Karriereblog des Universitätsspitals Basel
16. Mai 2021

«Das SpatzenNest war immer unsere erste Wahl.»

PD Dr. Elisabeth Artemis Kappos ist Oberärztin Plastische Chirurgie und spezialisiert auf komplexe rekonstruktive Eingriffe. So steht sie regelmässig ganze Tage im Operationssaal – und schätzt sich glücklich, jederzeit zu wissen, dass ihre beiden Jungs in der Kinderbetreuungsstätte des Universitätsspitals, dem SpatzenNest, bestens aufgehoben sind. Ein Dasein ohne ihren Beruf könnte sich Elisabeth Kappos genauso wenig vorstellen wie ein Leben ohne ihre Kinder. Und gerade, weil die beiden natürlich erste Priorität haben, ist es für sie unabdingbar, sie an einem Ort zu wissen, wo sie in besten Händen sind.

 
PD Dr. Elisabeth Artemis Kappos ist Oberärztin für plastische, rekonstruktive, ästhetische und Handchirurgie am Universitätsspital Basel. Nach ihrem Studium in Zürich und den USA arbeitete sie am Triemli Spital Zürich und Kantonsspital St. Gallen, bevor sie ans USB kam, wo sie 2014 ihren FMH abschloss. Nach mehrjährigen Fellowships an der University of Toronto, San Francisco, Brüssel und Edinburgh liegt ihr Spezialgebiet heute im Bereich der Mikrochirurgie und Supermikrochirurgie – neben ihrer klinischen Tätigkeit forscht, publiziert und lehrt sie mit Leidenschaft. Elisabeth Kappos hat mit ihrem Partner, einem Architekten, zwei Söhnen im Alter von 2.5 Jahren und 6 Monaten.

«Ich arbeite 100%, wobei die Arbeit für mich weder Müssen noch Pflicht ist, sondern etwas, das ich mit Herzblut und vollem Engagement mache ­– was selbstverständlich nicht mit den regulären Arbeitszeiten enden darf», erklärt Elisabeth Kappos. Auch was die Forschung anbelangt, ist Privatdozentin Kappos sehr engagiert: «Wir arbeiten am Brustzentrum an einer grossen Studie zusammen mit der Universität Harvard und vielen anderen nationalen und internationalen Zentren – das konnte nicht einfach stillstehen, nur weil ich gerade in der Mutterschaft war.» Elisabeth Kappos’ Söhne sind 2.5 Jahre und 6 Monate alt – drei Tage die Woche verbringen sie im SpatzenNest, einen Tag werden sie von Kappos’ Partner, einem Architekten, betreut, und den Rest der Zeit teilt sich Elisabeth Kappos mit einem Netzwerk aus ihren Eltern, Schwiegereltern sowie befreundeten Familien. «Einen Papi-Tag würde ich allen Familien empfehlen – so sind die Kinder nicht Mami-fixiert, was für beide Eltern nur Vorteile hat. Bei mir und meinem Partner läuft alles sehr gleichberechtigt – er unterstützt mich sehr und ist der beste Papa und Partner, den ich mir vorstellen kann. Gerne hätte ich auch meinen Mutterschaftsurlaub mit ihm geteilt, aber das ist in der Schweiz leider immer noch nicht möglich.»

Flexible Zeiten dank dem SpatzenNest

Familie Kappos nutzt die Krippe am Universitätsspital seit über zwei Jahren. Der ältere Sohn trat mit fünf Monaten ein, der zweite Sohn bereits mit vier. «Das SpatzenNest ist grossartig! Wir sind wirklich sehr glücklich damit. Mir wurde es schon vor der Geburt meiner Kinder von mehreren Kolleginnen und Kollegen empfohlen. Ich habe mich sehr gefreut, als wir dort dann tatsächlich einen Platz für Louis erhielten – und dann auch einen zweiten für Maximilian.» Das SpatzenNest bietet genau die Flexibilität, die für Gesundheitsprofis so wichtig ist: Mit extralangen Öffnungszeiten wird die Kindertagesstätte vielen spitalspezifischen Arbeitszeitmodellen gerecht. Das schätzt auch Elisabeth Kappos: «Meinen älteren Sohn holte ich oft als letztes Kind ab. Ab fünf Monaten war er teilweise bis zu 12 Stunden in der Krippe. Heute ist es so, dass er abends oft gar nicht mit nach Hause will, weil er da so viel Spass hat und immer noch länger mit seinen Freunden spielen möchte. Wenn man dies als Mutter spürt, hat man kaum je ein schlechtes Gewissen, die eigenen Kinder in Fremdbetreuung zu geben – auch wenn einem die Gesellschaft ein solches immer noch zu oft suggerieren möchte… Und auch der Kleine, der ja noch ein Baby ist, strahlt mich an, wenn ich komme. Ich finde es sehr wertvoll zu wissen, dass meine Kinder an einem Ort sind, wo ich mir wirklich keine Sorgen machen muss. Mir wurde auch nie von den Betreuerinnen das Gefühl gegeben, es sei nicht ok, dass ich erst so spät komme, was ich auch als wichtig empfinde.»

