Blog des Universitätsspitals Basel
04. Februar 2020

Was mit Zucker geht, geht auch mit Salz

Gegen einen Abfall des Blutsalzspiegels scheint ein Medikament Wirkung zu zeigen, das bereits bei Zuckerkranken Patientinnen und Patienten eingesetzt wird.

 

Unter den Elektrolytstörungen ist die Hyponaträmie, also der Abfall des Blutsalzspiegels die häufigste. Bei den hospitalisierten Patienten macht sie einen Drittel der Fälle aus. Die häufigste Ursache ist das sogenannte «Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (ADH)», bei dem durch eine Fehlregulation von ADH vermehrt Wasser im Körper zurück behalten wird. Das führt via Verdünnung zu einem Absinken des Salzspiegels.

Trotz der Häufigkeit dieses Syndroms gibt es bis heute nur wenige Therapiemöglichkeiten. Die häufigste Behandlung ist eine Begrenzung der täglichen Trinkmenge auf weniger als 800ml, was jedoch mühsam und meist nicht erfolgreich ist. Entsprechend haben viele Patienten eine über längere Zeit bestehende Hyponaträmie, was zu Konzentrationsstörungen, Stürzen mit Knochenbrüchen sowie vermehrten Spitalaufenthalten und Todesfällen führen kann.

Empagliflozin ist ein Medikament, dass zur Behandlung für Patienten mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) entwickelt wurde und bei diesen Patienten die kardiovaskuläre Mortalität senkt. Empagliflozin führt zur vermehrten Ausscheidung von Zucker im Urin. Mit dem Zucker wird immer auch ein Anteil zusätzliches Wasser ausgeschieden. Diese Eigenschaft haben nun Dr. Julie Refardt und Prof. Mirjam Christ-Crain vom Univeristätsspital Basel ausgenutzt, um auch Patienten mit einer Hyponatriämie zu behandeln. 

In einer Studie an über 80 Patienten mit Hyponatriämie konnten sie zeigen, dass eine Therapie mit Empagliflozin die Blutsalzspiegel schneller und besser anhebt als eine Therapie mit einem Scheinmedikament (Placebo). Somit ist Empagliflozin eine neue, vielversprechende Therapieoption für viele Patienten, die mit tiefem Blutsalzspiegel hospitalisiert sind.

 

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