VRE stellt Universitätsspital vor Herausforderungen

Am Universitätsspital Basel sind in den letzten Wochen vermehr Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) aufgetreten. Also Bakterien, die auf das Reserve-Antibiotikum Vancomycin resistent sind und den Darm besiedeln. Eine Resistenz bedeutet, dass das normalerweise zur Behandlung eingesetzte Antibiotikum nicht mehr wirkt und mögliche Infektionen, insbesondere bei schwerkranken Personen, schwerer behandelbar sind.

Enterokokken sind grundsätzlich normaler Bestandteil der Darmbesiedelung. Sie werden auch in Böden und Abwässern gefunden. Übertragen werden die Bakterien von einer Person zur anderen, vor allem über die Hände, aber auch über Kontakt mit Oberflächen und Gegenstände, sowie selten Kleider. In der Schweiz stellen VRE insbesondere für Gesundheitsinstitutionen mit hoch spezialisierten Abteilungen eine zunehmende Belastung dar, ebenso für Pflegeheime. In den letzten Jahren kam es hauptsächlich in den Kantonen Waadt und Bern zu grösseren Ausbrüchen von VRE. Von diesen Kantonen aus wurde die Verbreitung auch in weitere Spitäler anderer Kantone nachgewiesen. In den letzten vier Jahren hat sich die Anzahl nachgewiesener Fälle in der Schweiz rund versechsfacht.

VRE sind für den Menschen zumeist ungefährlich. Ein Risiko besteht aber für immungeschwächte Personen und schwerkranke Menschen. Das betrifft am Unispital Basel Leukämiepatienten, die eine Transplantation hinter sich haben und stark immunsupprimiert sind. Zu ihrem Schutz müssen diverse Massnahmen getroffen werden.

Diese umfassen die Kontaktisolation aller eintretenden Verdachtsfälle und deren Abklärung durch einen Stuhlabstrich. Bis dessen Resultat klar sind, was zwei bis drei Tage dauern kann, müssen Verdachtspatienten kontaktisoliert bleiben.

Dieses Vorgehen ist für Bettenmanagement, medizinische Mitarbeitende und Labor eine zusätzliche Belastung. Auch die Desinfektion verlangt nach besonderen Mitteln. Nach Austritt aller VRE-positiven Patientinnen und Patienten sowie aller präemptiv Isolierten wird zusätzlich eine UVc Desinfektion der Patientenzimmer sowie der dazugehörenden Toiletten/Duschen durchgeführt.

Die Spitalhygiene des Universitätsspitals Basel beobachtet die sich entwickelnde Lage genau.  

Zuweiser erhalten fachliche Auskünfte bei der Spitalhygiene unter Tel. +41 (0)61 556 5772.

Medienmitteilung des Kantonsarztes