Blog des Universitätsspitals Basel
03. September 2021

Erste vielversprechende Therapie für Vieltrinker

Eine im Journal of Clinical Investigation publizierte Studie von Dr. Bettina Winzeler und Prof. Mirjam Christ-Crain zeigt, dass GLP-1 Analoga nicht nur den Drang zu essen reduzieren, sondern auch bei primärer Polydipsie, also übermässigem Durstgefühl helfen können.

 

Menschen mit dem Krankheitsbild der Primären Polydipsie leiden an einem starken Durstgefühl und exzessivem und zwanghaftem Trinken. Oft trinken diese Menschen 5 bis 10 Liter Wasser pro Tag. Die Primäre Polydipsie tritt im Zusammenhang mit psychiatrischen Erkrankungen auf, aber immer öfter auch bei Personen, die «Vieltrinken» mit einem gesundheitsbewussten Lebensstil assoziieren.

Das ständige Durstgefühl und das vermehrte Wasserlösen Tag und Nacht, kann nicht nur zu starkem Leidensdruck, sondern auch zu einer gefährlichen Wasservergiftung führen, welche ein Hirnödem mit Erbrechen und Krampfanfällen zur Folge haben kann. Bisher gab es keine medikamentöse Behandlungsmöglichkeit.

Glucagon-like peptide-1 (GLP1)-Analoga reduzieren den Appetit und den Drang «zu essen», und werden deshalb weltweit und seit Jahren erfolgreich in der Therapie der Adipositas und des Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt.

Die Forschungsgruppe von Dr. Bettina Winzeler und Prof. Mirjam Christ-Crain vom Departement Klinische Forschung der Universität und des Universitätsspitals Basel haben nun in einer randomisierten, doppel-blinden placebo-kontrollierten Studie gezeigt, dass GLP-1 Analoga den Drang zu trinken und somit die Trinkmenge, das nächtliche Wasserlösen und den Leidensdruck von Patienten mit Primärer Polydipsie bedeutend reduzieren. GLP-1 Analoga sind somit eine erste medikamentöse Therapieoption für diese Patientengruppe.

Die Studie wurde im Journal of Clinical Investigation (JCI) publiziert.

 

 

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