06. Februar 2019

Digitale Diagnostik zur Bestimmung von Immunzellentypen im Blut

In Zukunft wird es möglich sein, durch digitale Analysen Immunzellen zu bestimmen und somit eine Störung des immunologischen Gleichgewichts festzustellen. Die Grundlagen dazu liefert eine Studie, die am Departement Biomedizin der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel entstanden ist. Die Arbeit kann die Diagnose von Krankheiten erleichtern, bei denen ein Ungleichgewicht der Immunzellentypen im Blut charakteristisch ist, so zum Beispiel bei Tumor- oder Autoimmunerkrankungen.

 

Blut besteht unter anderem aus verschiedenen Typen von weissen Blutzellen. Sie tragen alle ihren Teil dazu bei, den Körper vor Krankheiten zu schützen. Wenn sich die Verteilung der Typen von weissen Blutzellen verschiebt, deutet dies auf eine Fehlfunktion im Immunsystem hin oder auf den Ausbruch einer Krankheit.

Die Studie von Dr. Gianni Monaco aus der Forschungsgruppe von Prof. Alfred Zippelius am Departement Biomedizin der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel liefert wichtige Grundlagen. Sie zeigt, dass Störungen der Normalverteilung der weissen Blutzellen einfacher bestimmt werden können. Anstatt wie bisher 29 Untertypen voneinander zu trennen, um dann ihre jeweiligen Verhältnisse bestimmen zu können, ist dies nun in einem Schritt möglich. Eine neue digitale Untersuchungsmethode kann die Verteilung der weissen Blutzelltypen mathematisch anhand genetischer Informationen aus Blutproben feststellen. Dabei wird das mathematische Verfahren der Dekonvolution verwendet, das beispielsweise auch beim computergestützten Schärfen von Bildern zum Einsatz kommt.

Hilfreich für die Krebsimmuntherapie

Die soeben in der Fachzeitschrift «Cell Reports» publizierte Forschungsarbeit stellt den Aspekt der klinischen Nutzbarmachung dieser Grundlagenforschung in den Vordergrund. Klar ist, dass die Erkenntnisse insbesondere im diagnostischen Bereich sehr hilfreich sein werden. Weitere mögliche Anwendungsgebiete gibt es in der Onkologie, in der es aktuell darum geht, das Tumormilieu besser zu verstehen. Es besteht nämlich nicht nur aus verschiedenen Immunzellen, sondern auch aus Gefässzellen, Gewebezellen und bösartigen Zellen.

Mit der nun erforschten Methode ist eine einfachere Bestimmung der Verhältnisse dieser zellulären Bestandteile denkbar. Prof. Alfred Zippelius, stv. Chefarzt Onkologie am Universitätsspital Basel, sagt: «Wir wissen heute, dass dieses Verhältnis wichtig ist, um herauszufinden, ob Patientinnen und Patienten auf die moderne Immuntherapie ansprechen oder nicht. Das von Dr. Monaco entwickelte Verfahren kann als möglicher Biomarker eingesetzt werden. Es muss aber im Bereich der Krebsimmuntherapie noch weiterentwickelt werden.»

Die Studie von Dr. Monaco ist im Rahmen einer internationalen Kooperation mit dem Immunology Network der Universität Singapur und der Universität Liverpool am Departement Biomedizin der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel entstanden.

 

Medienauskunftsstelle