Blog des Universitätsspitals Basel
09. September 2022

LSD-assistierte Therapie wirkt bei einer Angsterkrankung rasch und nachhaltig

LSD kann bei Angsterkrankungen Erleichterung bringen. Dies zeigt eine Studie der Klinischen Pharmakologie und Toxikologie des Universitätsspitals Basel, die in der Fachzeitschrift Biological Psychiatry veröffentlicht wurde.

 

Das Universitätsspital Basel forscht am Labor von Prof. Matthias Liechti seit Jahren intensiv am Einsatz von psychoaktiven Substanzen zur Behandlung diverser Krankheitsbilder. Die aktuelle Studie untersuchte nun, ob LSD bei Patienten mit Angst im Rahmen einer lebensbedrohlichen Krankheit und bei Patienten mit einer Angsterkrankung ohne eine körperliche Krankheit therapeutisch wirksam und sicher ist. Lysergsäurediethylamid (LSD) ist eine erstmals 1938 in Basel hergestellte psychoaktive Substanz mit hohem therapeutischem Potential.

Die Studie wurde vom USB in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Psychiatern und Therapeuten unter der Leitung von Dr. Peter Gasser durchgeführt. Es wurden 42 Patienten eingeschlossen. Zwei Behandlungen mit LSD in einem kontrollierten und überwachten Rahmen im Abstand von sechs Wochen bewirkten im Vergleich zu einer Placebo Behandlung eine Besserung von Angst- und Depressionssymptomen. Diese Besserung war auch nach 4 Monaten noch anhaltend.

Die Resultate müssen nun in weiteren, grösser angelegten Studien bestätigt werden. Diese erste moderne Studie mit LSD ergänzt bisherige Untersuchungen mit dem LSD-ähnlichen Psychedelikum Psilocybin bei Patienten mit Angst und Depression bei Krebserkrankungen. Zudem wurde nun erstmals auch ein Hinweis auf eine Wirksamkeit bei generalisierter Angsterkrankung gezeigt. Es bleiben aber auch viele Fragen offen: So wurde die Studie zwar doppelblind durchgeführt, aber der akute Effekt von LSD lässt sich nicht mit einem inaktiven Placebo vergleichen. LSD ist zwar insgesamt sicher, aber für einzelne Patienten war der akute Effekt beängstigend. Dies zeigt, dass LSD vorderhand nur eine Behandlung für ausgewählte Patientinnen und Patienten in einem sicheren Rahmen mit intensiver therapeutischer Begleitung ist. 

 

Zur Studie.

 

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