Blog des Universitätsspitals Basel
16. Dezember 2019

Unsere Weihnachtsspendenaktion 2019: Calcutta-Project

Jedes Jahr in der Adventszeit sammelt das Universitätsspital Basel für ein Hilfsprojekt, bei welchem Mitarbeitende mitwirken. Dieses Jahr sammeln wir für das Projekt von Anika Züchner, die sich für eine bessere Gesundheitsversorgung für sozial benachteiligte Menschen in Kalkutta (Indien) einsetzt. Im Interview erzählt sie, was das Calcutta-Project erreichen will und warum ihr das Projekt besonders am Herzen liegt.

 

Liebe Anika, bereits seit sieben Jahren setzt Du dich für das Calcutta-Project ein. Wie bist Du zu deiner ehrenamtlichen Arbeit beim Basler Hilfsprojekt gekommen?

Als ich mein Studium an der Universität Basel begonnen habe, nahm ich mir vor, mich ehrenamtlich für ein Hilfsprojekt einzusetzen. An der Uni habe ich dann am Infomarkt das Calcutta Project kennengelernt.  Im Vergleich zu den anderen Hilfsprojekten wirkte das Projekt sehr persönlich und auch nicht allzu gross. Dadurch hatte ich das Gefühl mich so stärker an den Prozessen beteiligen zu können und näher am Projekt zu sein. Ausserdem gefiel mir sofort sehr gut, dass die Stiftung durch Studierende geleitet wird. Dass das Projekt bereits seit 1991 erfolgreich besteht, hat mich ebenfalls sehr beeindruckt.

Wie hilft das Projekt den Menschen in Indien?

Von dem Gesundheitssystem, das wir hier in der Schweiz haben, können die Menschen in Kalkutta nur träumen. Viele Bewohner dort sind nicht versichert. Eine Krankheit kann jemanden in den finanziellen Ruin treiben, wenn keine Familie dahinter steht, die sie auffängt. Dank unserem Ambulatorium, dass wir im Rahmen des Projektes aufgebaut haben, erhalten sozial benachteiligte Menschen eine medizinische Grundversorgung, Aber auch unsere Präventions- und Aufklärungsarbeiten sollen die Gesundheitssituation der dort lebenden Menschen verbessern.

Auf dem Plakat der Weihnachtsspendenaktion lächelt uns ein Haufen Kinder entgegen – wie werden sie unterstützt?

Eines unserer Hauptziele ist es den Kindern vor Ort eine Perspektive zu geben. In Kalkutta befindet sich das grösste Rotlichtviertel Indiens. Damit die Kinder der Sexarbeiterinnen einen sicheren Platz zum Schlafen haben, während ihre Mütter abreiten, haben wir eine Schlafstelle sowie einen Aufenthaltsort für sie realisiert. Hier kriegen sie warme Mahlzeiten, Hausaufgabenbetreuung und vor allem die Gelegenheit, Kind zu sein.

Gibt es einen Moment oder eine Geschichte, die dich in dieser Zeit besonders geprägt hat?

Für mich eine besondere Erfolgsgeschichte, ist die von Niraj Singh. Er hat früher ebenfalls als Kind im Konika Nightshelter übernachtet. Mittlerweile ist er Student und engagiert sich nun selber ehrenamtlich für unser Projekt. Er hat den Absprung geschafft und nun eine Perspektive gewonnen – das wünschen wir uns für jedes Kind.

Welches Ziel habt ihr euch als nächstes  gesetzt?

Nachdem wir mit der Schlafstelle und dem Aufenthaltsort für die Kinder bis zu 12 Jahren eine Lösung gefunden haben, sind wir nun dabei ein Folgeprojekt aufzubauen, um auch den Jugendlichen über 12 Jahren ein sicheres Umfeld für ihre weitere schulische Ausbildung geben zu können. Ziel ist es die Jugendlichen bis zum Start einer Ausbildung oder Studiums zu begleiten und Unterstützung anzubieten. Diese Möglichkeit würde von den „Konika-Kindern“ und ihren Eltern sehr geschätzt werden.

Wir wünschen Anika Züchner und ihrem Projekt weiterhin viel Erfolg und sind gespannt, was mit unseren Spenden in Kalkutta umgesetzt werden kann.

 

Unterstützen auch Sie das Calcutta-Project:

 Über das USB-Spendenkonto können auch Sie noch bis am 19.12.2019 spenden und das Projekt unterstützten:

 IBAN: CH93 0023 3233 6226 1401 Y

Vermerk: WEIHNACHTEN 2200810

 

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