26. May 2015

Verlauf von gestörten Hirnfunktionen lässt sich voraussagen

Neue Techniken machen es möglich, eine Reihe von Funktionsstörungen von Hirn und Rückenmark genau zu erfassen und Aussagen über den weiteren Verlauf einer Krankheit zu machen. Damit können Patientinnen und Patienten, die an Alzheimer, Parkinson oder Multipler Sklerose leiden, in Zukunft besser behandelt werden. Diese Erkenntnis stammt aus einer vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Studie, die am Freitag an einem Symposium im Universitätsspital Basel vorgestellt wurde.

 

Die so genannte SPUM-Studie* hat in den vergangenen sechs Jahren die Möglichkeiten von neurophysiologischen Verlaufsmessungen bei Krankheiten des Zentralnervensystems systematisch untersucht. Am interuniversitären Forschungsprojekt waren die Neurologischen Kliniken der Universitätsspitäler Basel, Bern, Genf und Amsterdam beteiligt. Studienleiter war Prof. Peter Fuhr, Stv. Chefarzt der Neurologie des Universitätsspitals Basel (USB).

Funktionsstörungen von Hirn und Rückenmark bilden die Basis aller Krankheiten des zentralen Nervensystems wie Multiple Sklerose, Alzheimer, Parkinson und viele andere. Um die Krankheit zu verstehen und die entsprechend beste Therapie anwenden zu können, ist es wichtig, das Ausmass der Funktionsstörungen möglichst genau zu erfassen. Die Messung solcher Störungen ist heutzutage möglich dank moderner neurophysiologischer Techniken wie quantitativen Hirnstromableitungen (qEEG) und elektrischen Hirnströmen nach äusseren Reizen (evozierte Potentiale).

Grosser Fortschritt
An einem ganztätigen Symposium im USB wurden am Freitag erste Erkenntnisse aus der SPUM-Studie vorgestellt. Die Untersuchungen zeigen nicht nur, dass bei chronischen Krankheiten des Gehirns und Rückenmarks der aktuelle Zustand der Störung mithilfe der neuen Techniken quantitativ erfasst werden kann. Ebenso kann auch die künftige Entwicklung einer Krankheit abgeschätzt werden.

Dass Aussagen über den weiteren Verlauf einer Krankheit gemacht werden können, ist ein grosser Fortschritt. So werden in Zukunft die Methoden der quantitativen Verlaufsmessung dazu führen, dass neue Medikamente rascher getestet werden und die individuelle Behandlung von Patientinnen und Patienten erleichtert wird. Die Autoren der Studie schränken ein, dass die Erkenntnisse der Studie vorerst noch nicht für Einzelpersonen gelten, sondern nur für Gruppen von Patientinnen und Patienten, die in Behandlungsstudien untersucht werden.


*SPUM-Studie: Improved prediction and monitoring of CNS disorders with advanced neurophysiological and genetic assessment

 

Medienauskunftsstelle