Inhalt - Patientengeschichte

Die Geschichte von Bruno und Rolf und wie die Zwillinge fast getrennt worden wären.

Schlagartig änderte sich das Leben.

  • Der Faktor Zeit ist nirgends so entscheidend wie im Fall eines Hirnschlags: Je schneller die «Verstopfung» in den Gefässen aufgelöst werden kann, desto besser. Nicht umsonst heisst die Losung in diesem Zusammenhang «time is brain». Oft entscheiden wenige Minuten darüber, ob Gehirnzellen, deren Blutversorgung unterbrochen worden ist, weiterleben oder absterben. Auch in der Geschichte von Bruno und Rolf setzten die behandelnden Ärztinnen und Ärzte alles daran, schneller zu sein als die Zeit. Die immer tickende Uhr prägt die Arbeit im Stroke Center – auch an jenem Tag, als die Zwillinge Bruno und Rolf im USB auftauchten. Ein Paar, das sich nicht einmal vom Tod trennen lassen wollte. Und zum Glück auch nicht musste.

  • Die Geschichte von Bruno und Rolf

    Unispital Basel im Jahr 2006: Bruno, der um fünf Minuten ältere Bruder, stand an der Tür zum Schockraum. Am Operationsarzt vorbei betrat er den Notfall und blieb bei seinem Bruder Rolf, bis dieser wieder zu sich kam. Rolf war in seiner Küche am Kochen als ihn der Hirnschlag traf. Er hatte die Anzeichen ignoriert, obwohl er noch beim Einkaufen kurz vor dem Stroke ein Kribbeln an der ganzen linken Körperseite gespürt hat. Die Ambulanz brachte ihn direkt ins Stroke Center, wo ihn Prof. Dr. Philippe Lyrer schon erwartete.

    Die Zeit ist bei Hirnschlägen ein enorm wichtiger Faktor. «Time is brain», heisst es. Bei einem Hirnschlag wird die Blutversorgung im Gehirn kurzzeitig unterbrochen und je schneller man das Gerinnsel lösen kann, desto besser. Rolf überlebte und erholte sich anschliessend während eines Jahres im Felix Platter-Spital in der Reha. Bruno war täglich bei ihm und half mit, ihn zu therapieren.

    Doch plötzlich traf es auch ihn; er erlitt eine Sehstörung auf seinem rechten Auge, war etwa eine Minute lang blind. Bruno hatte eine TIA, eine transitorisch ischämische Attacke (Streifung). Er verschwieg den Vorfall. Doch die Experten im Spital hatten einen Schritt weitergedacht und untersuchten ihn von sich aus. Sie realisierten, dass ihm das gleiche passieren könnte und operierten – genau wie auch bei Rolf zuvor – eine Verengung der Halsschlagader (Carotisstenose). Sie erscheinen jährlich zur Kontrolle. Bruno geht es wieder gut und Rolf hat glücklicherweise, abgesehen von einem Taubheitsgefühl in der linken Hand, auch keine bleibenden Schäden davongetragen.

  • Das Expertengespräch mit Prof. Lyrer

    Das Hirnschlagzentrum des Unispitals zeichnet sich vor allem durch ein integriertes Behandlungskonzept aus, das neuestes Fachwissen mit schnellster Umsetzung vereint. So stehen zum Beispiel jederzeit eine Angiographie und eine ganze Reihe von Spezialisten zur Verfügung: Neurologen, Chirurgen, Anästhesisten, MTRA (Fachpersonen für Medizinisch-Technische Radiologie), Neurochirurgen, Radiologen und Kardiologen.

  • Mehr über unser Stroke Center

    Das Hirnschlagzentrum/Stroke Center am Unispital Basel ist das einzige seiner Art in der Nordwestschweiz. Ursprünglich behandelten wir hier einen bis zwei Patienten pro Tag, mittlerweile sind es drei bis vier. Jährlich werden über 2000 Ultraschalluntersuchungen der hirnzuführenden Arterien bei stationären und ambulanten Patienten durchgeführt. Unser Hirnschlagzentrum zeichnet sich vor allem durch ein integriertes Behandlungskonzept aus, das neuestes Fachwissen mit schnellster Umsetzung vereint. So stehen zum Beispiel jederzeit eine Angiographie und eine ganze Reihe von Spezialisten zur Verfügung: Neurologen, Chirurgen, Anästhesisten, MTRA (Fachpersonen für Medizinisch-Technische Radiologie), Neurochirurgen, Radiologen und Kardiologen. Drei Neuroradiologen besitzen bei uns die Fähigkeit, mit einem Katheter minimalinvasiv die operative Entfernung eines Blutgerinnsels aus einem Blutgefäss durchzuführen. In den vergangenen Jahren hat sich diese Methode, das verstopfte Hirngefäss bei schweren Schlaganfällen mechanisch zu öffnen, als wirksamste Therapie durchgesetzt. Seit zwei Jahren wird diese Variante am USB systematisch durchgeführt – technisch und personell verfügen wir über die Voraussetzungen für sämtliche hierfür notwendige diagnostische und therapeutische Massnahmen.

    Zeit ist ein entscheidender Faktor

    Egal wie gut ausgestattet das Spital ist: «Time is brain», sagen wir Fachärzte – jede Minute zählt. Je schneller das Gerinnsel aufgelöst werden kann, desto besser. Denn oft entscheiden wenige Minuten darüber, ob Gehirnzellen, die kurzzeitig ohne Blutversorgung waren, absterben oder nicht. Meistens löst sich das Gerinnsel schon mit einer blutgerinnselauflösenden Infusion, einer sogenannten Thrombolyse, auf. Doch dies gelingt nur in den ersten maximal fünf Stunden. Bis maximal sechs Stunden nach Symptombeginn kann dies nicht mehr intravenös, dafür intraarteriell geschehen, also über einen Gefässkatheter direkt in die verschlossene Arterie. Ist dies nicht möglich, werden gerinnungshemmende Medikamente verabreicht, um weitere Arterienverschlüsse zu vermeiden. In jedem Fall erfolgt eine Behandlung in der Stroke Unit, wo unsere Patienten überwacht und alle notwendigen Behandlungen inklusive Rehabilitationsmassnahmen vorgenommen werden.

  • News aus der Forschung

    Momentan laufen zahlreiche Studien und an vielen sind wir im Universitätsspital Basel aktiv beteiligt. Neu und in der Wissenschaft als bahnbrechend wird die Thrombektomie angesehen, also die mechanische Entfernung des Blutgerinnsels aus der verstopften Arterie. Diese Massnahme wird der hochspezialisierten Medizin zugeordnet und im Hirnschlagzentrum am Universitätsspital Basel durchgeführt. 2015 wurden fünf wichtige wissenschaftliche Arbeiten publiziert, die für die mechanische Entfernung des Blutgerinnsels sprechen. Mit dieser Massnahme kann man Gefässe rasch wieder öffnen und der Heilungsverlauf der betroffenen Person wird deutlich verbessert.

  • «Ein Professor des Unispitals sagte mir, alle, die eine Fünf am Rücken hätten, sollten einmal eine neurologische Ultraschalldiagnostik machen. Und ich kann sagen: Es tut nicht weh.»

    Bruno
  • Rolf

    Rolf

    «Wenn ich heute auf die Jahre zurückblicke, hat der Schlaganfall vielleicht auch etwas Positives gehabt. Ich sehe heute Sachen, die ich früher nicht beachtet habe, kleine Dinge haben grosse Wirkung...

    Rolf
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