Liebevolle Betreuung mit Familienatmosphäre

Nach der Art der Betreuung im SpatzenNest gefragt, gerät Elisabeth Kappos ins Schwärmen: «Sie machen ganz tolle Ausflüge mit den Kindern und sind immer viel draussen. Im Sommer verbringen sie oft den ganzen Tag in der Badi, was für andere Kitas undenkbar wäre. Das ist ja das, was man will: Dass es die Kinder in der Betreuung noch toller haben, als wenn sie mit einem selbst unterwegs sind.» Das SpatzenNest arbeitet nach einem speziellen Betreuungsschlüssel: So sind nicht einfach die jüngeren und die älteren Kinder zusammen, sondern die Gruppen sind altersgemischt, was eine familienähnliche Struktur bietet. «Und die Betreuungspersonen sind sehr liebevoll mit den Kindern. Falls sie mich doch mal in der Arbeit anrufen, weiss ich genau, dass es etwas wirklich Wichtiges ist und sie sich Sorgen machen,» ergänzt Kappos. Es waren Faktoren wie diese, die sie in ihrer Entscheidung für eine Kita und gegen eine Nanny bestärkten. «Vor allem als wir erst ein Kind hatten, gefiel mir die Idee nicht, dass mein Sohn als Einzelkind mit Nanny, der nie mit anderen Kindern spielt, aufwächst. Ausserdem müssten wir ja dann eigentlich zwei Nannys haben, denn es gibt wohl kaum eine, die so viele Stunden am Stück arbeiten würde», lacht sie. «Nein, im Ernst: Für mich kam nie wirklich eine andere Kita in Frage. Für Kinder ist Kontinuität sehr wichtig. Dass sie immer am selben Ort betreut sind, trägt dazu bei, dass sie so gerne hingehen.»

Flexibilität garantiert – auch kurzfristig

«Vor der Pandemie, als mein Partner noch täglich nach Zürich pendeln musste, brauchten wir öfters mal zusätzliche Betreuung oder Wechseltage in der Krippe, wenn bei mir kurzfristig eine grosse Operation dazukam, und in 90% der Fälle war dies möglich. Ich habe den Prozess immer als sehr unkompliziert erlebt. Das Betreuungspersonal hat mich sogar ermutigt, spontan anzufragen.» Durch die Home-Office-Situation ihres Partners hat sich die Situation momentan etwas entspannt, was vor allem seit der Geburt des kleinen Bruders sehr wertvoll ist. «Ich habe das Glück, dass meine Eltern auch in Basel wohnen.  Meine Mutter unterstützt mich sehr und springt oft ein, wenn der Arbeitstag mal wieder zu wenig Stunden hat. Sie übernimmt, wenn ich im Operationssaal länger brauche oder ein Kind mal krank ist und abgeholt werden muss. Die Familie meines Partners lebt im Wallis, aber auch seine Mutter nimmt immer wieder die lange Reise auf sich, um einen Tag mit ihren Enkeln in Basel zu verbringen und uns zu entlasten.»

Alles eine Frage der Organisation

Danach gefragt, wie sie die Doppelbelastung bewältigt, antwortet Elisabeth Kappos sehr überlegt: «Ich glaube, man darf das Ganze nicht als Belastung empfinden. Für uns war klar, dass wir eigene Kinder möchten und natürlich ist es anstrengend, alles unter einen Hut zu bringen, wenn sie noch so klein sind. Aber man schöpft eben auch sehr viel positive Energie aus dem Ganzen – sowohl von den Kindern wie auch von den Patientinnen und Patienten kommt einfach sehr viel zurück. Natürlich muss man zumindest vorübergehend auf einiges verzichten, aber das nehme ich gar nicht so wahr. Ich gehe sehr gerne joggen, und jetzt jogge ich eben mit den Kindern im Jogging-Kinderwagen – das macht uns allen grossen Spass und sogar mein Vater begleitet uns öfters dabei.» Effizienz wird (noch) wichtiger: Elisabeth Kappos war, bevor sie Mutter wurde, abends oft lange im Spital, obwohl nach einem so langen Arbeitstag die Produktivität natürlich nachlässt. «Die Kinder motivieren einen sehr, rechtzeitig zu gehen, damit wenigstens noch ein bis zwei gemeinsame Stunden abends bleiben, und ausserdem schliesst ja auch das SpatzenNest irgendwann…  Man macht dann halt keine Mittagspause und versucht, wirklich maximal effizient zu sein während der Arbeit.»

Ein gutes Gefühl

Der ältere Sohn von Elisabeth Kappos beginnt langsam zu fragen, wo die Mama eigentlich jeden Tag hingeht, wenn er in der Kita ist. «Er will wissen, was ich denn im Spital mache und wie ich die Zeit ohne ihn und seinem Bruder verbringe. Im Moment empfindet er das noch alles als sehr positiv – ich glaube, es wird ihm im SpatzenNest auch vermittelt, dass die Mama gerade operiert und dass da Menschen geholfen wird. Ich weiss aber, dass die Phase kommt, wo der Abschied härter wird – das erzählen mir zumindest Freunde mit älteren Kindern. Ich glaube aber, vieles hängt auch von der eigenen Einstellung ab – ich habe so ein gutes Gefühl mit dem SpatzenNest, dass die Kinder das sicher auch spüren.» Dieses gute Gefühl gilt auch für ihren Arbeitgeber: «Ich empfinde das Unispital einfach als einen unglaublich tollen Arbeitsort – ich fühle mich beflügelt von all diesen intelligenten Leuten, von denen ich hier umgeben bin. Es ist aussergewöhnlich, wie interdisziplinär gerade unsere Klinik in der Grundlagenforschung, aber auch klinisch in den verschiedenen Zentren zusammenarbeiten darf. In dieser Form gibt es das nicht an vielen Orten. Ich empfinde es als Privileg, dass mir auch von meinen Vorgesetzten viele Freiheiten gelassen werden und ein grosses Vertrauen in meine klinischen und wissenschaftlichen Fähigkeiten entgegengebracht wird. Durch diese Unterstützung fällt die viele Arbeit auf sehr fruchtbaren Boden und ich kann mich stetig weiterentwickeln. All dies sind Gründe, warum ich ausgesprochen gerne hier am Universitätsspital Basel arbeite.»

 

Möchten Sie mehr über das SpatzenNest erfahren? Hier finden Sie alle Infos und Ansprechpersonen!

 

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