Inhalt - Patientengeschichte

Wie Silvia nach fünf Operationen wieder aufrecht gehen konnte.

Plötzlich drohte die wichtigste Stütze verloren zu gehen.

  • Die Geschichte von Silvia

    Ende der 90er knackste es in Silvias Rücken, als sie etwas Schweres vom Boden hochheben wollte. Mit gravierenden Folgen, denn seit diesem Moment schmerzte ihre Wirbelsäule. Silvia ging zum Arzt, liess sich untersuchen und ein MRI machen. Anschliessend hielt sie sich vier Wochen lang in der Schmerzklinik auf und ging zur Physiotherapie. Mit wenig Erfolg. Die Ärzte fanden schliesslich heraus, dass sie einen Bandscheibenvorfall hatte, den sie 1997 operieren lassen musste. Später folgte eine weitere Operation, um eine Spinalkanalstenose (Verengung des Wirbelsäulenkanals) zu beheben. Damals war Silvia Mitte 50, reiste gemeinsam mit ihrem Mann um die Welt, spielte Tennis, wanderte und fuhr Ski. Doch die Leidensgeschichte ging weiter.

    Die Liegenschaftsverwalterin hatte noch immer Wirbelsäulenbeschwerden, als sie 2007 erstmals am Universitätsspital Basel operiert worden war. Eine Stabilisationsoperation an der Lendenwirbelsäule (Versteifungsoperation), in der Fachsprache Spondylodese genannt, war nötig. Durch diese Operation wurden allerdings andere Wirbel beeinflusst, die fortan stärker abgenutzt und beansprucht wurden – ein neuer Bandscheibenvorfall trat auf. Prof. Dr. Schären, Chefarzt und Leiter des Wirbelsäulenzentrums am Universitätsspital Basel, operierte die Diskushernie im März 2015. Neben den Schmerzen konnte sie auch nur stark vornübergebeugt gehen. Doch es währte nicht lange: Im November 2015 folgte eine weitere, diesmal wirklich grosse Operation.

  • Das Expertengespräch mit Prof. Stefan Schären

    In knapp vier Stunden sorgten Prof. Dr. Schären und sein Team dafür, dass sich Silvias Wirbelsäule wieder aufrichtete und wieder die ursprüngliche S-Form erhielt. Dabei wurde die Wirbelsäule getrennt und neu gerichtet. Die Operation glückte. Silvia trug drei Monate lang ein Korsett, machte Physiotherapie und entdeckte den aufrechten Gang neu. Die Hoffnung bleibt, dass sie die nächsten Jahre möglichst schmerzfrei überstehen kann – oder wie es Chefarzt Prof. Dr. Schären formuliert: Ein relativ beschwerdearmes Leben sei nach der langen Leidenszeit möglich. Ihre sportlichen Hobbys musste Silvia aufgeben, doch immerhin kann sie nach dem grossen Eingriff wieder aufrecht durchs Leben gehen.

  • Mehr über unser Wirbelsäulenzentrum

    Das Wirbelsäulenzentrum am Unispital Basel gibt es seit letztem Jahr. In diesem Zentrum sind alle Spezialisten zusammengeschlossen, die mit der Abklärung und Therapie von Wirbelsäulenleiden zu tun haben, wie z. B. Radiologen, Neurologen, Rheumatologen, Wirbelsäulenchirurgen, Physiotherapeuten und Schmerztherapeuten. Der Vorteil dieser engen interdisziplinären Zusammenarbeit ist, dass Abklärung und Therapie von Patientinnen und Patienten mit einem Wirbelsäulenleiden von Anfang an koordiniert und individuell auf das Problem zugeschnitten werden. Gleichzeitig können unnötige Untersuchungen und unwirksame Therapien vermieden werden. Die Spinale Chirurgie innerhalb des Wirbelsäulenzentrums ist die erste Abteilung in der Schweiz, in der Ärzte aus zwei verschiedenen Disziplinen, die an der Wirbelsäule operieren, in der gleichen Abteilung unter einer Leitung zusammenarbeiten: Neurochirurgen und Orthopäden. Das gab es bisher nicht. Den Patientinnen und Patienten können so interdisziplinäres Know-how und sämtliche zur Verfügung stehenden Versorgungsmöglichkeiten rund um die Wirbelsäule angeboten werden. Eine Diskushernie (Bandscheibenvorfall) kann man in fast jedem Spital operieren. Was wir hier machen, geht einen grossen Schritt weiter in Richtung Zukunft mit hoch spezialisierter Wirbelsäulenchirurgie.

    Ärzte spezialisieren sich immer mehr

    In den letzten 20 Jahren hat das Wissen extrem zugenommen und somit auch die Spezialisierung der Ärzte. Im Rahmen der zunehmenden Spezialisierung konzentrieren sich einige Orthopäden nur noch auf die Wirbelsäule. Hierbei umfasst die Expertise dann neben der Behandlung der knöchernen Strukturen auch die der Bandscheiben und Nerven. Zu einer ähnlichen Spezialisierung kam es auch beim Neurochirurgen, der ursprünglich alle Erkrankungen am Gehirn, Rückenmark und Nerven inklusive der Bandscheibenvorfälle, welche die Funktion der Nerven beeinträchtigen können, behandelte. Die Wirbelsäule bildet also eine Schnittstelle zwischen beiden Spezialisten. Heute darf die Wirbelsäule nicht mehr isoliert in Einzelteilen betrachtet werden, sondern muss umfassend und von verschiedenen Perspektiven aus beleuchtet werden.

    Der Trend geht dahin, dass ein Chirurg nicht mehr von allem ein bisschen macht, sondern etwas ganz Spezielles sehr oft. Weiter geht er in Richtung interdisziplinäre Zusammenarbeit. Bei Silvia S. überwachten Spezialisten während der grossen Operation die Auswirkungen auf die Nervenfunktion der Patientin. Vereinfacht gesagt: Wenn wir die Stellung der Wirbelsäule so stark korrigieren müssen, kann unter Umständen die Nervenfunktion beeinträchtigt werden. Heute ist es möglich, die Nervenfunktion bei solchen komplexen Engriffen zu überwachen und eine Gefahr rechtzeitig zu erkennen. Solch eine Überwachung schaffen Sie zum Beispiel nur in einem Zentrum, das über eine Infrastruktur verfügt, wie wir sie hier haben. 

  • News aus der Forschung

    Ein Schwerpunkt der Forschung in unserem Fachgebiet ist zum Beispiel die Frage nach den Ursachen der Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule und eventuellen (frühzeitigen) Behandlungsmöglichkeiten ohne Operation. Ein Beispiel: es gibt eine bestimmte Hunderasse, bei der auch im vergleichsweise hohen Alter keine relevanten Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule auftreten. Mitarbeitende von Prof. Dr. Schären sind Teil einer internationalen Forschungsgruppe, welche bereits einige Ursachen, warum bei diesen Hunden keine Abnutzungserscheinungen auftreten, herausfinden konnte. Die nächste grosse Herausforderung wird nun sein, dieses Wissen auch auf den Menschen anzuwenden. Das geschieht natürlich nicht von heute auf morgen, aber bereits kleinere Erfolge würden uns und unsere Patienten ein grosses Stück voranbringen.

  • «Leute, die ich nur flüchtig kenne, sprechen mich auf meine gerade Haltung an.»

  • Silvia 2

    «Mit dem Sport musste ich aufhören. Dafür mache ich jetzt mehr Kulturelles.»

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