Karriereblog des Universitätsspitals Basel
18. Juni 2020

KVP-Preis und Future Friday: Die Mitarbeitenden-Wettbewerbe am USB

Projektförderung wird am Universitätsspital Basel grossgeschrieben: Es gibt gleich zwei interne Wettbewerbe, bei denen Innovationen von Mitarbeitenden unterstützt und prämiert werden. Aber was sind die Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Ziele der beiden Ausschreibungen für spannende Mitarbeitendenideen?

 

Im Interview:
Dr. Katharina Rüther-Wolf, Leiterin Patientenzentriertes Management, Initiantin KVP-Preis
Prof. Jens Eckstein, Leiter Innovationsmanagement, Initiant Future Friday

 

Beschreiben Sie uns doch kurz «Ihren» Wettbewerb!

Dr. Katharina Rüther-Wolf:
Der KVP-Preis prämiert jeweils drei Ideen zur Verbesserung, die sich Mitarbeitende überlegt und in ihrem interprofessionellen Team umgesetzt haben. Im Unispital versuchen wir ja aktiv, eine Kultur zur kontinuierlichen Verbesserung zu etablieren. Wir zeichnen einmal im Jahr Ideen aus, die den Patienten oder die Patientin in den Mittelpunkt stellen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden ebenfalls davon profitieren. Alle Ideen, die wir erhalten, wurden bereits in den verschiedenen Abteilungen umgesetzt – wir zeichnen dafür das ganze interprofessionelle und interdisziplinäre Team aus. Den KVP-Preis verleihen wir seit drei Jahren jährlich, 2020 kommt jetzt der vierte.

Prof. Jens Eckstein:
Der Future Friday gehört zum Innovationmanagement am Unispital und zielt grundsätzlich auf Ideen ab, die Neuentwicklungen aus dem digitalen Bereich beinhalten. Zu uns kommen Vorschläge, die technische Innovationen oder etwas aus dem IT-Segment beinhalten. Falls wir Projekte erhalten, die besser zum KVP-Preis passen, leiten wir die direkt weiter. Den Future Friday gibt es erst seit letztem Jahr. Wir machen ihn quartalsweise – dieses Jahr sind zwei Events ausgefallen, dafür werden die im September und November ein bisschen grösser.

 

Was gibt es zu gewinnen?

Dr. Katharina Rüther-Wolf:
Beim KVP-Preis gibt es jeweils ein Essen fürs ganze Team und einen Geldpreis, nämlich 2000 Franken, die für weitere Verbesserungsideen verwendet werden können. Ausserdem werden die Teams und ihr Projekt in der Gazzetta vorgestellt und der Spitaldirektor gratuliert ihnen an einer Mitarbeitendenveranstaltung persönlich.

Prof. Jens Eckstein:
Der Gewinner oder die Gewinnerin des Future Fridays hat sechs Monate Zeit, um zu zeigen, dass die Idee funktioniert. In dieser knapp bemessenen Zeit bieten wir die benötigten Ressourcen, um die Geschichte möglichst zu einer Erfolgsstory zu machen. Je nachdem kann das eine komplette oder teilweise Freistellung von der Kerntätigkeit (sofern das für die Abteilung möglich ist), spezielle Hardware und, wo gewünscht, auch personelle Unterstützung sein.

 

Welche Projekte kommen denn da so?

Prof. Jens Eckstein:
Pro Jahr nehmen wir etwa 40 Projekte ins Ranking auf, das Feld ist sehr breit. Der Innovationsgedanke ist zwingend für uns – die Projektteilnehmenden sollen selbst etwas entwickeln, es reicht nicht, die Implementierung einer bestehenden App vorzuschlagen. Was mich sehr freut, ist, dass der Future Friday wirklich für alle ist: Physiotherapeutinnen und -therapeuten, Klinikchefs, Admin-Leute – wir haben wirklich aus allen Abteilungen und Berufsgruppen Eingaben, und sogar gendermässig ist es erfreulich ausgeglichen.

Dr. Katharina Rüther-Wolf:
Beim KVP-Preis erhalten wir etwa 20 Eingaben pro Jahr, alle sehr unterschiedlich, was ich toll finde. Wir haben Eingaben von Bettenstationen, von der Küche oder auch von Reinigungskräften, die mit der Spitalpharmazie zusammengearbeitet haben. Eigentlich haben wir bereits aus allen Abteilungen des USB Eingaben erhalten. Die Bedingung ist ja, dass ein interprofessionelles Team teilnimmt und ein Austausch unter verschiedenen Abteilungen stattfindet

 

Sie haben doch sicher ein Lieblingsprojekt...

Dr. Katharina Rüther-Wolf:
Am spannendsten sind natürlich die Projekte, bei denen eine Schnittstelle entsteht, wo sonst eine Mauer ist. Da kommen Abteilungen zusammen, fokussieren sich auf den Patientenfluss und verbessern die Situation gemeinsam und für alle Beteiligten. Ein Beispiel: Eine MTRA und eine Assistenzärztin Radiologie und Notfall schlossen sich mit der ICT zusammen und entwickelten ein Farbcode-System, so dass die CT-Befunde viel schneller kamen. Das ist ein Zeitgewinn für die Patientinnen und Patienten, aber auch für die Notfallärztinnen und -ärzte, die jetzt viel weniger durch Telefonate gestört werden.

Auf einer Abteilung waren die Mitarbeitenden manchmal zwei Stunden mit dem Schreiben von Infusionsbestellungen und Ähnlichem beschäftigt, alles von Hand, und jetzt sind es höchstens noch 20 Minuten, weil der Prozess gemeinsam mit der ICT digitalisiert und verbessert wurde. Wir planen dies nun auf allen Stationen umzustellen, so dass überall mehr Zeit für die Patienten und Patientinnen zur Verfügung steht

Prof. Jens Eckstein:
Mich faszinieren die Projekte am meisten, die das Potenzial haben, Dinge nachhaltig zu verändern. Unser allererstes Siegerprojekt war ein Self-Check-In-Terminal für den Notfall: Damit können sich die Leute selbst registrieren, wenn sie ins Spital kommen, und sich schon mal Blutdruck, Puls und Atmung messen. Dabei war schnell klar, dass das Terminal funktioniert und dass es sich auch für die Polikliniken und die ganzen Sprechstunden eignet.

Auch das Buzzersystem in der Dermatologie finde ich toll – am Anfang klang es etwas trivial, aber unterdessen wurde daraus ein schlaues System fürs Handy, das Patientinnen und Patienten 10 Minuten vor dem Termin benachrichtigt und gleichzeitig die Ärztinnen und Ärzte über einen Monitor informiert, wer wann zu welchem Termin kommt. Das Ganze funktioniert so gut, dass wir es gerne für das gesamte Spital anbieten wollen.

Wie siehts denn jetzt nach dem Corona-Lockdown mit den Wettbewerben aus?

Dr. Katharina Rüther-Wolf: In den letzten Monaten mussten wir alle sehr flexibel sein – ganz viele Verbesserungsideen sind gleich umgesetzt worden. Was jeder von uns bezüglich «neu denken» in dieser Zeit geleistet hat, war sehr intensiv. Meine Prognose ist, dass uns das nochmals einen Anschub gibt. Prof. Jens Eckstein: Das war sicher ein positiver Effekt der COVID-19-Zeit: Es wurde ein bisschen mehr entschieden, man war vielleicht mutiger und wagte mehr Neues. Dr. Katharina Rüther-Wolf: Genau – wenn wir mit diesem Drive weitermachen, ist das Universitätsspital Basel wirklich fit für die Zukunft.

 

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