Blog des Universitätsspitals Basel
25. November 2020

Zwei Herzinfarkt-Typen: präzisere Diagnose, bessere Behandlung

Wie man in den letzten Jahren zu verstehen lernt, können unterschiedliche Vorgänge zu einem Herzinfarkt führen. Eine soeben erschienene Studie unter der Führung von Ärztinnen und Ärzten des Unispitals Basel hilft diese Mechanismen besser zu verstehen. Ausgehend von den Ergebnissen haben die Autorinnen und Autoren die zugrundeliegenden Ursachen von Herzinfarkten neu eingeteilt.

 

Dr. Thomas Nestelberger und Hadrien Schoepfer (CRIB) sind die Erstautoren der kürzlich in der Zeitschrift Circulation veröffentlichten Studie. Die Studie hat die Daten der weltweit grössten Kohorte an Brustschmerz-Patientinnen und -Patienten ausgewertet.

Es gibt zwei wichtige Gruppen: den Typ-1-Infarkt, den «klassischen» Herzinfarkt mit Plaque-Ruptur und Verschluss oder Teilverschluss des Koronargefässes, und den Typ-2-Infarkt, der durch eine Diskrepanz zwischen Angebot und Bedarf von Sauerstoff im Herzmuskel ausgelöst wird, z.B. bei Herzrhythmusstörungen. Da sich Diagnostik und Behandlung von PatientInnen mit den beiden Herzinfarkt-Typen unterscheiden, hat die Neueinteilung der Ursachen eine direkte Auswirkung auf die tägliche Behandlung von Patientinnen und Patienten, weil sie eine zielgerichtete Diagnostik und Therapie erlaubt.

Die vom Schweizerischen Nationalfonds, der Schweizerischen Herzstiftung, der kardiovaskulären Stiftung Basel, der Universität Basel und dem Universitätsspital Basel unterstützte Studie basiert auf interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen dem Universitären Herzzentrum, dem Notfallzentrum, der Labormedizin und der Klinik für Innere Medizin des Unispitals Basel und mit anderen führenden Spitälern in der Schweiz und im europäischen Ausland.

 

 Circulation: Effect of a Proposed Modification of the Type 1 and Type 2 Myocardial 2 Infarction Definition on Incidence and Prognosis. Erstautoren: Hadrien Schöpfer (Doktorand im CRIB) und Thomas Nestelberger (Senior Researcher im CRIB). Letztautor: Prof. Christian Müller (CRIB). Oktober 2020.

 

 

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