03. Juli 2015

Chirurgische Checkliste verbessert die Sicherheit der Patienten

Das Universitätsspital Basel hat das Pilotprogramm „progress! Sichere Chirurgie“ erfolgreich umgesetzt. Die korrekte Anwendung der chirurgischen Checkliste ist bereits weit fortgeschritten, wie es im Abschlussbericht der Patientensicherheit Schweiz heisst. Für ein Spital dieser Grösse brauche es allerdings noch mehr Zeit, um den Implementierungsprozess abzuschliessen. Unbestritten ist, dass das Pilotprogramm die Sicherheitskultur im Universitätsspital Basel gefördert und die Gewährleistung der Patientensicherheit gestärkt hat.

 

Am zweijährigen Pilotprogramm „progress! Sichere Chirurgie“ haben sich zehn Schweizer Spitäler beteiligt, darunter mit all seinen 16 operativen Kliniken auch das Universitätsspital Basel (USB). Ziel des Pilotprogramms war, die chirurgische Checkliste korrekt und bei jeder Operation anzuwenden, um unerwünschte Ereignisse bei Eingriffen zu vermeiden. Der Abschlussbericht der Patientensicherheit Schweiz stellt dem USB nun ein gutes Zeugnis aus. So sei „die korrekte und komplette Implementierung der Checkliste bereits weit fortgeschritten“. Allerdings gibt der Abschlussbericht zu bedenken, dass es „in einem Spital dieser Grösse, in dem die Veränderung so viele Personen betrifft, mehr Zeit braucht […], um den Implementierungsprozess abzuschliessen“.

Schon jetzt lässt sich feststellen, dass die angestrebte Veränderung im OP-Saal die Mitarbeitenden des USB erreicht hat. Denn 99 Prozent der befragten Mitarbeitenden wissen, wie die Checkliste gemäss interner Richtlinien angewendet werden soll. Gemäss Abschlussbericht ist „klar erkennbar, dass die Verhaltensänderung im USB […] klar auf eine konsequente und flächendeckende Anwendung der Checkliste abzielt“. Die erkennbaren Veränderungen seien „sehr positiv zu bewerten“. Allerdings wird nicht verhehlt, dass etwa ein Drittel der Befragten zum heutigen Zeitpunkt mit der Anwendung der Checkliste noch unzufrieden sei. Alles in allem hält der Abschlussbericht aber fest, dass das OP-Personal des USB die Checkliste als Instrument zur Verbesserung der Patientensicherheit akzeptiere und ihr positiv gegenüber stehe.

Förderung der Sicherheitskultur

Im USB hat die Anwendung der chirurgischen Checkliste, die sich an Cockpit-Checklisten aus der Luftfahrt orientiert, eine bewusste Förderung der Sicherheitskultur mit sich gebracht. Im OP-Saal hat mehr Struktur Einzug gehalten, was bei sich stets verändernden Teams auch zu mehr Orientierung und Sicherheit für die einzelnen Mitarbeitenden geführt hat. Mit der Etablierung der chirurgischen Checkliste als neue Sicherheitsnorm, kann ein wichtiger Beitrag zu einer besseren Gewährleistung der Patientensicherheit geleistet werden.

Eine wichtige positive Auswirkung des Pilotprogramms „progress! Sichere Chirurgie“ ist ausserdem, dass im OP-Saal die Zusammenarbeit zwischen den Fachdisziplinen und den Berufsgruppen gestärkt werden konnte. Dazu sagt Henry Hoffmann, Oberarzt Viszeralchirurgie des USB: „Obwohl bei einer Operation die Chirurgin oder der Chirurg die Hauptverantwortung hat, trägt jede und jeder eine Mitverantwortung für die Sicherheit der Patientinnen und Patienten und muss sich auch trauen dürfen, Bedenken zu äussern und auf Fehler hinzuweisen.“

 

Medienauskunftsstelle