15. Februar 2019

Wichtiger Fortschritt bei den Immuntherapien gegen Krebs

Eine internationale Forschungsgruppe hat einen genetischen Marker gefunden, mit dem Krebspatienten identifiziert werden können, die gegen Immuntherapien resistent sind. Aus den Forschungsergebnissen lassen sich sogar neue mögliche Ansätze ableiten, wie diese Resistenz umgangen werden könnte. Die Studie ist federführend am Departement Biomedizin der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel entstanden.

 

Obwohl Immuntherapien bei einigen Tumorarten erfolgreich angewendet werden können, ist ein grosser Teil der Krebspatientinnen und -patienten resistent gegen diese Art von Therapie. Die Forschung am Departement Biomedizin der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel (USB) auf dem Gebiet der Immuntherapie gegen Krebs hat in den vergangenen Monaten mehrere wichtige Fortschritte erzielt. Insbesondere wurden kürzlich neue Therapieziele für die Immuntherapie gefunden.

Nun ist es der Forschungsgruppe um Dr. Heinz Läubli und Prof. Alfred Zippelius gelungen, einen neuen Marker zu identifizieren, der bei Patientinnen und Patienten eine Resistenz gegen die am häufigsten angewandte Form der Immuntherapie gegen Krebs vorhersagt, gegen sogenannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren. Eine im Erbgut kodierte Version eines Eiweisses führt bei einigen Patientinnen und Patienten dazu, dass die Immuntherapie das Immunsystem gegen den Krebs nicht wie gewünscht aktivieren kann.

Dieses Eiweiss kommt auf der Oberfläche von Abwehrzellen, den natürlichen Killerzellen, vor. Die im Erbgut kodierte Variante des Eiweisses kann dazu führen, dass die natürlichen Killerzellen nicht mehr gleich effizient arbeiten und den Krebs nicht angreifen können, wenn eine Immuntherapie verabreicht wird.

Neuer Ansatzpunkt für die Immuntherapie

Die Entdeckung ist einerseits im klinischen Alltag wichtig, um bei Patientinnen und Patienten ein schlechteres Ansprechen auf eine Immuntherapie vorherzusagen. Andererseits kann man diese Information zukünftig auch nutzen, um solche Patientinnen und Patienten mit einer verbesserten Immuntherapie zu behandeln. Die Forschenden fanden nämlich heraus, dass ein im Tumor produziertes Eiweiss an den Oberflächenrezeptor von natürlichen Killerzellen binden kann. Diese Wechselwirkung macht die natürlichen Killerzellen funktionsuntüchtig. Mit noch zu entwickelnden Hemmstoffen können somit Immuntherapien gezielt verbessert werden.

Die Resultate der Studie sind soeben in der Fachzeitschrift «Clinical Cancer Research» publiziert worden. Die Studie wurde von der Krebsforschung Schweiz, der Krebsliga beider Basel, dem Schweizerischen Nationalfonds und der Goldschmidt-Jacobson Stiftung unterstützt. Vom USB waren die Kliniken für Onkologie und Thoraxchirurgie sowie das Institut für Medizinische Genetik und Pathologie beteiligt. Ausserdem leisteten die Pathologie des Kantonsspitals Baselland sowie das Kantonsspital St. Gallen und die Universität Innsbruck einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Studie.

Zur Studie: clincancerres.aacrjournals.org/content/early/2019/02/14/1078-0432.CCR-18-3041

 

Medienauskunftsstelle