21. Februar 2014

Erfolgreiche Herz-Operation mit einem Spezialroboter

Am Universitätsspital Basel ist erstmals mit Hilfe eines OP-Roboters eine Bypassoperation am Herzen durchgeführt worden. Die Vorbereitung des Operationsteams um PD Dr. Peter Matt und PD Dr. Oliver Reuthebuch des Herzzentrums dauerte über ein Jahr. Der Aufwand hat sich gelohnt: Die Operation mit dem DaVinci-Roboter verlief äusserst erfolgreich. Die Erfahrungen mit dem Einsatz von Robotern bei der Operation zeigen: Sie führen zu weniger Komplikationen und einer schnelleren Heilung des Patienten.

 

Am Herzen sind Eingriffe mit sogenannten DaVinci-Robotern eine Seltenheit. In Europa gibt es nur wenige Zentren, die Herzoperationen mit solchen Robotern durchführen – gängiger ist der Einsatz in der Gynäkologie und der Urologie. Anfangs Februar hat sich das Herzzentrum des Universitätsspitals Basel (USB) erstmals dem Verfahren angenommen, das aktuell sonst in keinem Schweizer Spital angewandt wird. Es handelte sich um eine Bypass-Operation, bei der die Brustwandarterie eines Patienten durch den DaVinci-Roboter präpariert wurde.

Kleinstmöglicher Schnitt führt zu bestem Ergebnis

PD Dr. Peter Matt, Chirurg am Herzzentrum des USB, erklärt die Vorteile: „Bei dieser OP-Methode muss nicht erst der ganze Brustkorb geöffnet werden, um dem Chirurgen Zugang zum Herzen zu verschaffen. Kleinste Einschnitte reichen aus, um über den Robert Zugang zum Herzen und der Brustwandarterie zu erhalten. Beim DaVinci-System arbeite ich nicht direkt am Patienten selber, sondern führe alle Handgriffe an einer Steuerungskonsole aus. Der Roboter operiert hier nicht selbständig, sondern überträgt die Bewegungen des Chirurgen ruhig und exakt.“ Mittels Joysticks bedient der Chirurg die Werkzeuge, die an den beweglichen Operationsarmen des Roboters befestigt sind. Auf einem Bildschirm sieht er ein 3-dimensionales, vergrössertes Bild des Eingriffs. Die Bildübertragung findet über eine ebenfalls am Roboter-Arm befestigte Kamera statt. Die Bypassoperation gelingt dann über einen 5 cm kleinen Schnitt am Brustkorb am schlagenden Herzen. Da weder das Brustbein geöffnet, noch eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden muss, ergeben sich für den Patienten deutliche Vorteile: ein schneller Heilungsprozess, weniger Schmerzen oder Komplikationen und eine kürzere Zeit auf der Intensivstation. Dr. Peter Matt ist mit der Operation und dem Resultat sehr zufrieden: „Dem Patienten geht es gut. Bereits nach einem Tag konnte er von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt werden. Nach wenigen Tagen konnte er ohne Schmerzen in die Rehabilitation entlassen werden. Normalerweise dauert dies gut zwei Tage.“

Ein Jahr Training für drei Stunden Operation

Dass der Eingriff perfekt abgelaufen ist, war nur dank einer langen und intensiven Vorbereitungsphase möglich. Das Operationsteam um PD Dr. Peter Matt und PD Dr. Oliver Reuthebuch absolvierte über ein Jahr ein intensives Training für die dreistündige Operation. Viel Zeit verbrachten sie am DaVinci-Roboter zur Simulation des Eingriffs, doch auch Besuche in ausländischen Kliniken standen auf dem Programm. In das intensive Training einbezogen wurden ein Team der Anästhesie sowie das Pflegepersonal. Denn nur viel Übung und erfolgreiches Teamwork garantieren, das Ziel einer optimalen chirurgischen Therapie bei maximaler Patientensicherheit zu erreichen.

 

Medienauskunftsstelle