16. March 2021

Therapiezielklärung bei Anorexie mit schlechter Prognose

Dr. Anna Westermair, Research Fellow am Institut für Biomedizinische Ethik, Universität Zürich

 

Auch unter optimaler Behandlung erreichen nicht alle PatientInnen mit Anorexia nervosa ein zufriedenstellendes Ausmass an Gesundheit und Lebensqualität. Bei etwa 20 % nimmt die Erkrankung einen schweren chronischen Verlauf, und etwa 5 % versterben daran. Es stellt sich die Frage, ob das klassische Therapieziel bei Anorexia nervosa, Normalisierung von Essverhalten und Gewicht, bei ausnahmslos allen PatientInnen verfolgt werden sollte, oder ob bei schlechter Prognose andere, evtl. auch nicht primär kurative Therapieziele sinnvoller sein können. In diesem Vortrag werden die Ergebnisse einer qualitativen Interviewstudie mit Anorexie-ExpertInnen aus Deutschland und der Schweiz vorgestellt, in der verschiedene alternative Therapieziele herausgearbeitet und hinsichtlich Eingangsvoraussetzungen, Umsetzung und Konsequenzen charakterisiert wurden.

Dies soll BehandlerInnen dabei unterstützen, möglichst passgenaue Therapieziele für (und mit) den Betroffenen zu wählen, um die Wahrscheinlichkeit eines positiven Behandlungsverlaufs zu maximieren und Nocebo-Effekte durch Behandlungsversuche mit geringen Erfolgsaussichten zu vermeiden.

Teilnahmelink: unibas.zoom.us