11. November 2014

Hoffnungsvolle Behandlungsmethode für schwere Asthmatiker

Die medizinische Behandlung von Menschen mit schwerem Asthma stösst mit den etablierten Medikamenten an ihre Grenzen. Eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität verspricht nun eine neue Behandlungsmethode, welche in der Schweiz bisher nur im Universitätsspital Basel zum Einsatz kommt. Die bronchiale Thermoplastie sorgt bei Menschen mit schwerem Asthma für eine deutlich spürbare Linderung der Beschwerden.

 

Asthma ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, an der in der Schweiz rund fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden. Einige von ihnen sind gar vom höchsten Schweregrad betroffen, dem so genannten schweren, persistierenden Asthma. Dieser Form von Asthma kann allein mit den bekannten Medikamenten nur schlecht begegnet werden, weil sich die Beschwerden nicht gut kontrollieren lassen. Mit der bronchialen Thermoplastie bietet das Universitätsspital Basel (USB) als bisher einziges Schweizer Spital nun eine neue Behandlungsmethode an, welche Menschen mit schwerem Asthma eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität bringt.

Beim schweren, persistierenden Asthma werden die Wände der Atemwege von unüblich viel glattem Muskelgewebe umschlossen. Bei der bronchialen Thermoplastie wird die überschüssige glatte Bronchialmuskulatur in den Atemwegen mittels moderater Wärme verringert. Dadurch weiten sich die Atemwege wieder aus, das Atmen fällt leichter, und die Wahrscheinlichkeit eines Asthmaanfalls sinkt. Der Eingriff findet mittels Bronchoskopie (Lungenspiegelung) unter Sedierung (Verabreichung eines Schlafmittels) statt. Insgesamt werden drei Sitzungen, in denen jeweils ein anderer Bereich der Lunge behandelt wird, im Abstand von rund einem Monat angesetzt. Pro Sitzung ist eine kurze stationäre Aufnahme nötig, da die Patientinnen und Patienten nach den Eingriffen noch einige Tage beobachtet werden.

Signifikante Verbesserung der Lebensqualität

Die bronchiale Thermoplastie wird nur bei Menschen angewendet, die über 18 Jahre alt sind. Vor einem allfälligen Eingriff prüfen speziell geschulte Pneumologen des Lungenzentrums des USB, ob sich jemand überhaupt für die neuartige Behandlungsmethode eignet. Weltweit wurden bereits über 3‘000 Menschen mit schwerem Asthma mit der bronchialen Thermoplastie behandelt, im USB waren es seit Mitte Oktober bisher fünf Personen.

Prof. Daiana Stolz, Leitende Ärztin der Klinik für Pneumologie des USB, ist von der Wirkung der neuen Behandlungsmethode, deren Kosten von der Krankenkasse übernommen werden, überzeugt: „Die Wirksamkeit der bronchialen Thermoplastie ist durch stabile Daten belegt. Mehr als drei Viertel der behandelten Patientinnen und Patienten berichten von einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität. Auch die Rückmeldungen der im USB behandelten Menschen sind bisher sehr positiv.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.unispital-basel.ch/lungenzentrum

 

Medienauskunftsstelle