18. October 2016

Warum ist die Arbeitsintegration bei psychischen Störungen eigentlich so schwierig?

Dr. phil. Niklas Baer, Leiter Fachstelle für Psychiatrische Rehabilitation, Liestal

 

In der Schweiz, wie in den meisten Industrieländern, hat die Ausgliederung von Personen mit psychischen Störungen aus dem Arbeitsmarkt in den letzten Jahrzehnten besonders stark zugenommen. Während die Invalidisierungen in den letzten 10 Jahren insgesamt deutlich verringert werden konnten, traf dies für psychisch Kranke nur in reduziertem Ausmass zu - und für junge psychisch Kranke gar nicht. Dies trotz einer gewissen Enttabuisierung psychischer Störungen, eines starken Ausbaus der psychiatrischen Versorgung und des Aufbaus vielfältiger Supportdienste wie zum Beispiel des Case Managements der Privatversicherer, der Frühintervention der IV-Stellen oder des betrieblichen Gesundheitsmanagement etc.

Offensichtlich sind psychische Störungen trotz aller Reformen nach wie vor die grösste Hürde für Arbeitsplatzerhalt und Wiedereingliederung. Aber warum ist das so und warum zeigt sich gerade bei den Jungen eine vergleichsweise starke Invalidisierung? Im Referat wird anhand neuer Arbeitgeberbefragungen, einer Befragung der Schweizer Psychiater und einer IV-Aktenanalyse von jungen Rentnern aufgezeigt, wo die speziellen Barrieren bei psychisch Kranken sind und welche Akteure davon betroffen sind. Es wird zur Diskussion gestellt, wie weit diese Barrieren veränderbar sind oder als eine unveränderbare Konsequenz psychischer Krankheit anzusehen sind.

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Präsentation folgt