Alleinerziehende ist die Kinderbetreuung während Spät- und Nachtdiensten oft schwierig – zum Glück gibt’s SpatzMobil, findet Dr. Franziska Merz.

 
Gerade für Alleinerziehende ist die Kinderbetreuung während Spät- und Nachtdiensten oft schwierig – zum Glück gibt’s den SpatzMobil, findet Dr. Franziska Merz.

Eltern, die am Universitätsspital Basel arbeiten, können mit dem Angebot «SpatzMobil» auch im Notfall oder bei Spät-, Nacht- und Wochenenddiensten auf eine kurzfristige Kinderbetreuung zählen. Die Kinderbetreuer/innen kommen kurzerhand zu ihnen nach Hause und übernehmen die Betreuung der Kinder in der gewohnten Umgebung. Dieses Angebot nutzt auch Dr. Franziska Merz, Assistenzärztin Anästhesie: Sie hat einen sechsjährigen Sohn, und wenn sie abends länger arbeitet oder Nachtschicht hat, kümmert sich oft eine Betreuerin vom SpatzMobil um ihn. So ist sich Franziska Merz sicher, dass ihr Kind jederzeit bestens aufgehoben ist.

«Ich nutze SpatzMobil im Moment vielleicht zwei- bis dreimal im Monat. Bis Anfang Jahr war ich auf der Intensivstation tätig, wo ich sehr viele Nachtdienste hatte – und deshalb auch regelmässig auf Fremdbetreuung für meinen Sohn angewiesen war», erzählt Dr. Franziska Merz. Sie arbeitet seit 2018 als Assistenzärztin im Departement Anästhesiologie, davor war sie ein Jahr am Kantonsspital Baselland in Liestal im Einsatz, nachdem sie bereits nach ihrer Dissertation am USB tätig gewesen war.

 Der Vater ihres Sohnes, ebenfalls Arzt, lebt in London und die letzten Monate waren pandemiebedingt schwierig – die drei haben sich schon länger nicht mehr «im wirklichen Leben» sehen können. Ihr Sohn, sechs Jahre alt, besucht den Kindergarten sowie eine staatlich subventionierte Basler Kita – und wird bei Engpässen an gewissen Morgen, Abenden oder Nächten von einer Betreuerin des SpatzMobils betreut. «Diese Lösung ist für mich sehr wertvoll. Ich schätze vor allem die Spontanität des Angebots – SpatzMobil ist mein Notfallplan, der mich nie im Stich lässt.»

Ein ganz normaler Tagesablauf

Wenn Franziska Merz Tagdienst hat, beginnt sie ihren Arbeitstag um 6.40 Uhr morgens und macht spätestens um 18.15 Uhr Feierabend. Das reicht perfekt, um ihren Sohn morgens in die Kita zu bringen und abends kurz vor Schliessung abzuholen. Dazu kommen Wochenenddienste und etwa vier bis sieben Nachtschichten pro Monat. «Es ist alles eine Frage der Organisation: Ich muss meine Tage genau vorplanen und gerade Nachtschichten sind privat sehr schwierig abzudecken. Auch meine Babysitterinnen haben ja alle noch einen Beruf, die können nicht immer… Und meine Familie wohnt mehrheitlich in Zürich. So greife ich bei Engpässen auf die Notfallbetreuung des SpatzMobils zurück.»

Das gestaltet sich folgendermassen: Wenn Franziska Merz Nachtdienst hat, kommt die Kinderbetreuerin vom SpatzMobil abends zu ihr nach Hause und übernachtet auch da. Je nachdem bringt sie den Sechsjährigen am Morgen in die Kita oder direkt in den Kindergarten. Bei Spätdiensten seiner Mutter wird er von der Betreuerin von der Kita abgeholt und geht mir ihr zu sich nach Hause. Dort spielt spielen sie zusammen, essen gemeinsam Znacht und lesen eine Geschichte vor dem Zubettgehen. Wenn Franziska Merz spätabends nach Hause kommt, beendet auch die Betreuerin ihren Arbeitstag. 

