Inhalt - Patientengeschichte

Doreens erfolgreicher Kampf gegen den Eierstockkrebs

«Ich habe einfach weitergemacht.»

  • Die Geschichte von Doreen

    Doreen erfuhr am Telefon von ihrem Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, dass sie Eierstockkrebs im ersten Stadium hat. Zu dieser Zeit lebte die US-Amerikanerin noch in Chicago, allerdings war der Umzug in die Schweiz bereits geplant. In Basel angekommen liess sie sich erneut untersuchen und erhielt Gewissheit, dass sich auf ihrem Eierstock ein Ovarialkarzinom befand. Allerdings hatte Doreen das riesige Glück, dass der Eierstockkrebs schon im Stadium 1a entdeckt worden war. Diese Krebsart wird oft erst sehr spät erkannt, weil die Symptome unspezifisch sind – unerklärbare zunehmende Bauchschmerzen und Blähungen können viele Ursachen haben – und die Patientinnen erst bei fortgeschrittener Krankheit einen Arzt aufsuchen.

    Die Patientin behielt die Zeit am USB gut in Erinnerung: Man pflegte sie ausgezeichnet und kümmerte sich liebevoll um sie. Ausserdem durfte sie viel hinaus in den Garten und spazieren gehen. Das alles hat dazu beigetragen, dass Doreen ihre Krankheit gut überstanden und dabei ihren «mental peace» gefunden hat. Rückblickend sagt sie: «Das Schicksal meinte es gut mit mir: ich hatte eine frühe Diagnose, genoss eine hervorragende Pflege und erhielt positive Resultate.»

  • Das Expertengespräch mit Prof. Viola Heinzelmann

    Doreen wurde operiert und der Eierstock entfernt, ehe sie ans Unispital Basel zu Prof. Dr. Viola Heinzelmann (Leiterin der Frauenklinik am USB und Chefärztin Gynäkologie und gynäkologische Onkologie) und Dr. Rosanna Zanetti überwiesen wurde. Dr. Zanetti entfernte in einem zweiten Schritt die Gebärmutter, beide Eileiter und alle Lymphknoten. Darauf folgte die Chemotherapie, auf die Doreen sehr gut ansprach. Innerhalb von sechs Monaten hatte sie sechs Chemotherapien, alle drei Wochen eine Session in der gynäkologisch-onkologischen Ambulanz in der Frauenklinik.

  • Mehr über unser Tumorzentrum

    Am Tumorzentrum gibt es elf verschiedene Organtumorzentren, eines davon ist das gynäkologische Tumorzentrum. Hier bieten wir fächerübergreifende Diagnostik und Behandlung an, um der Patientin bestmöglich zu helfen mit einer Ansammlung von ganz vielen Spezialisten aus unterschiedlichen Fachgebieten, die sich für das Wohl der Patientin sehr eng austauschen.

    Die Behandlungsmöglichkeiten werden immer komplexer, was auch für die Krankheit gilt. Deshalb lohnt es sich, über den Tellerrand hinauszuschauen, also vermehrt zusammenzuarbeiten und die Organe nicht mehr isoliert zu betrachten. Um die immer komplexer werdende Krankheit in den Griff zu bekommen, muss man als Team zusammenarbeiten. Bezeichnend dafür sind beispielsweise unsere beiden Standardmeetings:

    Zwei Standardmeetings:

    Erstens das Tumorboard, das bei uns im Unispital auf höchstem Niveau und mit allen Fachdisziplinen stattfindet, und in dem jede Patientin besprochen und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird.

    Sowie zweitens ein interdisziplinäres und interprofessionelles «Gynäkologisches Onkologie-Meeting», das schweizweit einzigartig ist und Prof. Dr. Heinzelmann eingeführt hat.

    Ziel ist es, der Patientin so gut wie möglich zu helfen und dafür zu sorgen, dass alle Informationen von allen Personen, welche die Patientin betreuen, zusammenkommen. Wichtig ist auch die Struktur einer Institution: Beispielsweise haben wir die Pathologie direkt im Haus. Wenn wir operieren, kann uns der Pathologe noch während der Operation bestätigen, ob es wirklich ein Karzinom ist oder nicht. Somit benötigt die Patientin gegebenenfalls nur eine Operation.

    Des Weiteren hat Prof. Dr. Heinzelmann eine neue Expertensprechstunde für genetische Beratungen bei BRCA-Mutationen eingeführt, da die genetischen Veranlagungen und Veränderungen extrem relevante Themen im Tumorzentrum sind.

  • News aus der Forschung

    Bezüglich des Fachgebiets Ovarialkarzinom wissen wir seit 2007, dass wahrscheinlich ein Grossteil einer bestimmten Art von Karzinomen (seröse Karzinome) ihren Ursprung im Eileiter (Tube), und nicht wie angenommen in den Eierstöcken hat. Somit handelt es sich in Wirklichkeit um Eileiterkarzinome. Momentan ist die vorherrschende wissenschaftliche Meinung, dass alle Karzinome ihren Ursprung im Eileiter haben – und sie werden auch entsprechend behandelt. Aber in der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Heinzelmann können wir zu 100 Prozent unterscheiden, ob ein Karzinom vom Eileiter oder vom Bauchfell herkommt. Prof. Dr. Heinzelmann geht davon aus, dass man in zehn Jahren sehr genau zwischen Eileiter-, Bauchfell- und Bauchhöhlentumoren unterscheiden kann. Ihr Forschungsteam ist hier an vorderster Front tätig.

    Heute wird auch viel in Richtung Genveränderungen geforscht, und dies nicht mehr isoliert je nach Organ, vielmehr findet man Übereinstimmungen zwischen Tumoren in verschiedenen Organen. Patientinnen werden in Zukunft weniger nach dem Ort des Tumors, sondern nach der Art der Tumorveränderung, also der Mutation behandelt werden.

    Das Unispital etabliert ausserdem gerade zwei neue Kompetenznetzwerke für molekulare Tumortherapie und Immuntherapie, die geballtes Wissen bündeln. Immuntherapien zum Beispiel vermögen die Immunabwehr gegen den Tumor zu aktivieren. Das Kompetenzzentrum für Immuntherapie hat vor allem die Nebenwirkungen dieser komplett neuen Therapiegattung zum Gegenstand. Wir selbst werden die erste erhältliche Immuntherapie beim Ovarialkarzinom (PD-L1) im Rahmen einer Studie ab 2016 anbieten.

  • «Obwohl sich mein Leben geändert hatte,
    machte ich einfach weiter.»

    Doreen
  • Doreen

    Doreen

    «Das Schicksal meinte es gut mit mir:
    eine frühe Diagnose, eine hervorragende Pflege
    und positive Resultate.»

    Doreen
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