06. July 2021

Team um Basler Forscherin entdeckt neuen Mechanismus der Hautpigmentierung

Diese Entdeckung ermöglicht den Einsatz von innovativen Wirkstoffen, die eine verstärkte Pigmentierung der Haut bewirken sowie Sonnenbrand und Hautkrebs verhindern könnten. Zudem könnten sich neue Behandlungsoptionen von Patienten mit Pigmentstörungen ergeben.

 

Hautkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen des Menschen. UVA- und UVB-Strahlen sind eine der Hauptursachen für Hautkrebs. Als Schutz gegen die schädlichen Sonnenstrahlen bilden Pigmentzellen der Haut den Farbstoff Melanin, der die Haut dunkler färbt.

Diesen Biomechanismus hat Elisabeth Roider, Oberärztin an der Klinik für Dermatologie des Universitätsspitals Basel mit Kollegen der Harvard Universität und anderen weltweit führenden Forschungsinstitutionen in einer globalen Studie untersucht. Anhand von Untersuchungen an menschlicher Haut und in Tiermodellen ahmten die Forschenden den natürlichen Schutz nach, den Menschen mit dunklerer Hautfarbe haben. Dunkler pigmentierte Personen sind durch die lichtstreuenden und antioxidativen Eigenschaften des Melanins besser vor krebserregenden UV-Strahlen geschützt, während Menschen mit heller Haut ein erhöhtes Risiko haben, an Hautkrebs zu erkranken. Durch ihre Untersuchungen gewannen die Forscherinnen und Forscher ein umfassenderes Verständnis der biochemischen Mechanismen hinter der Hautpigmentierung und derer Treiber. Sie konnten letztlich herausfinden, wie diese unabhängig von UV-Strahlung, Sonneneinstrahlung oder Genetik beeinflusst werden können.

Das Forschungsteam hat entdeckt, dass Nicotinamid-Nukleotid-Transhydrogenase, kurz NNT, ein wichtiges Enzym für die Pigmentregulation ist. Dies war zuvor nicht bekannt gewesen. Die Forschenden haben herausgefunden, dass die lokale Anwendung von Stoffen, die die Aktivität von NNT hemmen, zu einer verstärkten Pigmentierung der menschlichen Haut führt. Um die Wirksamkeit ihrer Entdeckung zu testen, bestrahlten sie Haut mit UV-Strahlen und fanden heraus, dass die Haut mit dunkleren Pigmenten im Vergleich zu heller Haut tatsächlich besser vor UV-induzierten DNA-Schäden geschützt war. 

"Wir freuen uns über die Entdeckung dieses neuartigen Pigmentierungsmechanismus, da er den Grundstein für innovative Behandlungsansätze legt", sagt die Studienleiterin Elisabeth Roider. "Letztlich hoffen wir, die Hautkrebsprävention zu verbessern und den Millionen von Menschen, die an Pigmentstörungen leiden, wirksame neue Behandlungsmöglichkeiten zu bieten." 

Die Studie wurde im Wissenschaftsjournal Cell publiziert. 

 

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