Viel mehr als nur Betreuung

«Falls zum angefragten Termin keine Kinderbetreuerin zur Verfügung steht, verfügt SpatzMobil auch über einen ‹Notnanny-Pool› in Zusammenarbeit mit einer externen Betreuungsfirma. Das Tolle ist, das zu uns seit Anfang an immer dieselbe Person kommt – da wird sehr darauf geachtet, damit beim Kind auch eine gewisse Kontinuität stattfindet», so Franziska Merz. Und das Modell hat Erfolg: «Mein Sohn freut sich jedes Mal, wenn die SpatzMobil-Kinderbetreuerin zu uns kommt. Sie gestaltet die Zeit mit ihm sehr vielseitig und liest ihm Geschichten vor, musiziert mit ihm, im Sommer gehen sie in die Badi oder in den Zolli zusammen und machen Ausflüge. Sie lässt sich immer etwas einfallen, es ist nie einfach nur reines ‹Da-sein›».

Auch die unkomplizierte Kommunikation mit der Betreuerin schätzt Franziska Merz sehr – so tauschen sie sich oft kurz per Handy aus, damit klar ist, was der Sechsjährige darf und was gerade Programm ist. Mittlerweile gehört die SpatzMobil-Mitarbeitende schon fast ein bisschen zur Familie: «Sie ist schon lange nicht mehr einfach unsere Kinderbetreuerin – sie ist eine Freundin von uns geworden, zu der ich auch sonst Kontakt habe.»

Viel Verständnis am Arbeitsplatz

Vor Kurzem hat Dr. Franziska Merz ihr Pensum von 100% auf 80% reduziert. Jetzt verbringt sie jede Woche einen zusätzlichen gemeinsamen Nachmittag mit ihrem Sohn: «Er sagt, er wolle keinesfalls Arzt werden, weil man da viel zu viel arbeite… Jetzt, wo ich reduziert habe, ist es aber viel besser geworden. Ich habe sehr geschätzt, dass ich mein Pensum diskussionslos anpassen konnte – das Unispital hat mir das sofort zugesagt und ich habe jetzt immer fix den Mittwoch frei. Auch unser Dienstplaner macht das richtig toll.»

Allgemein fühlt sich Franziska Merz gut aufgehoben: Ihre Kolleginnen und Kollegen sind sehr flexibel und wann immer möglich bereit, Dienste abzutauschen. Vorgesetzte zeigen ebenfalls Verständnis für ihre Situation und ermöglichen ihr, den Arbeitsplatz falls nötig auch mal kurzfristig zu verlassen. «Die Schere zwischen Familie und Beruf bringt mich manchmal schon ans Limit und sorgt regelmässig für einen hohen Stresshormonlevel», lacht sie. «Aber SpatzMobil erleichtert mir vieles und die Leute dort sind sehr flexibel und zuverlässig – bis jetzt hat’s immer super geklappt.» 

Einfach ein bisschen weniger Stress

 Spitalinterne Kitas sind heutzutage keine Seltenheit mehr, ein Modell wie SpatzMobil ist aber noch die Ausnahme. Am Universitätsspital Basel wird es rege genutzt, hauptsächlich von Eltern mit Babys und Kleinkindern, während der Ferien aber auch von solchen mit Schulkindern. Für Mitarbeitende wie Dr. Franziska Merz, die oft nicht genau wissen, wie lange sie im Einsatz sind, ist das Angebot sehr wertvoll: «Meistens komme ich später als geplant nach Hause, manchmal sogar zwei oder drei Stunden. Meine Betreuerin ist dann hier – sie rechnet damit, dass es später wird. So habe ich keinen Druck, sondern schreibe ihr einfach kurz, dass ich länger brauche, und mache meine Arbeit in Ruhe fertig. Das entlastet mich schon sehr.»

 

Interessiert Sie das Angebot des SpatzMobils? Hier finden Sie Informationen und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme! 

 

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