13. December 2016

Die psychiatrischpsychotherapeutische Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen und Asylsuchenden

Dr. med. Thomas Maier, Chefarzt, Kantonale Psychiatrische Dienste St. Gallen, Sektor Nord, Wil

 

Unter den Menschen, die als Flüchtlinge oder Asylsuchende hierher kommen, sind viele durch Krieg und/oder Folter traumatisiert. Nur wenige davon finden jemals den Weg in eine Psychotherapie, zahlreiche Barrieren erschweren den Zugang: Sprache, gegenseitige Vorurteile, kulturelle Distanz und unterschiedliche Krankheitsmodelle. Was tun, wenn dennoch solche Menschen zu uns in Therapie kommen? Neben den Grundelementen jeder guten Therapie wie Empathie, Interesse, Respekt, Ehrlichkeit und Authentizität sind weitere Aspekte zu beachten: Welches Krankheits/ Erklärungsmodell ist für den Patienten akzeptabel? Welchen Sinn und welche Bedeutung ordnet ein Patient den erlebten Grausamkeiten zu? Gibt es Möglichkeiten der Versöhnung, der Rückkehr, eines Neubeginns? Welche Belastungen ergeben sich aus der realen aktuellen Lebenssituation? Wenn diese weiteren Ebenen nicht vernachlässigt werden, sind auch bei traumatisierten Migranten "normale" traumafokussierte Behandlungen durchführbar.

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