Harnblasenkrebs

Der Blasenkrebs ist der fünfthäufigste Krebs beim Menschen. Raucher und Männer haben ein deutlich höheres Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken. Aber auch der Kontakt zu gewissen Chemikalien stellt ein Risikofaktor für die Blasenkrebsentstehung dar. Oft berichten Patientinnen und Patienten mit Blasenkrebs, als erstes Anzeichen der Erkrankung unter blutigem Urin gelitten zu haben. Aber auch zunehmender Harndrang ohne die klassischen Beschwerden einer Blasenentzündung wie Brennen beim Wasserlösen kann im Rahmen der Blasenkrebserkrankung auftreten. 

 

Diagnostik

Besteht der Verdacht auf Blasenkrebs werden wir eine Blasenspiegelung durchführen. Heutzutage kann dieser Eingriff durch den Einsatz einer flexiblen Kamera ambulant und ohne Narkose schmerzfrei in der Sprechstunde durchgeführt werden. Eine Blasenspiegelung dauert lediglich wenige Minuten. Zusätzlich werden wir eine Blasenspülung durchführen und so untersuchen, ob bösartige Blasenschleimhautzellen gefunden werden können. Zeigen sich in diesen Untersuchungen Auffälligkeiten, wird kurzstationär eine Gewebeprobe aus der Blase, minimalinvasiv ohne Hautschnitt, durch die Harnröhre hindurch entnommen.  

 

Therapie

Oberflächlicher Blasenkrebs

Je früher der Blasenkrebs entdeckt wird, desto höher sind die Heilungschancen. In vielen Fällen kann bereits mit der Gewebeprobe über die Harnröhre der gesamte Blasenkrebs entfernt werden. Je nach Eindringtiefe des Krebses in die Harnblasenwand und dessen Bösartigkeit ist ein erneutes tieferes Abtragen von Blasenschleimhaut erforderlich. 

Leider kommt der Blasenkrebs auch nach kompletter Entfernung häufig wieder zurück. Unsere Klinik hat grosse Erfahrung in der weiterführenden Blasentumortherapie. Mittels BCG-Immuntherapie (Bacillus Calmette-Guérin) kann die Wahrscheinlichkeit, dass Blasentumore zurückkehren, deutlich gesenkt werden. Auf dem Gebiet der BCG-Immuntherapie forschen wir aktiv und werden dabei von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Krebsforschung (SAKK) gefördert.  

Invasiver Blasenkrebs

Zeigt sich in der Gewebeprobe, dass der Blasenkrebs in die Blasenwandmuskulatur eingewachsen ist, so empfiehlt sich in der Regel, die Blase operativ zu entfernen. Bei einer vollständigen Entfernung der Harnblase kann der Urin nicht mehr auf natürlichem Weg über die Harnröhre ausgeschieden werden. Es wird ein Ersatz für die Urinableitung aus den Nieren geschaffen. Je nach Situation können verschiedene Optionen der Harnableitung angeboten werden. Im Rahmen unseres zertifizierten Tumorzentrums wird jeder Patient mit einem in die Blasenwandmuskulatur eingewachsenen Blasentumor interdisziplinär besprochen. Es folgen interdisziplinäre Sprechstunden mit Vertretern der Urologie, der Radioonkologie und der Onkologie, um mit Ihnen die verschiedenen Therapieoptionen ausführlich zu besprechen und ein auf Sie abgestimmtes Therapiekonzept zu entwickeln. 

 

Nachsorge

Jedem Patienten mit einem Blasenkrebs bieten wir eine individuelle Tumornachsorge an, um Blasentumorrezidive frühzeitig zu erkennen und entsprechend frühzeitig zu therapieren.