11. Apr 2019

Chronische Leukämie: Besserer Therapie-Ansatz durch Wirkstoff-Kombination

Am Universitätsspital Basel wird ein optimierter Therapieansatz für eine Gruppe von bösartigen Knochenmarkserkrankungen erprobt. PD Dr. Sara Meyer und ihre Forschungsgruppe publizieren im Journal of Clinical Investigation eine Studie zur Behandlung der so genannten myeloproliferativen Neoplasien.

 

Warum wirkt die Standardtherapie bei einer Gruppe von chronischen Leukämien, den fortgeschrittenen myeloproliferative Neoplasien (MPN), nur beschränkt? Eine Studie der Hämatologie des Universitätsspitals Basel (USB) und des Departements Biomedizin des USB und der Universität Basel hat eine Antwort auf diese Frage gefunden. PD Dr. Sara Meyer, Oberärztin und Forschungsgruppenleiterin der Klinik für Hämatologie und des Departements Biomedizin, publiziert mit ihrer Forschungsgruppe «Myeloid Malignancies» eine Studie im Journal of Clinical Investigation. Darin identifizieren die Forscherinnen und Forscher einen molekularen «Bypass» als Ursache der begrenzten Wirksamkeit der Standard-Therapie mit Ruxolitinib. Dieses Medikament blockiert unkontrollierte Wachstumssignale in der Zelle, die zu einer Überproduktion von Vorläuferzellen führen. Diese können aber auf einem anderen Signalweg trotz der Behandlung übermittelt werden.

Basierend darauf hat die Gruppe einen neuen Therapie-Approach erprobt: Durch Beigabe eines zweiten Medikaments, und damit durch die Inhibition des zweiten Signalwegs in der Zelle, wird dieser Resistenzmechanismus überwunden und so die Wirksamkeit der Therapie deutlich erhöht. Insbesondere wird die Verfaserung des blutbildenden Knochenmarks (Knochenmarkfibrose) dieser Patienten durch den neuen Therapie-Approach mit einer kombinierten JAK2- und MEK-Inhibition reduziert. Der zweite Wirkstoff ist in der Klinik bereits bekannt, er wird unter anderem zur Bekämpfung von Melanomen (schwarzem Hautkrebs) eingesetzt. Die geplanten Nachfolge-Studien werden vom Schweizerischen Nationalfonds mit einem SNF Eccellenza Professorial Fellowship unterstützt. Eine klinische Pilotstudie mit der neuen Kombinationstherapie in der Schweiz ist geplant. Die Studie unterstreicht damit das translationale Potential aus der Forschung in die Klinik («from bench to bedside») der hämatologischen Forschung am Universitätsspital Basel.

 

Medienauskunftsstelle