Blog des Universitätsspitals Basel
23. Januar 2020

Forscher untersuchen «Tamiflu»

Eine internationale Studie mit Beteiligung von Grundversorgern der Nordwestschweiz zeigt, Oseltamivir kann insbesondere älteren Grippepatienten helfen.

 

Eine internationale Studie mit Beteiligung von Forschern des Universitätsspitals Basel hat die Wirkung von Oseltamivir, dem Wirkstoff im Grippe-Medikament Tamiflu®, bei Patienten mit grippe-ähnlichen Beschwerden untersucht. Die Studie wurde von der EU finanziert. Mit einem innovativen Studiendesign konnte insbesondere die Wirkung von Oseltamivir bei speziellen Patientengruppen wie älteren Patienten oder Patienten mit mehreren Gesundheitsproblemen untersucht werden. Die Ergebnisse wurden nun in der international renommierten Fachzeitschrift «The Lancet» publiziert. Einerseits wurden die Resultate früherer randomisierter kontrollierter Studien bestätigt. Gegenüber einer Grippe-Behandlung ohne Oseltamivir verkürzt sich beim Einsatz des Mittels die Krankheitsdauer um rund einen Tag. Allerdings, und das ist neu, ist diese Wirkung bei besonders vulnerablen Patienten um einiges ausgeprägter. Bei älteren Patientinnen und Patienten, aber auch bei solchen mit schwereren Grippesymptomen oder parallel auftretenden Erkrankungen oder Vorerkrankungen, verkürzt sich die Grippe-Dauer um zwei bis drei Tage. Die Forschenden kommen daher zum Schluss, bei diesen Patientengruppen mache eine Behandlung mit Oseltamivir durchaus Sinn. Ausserdem konnten Sie die Vermutung bestätigen, dass die Wirksamkeit des Grippemittels steigt, je früher in der Erkrankung es genommen wird.

An der Studie nahmen während drei Grippe-Saisons 3266 Personen mit Verdacht auf Grippe aller Altersgruppen teil. Sie wurden in 209 Praxen und Kliniken in 15 europäischen Ländern rekrutiert. Die Behandlung mit Tamiflu® gegenüber einer symptomatischen Behandlung erfolgte nach dem Zufallsprinzip.

 

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