11. Juli 2013

Innovation am Universitätsspital Basel macht Rekonstruktion von zerstörtem Sprunggelenk möglich

In der Schweiz ist erstmals ein schwerer Knochendefekt am Sprunggelenk mit einem neu entwickelten Implantat und einer neuen Operationstechnik behoben worden. Diese Innovation gelang einer Schweizerisch-Amerikanischen Forschungsgruppe um Prof. Victor Valderrabano, Chefarzt Orthopädie am Universitätsspital Basel.

 

Am 2. Juli 2013 ist am Universitätsspital Basel eine Operation geglückt, die bisher in der Schweiz nicht möglich war. Einem Patienten, der vor Schmerzen nicht mehr gehen konnte, wurde das künstliche Sprunggelenk entfernt und durch ein speziell entwickeltes Knochenersatz-Implantat ersetzt. Diese neuartige Stabilisierung des Gelenks garantiert eine Wiederherstellung der verlorenen Knochensubstanz und eine sofortige Belastung des Fusses.

Für den Ersatz einer schmerzenden Prothese oder die Behandlung eines schweren Knochendefekts am Sprunggelenk existierten bisher drei Möglichkeiten, welche für Patienten jedoch alle mit negativen Folgen verbunden sind: Die Transplantation von eigenem Knochen aus dem Beckenbereich schädigt das Becken, die Implantation eines Knochens eines Verstorbenen kann zur Übertragung von Infekten und Viren führen, und die herkömmliche Gelenkversteifung hat eine Beinverkürzung oder im schlimmsten Fall gar eine Amputation zur Folge.

Gewaltiger Fortschritt
Einen gewaltigen Fortschritt bedeutet nun das neue Verfahren, das Victor Valderrabano am Universitätsspital Basel eingeführt hat. Erstmals wurde in der Schweiz eine Sprunggelenkprothese durch ein poröses Metallteil („Trabecular Metal“) ersetzt, welches den Knochen animiert, in das Implantat hineinzuwachsen und so den Knochendefekt zu überbrücken. Sowohl die Form des Metallteils wie auch die Operationstechnik wurden in rund dreijähriger Forschungsarbeit von Valderrabano und den beiden US-Orthopädie Professoren Richard Claridge und John Kirchner entwickelt.
Weil Probleme mit Sprunggelenkprothesen und entsprechenden Knochendefekten nicht selten vorkommen, hat das neue Verfahren grosses Potential. „Im Juli werde ich bereits zwei weitere Patienten mit einem komplett kaputten Fussgelenk operieren“, sagt Valderrabano. Pro Jahr rechnet der Orthopädie-Chefarzt mit 30 bis 50 Fällen. Ausserdem erwartet Valderrabano, dass ihn viele Chirurgen aus der ganzen Welt besuchen werden, um die Operationstechnik zu erlernen.
Das Universitätsspital Basel unterstreicht mit der Entwicklung des neuen Verfahrens einmal mehr seine bedeutende Innovationstätigkeit. Bei Prothesen im Hüft- und Kniebereich wendet die Orthopädische Klinik am Universitätsspital Basel die Technik der Nachahmung des Knochens in Metallform („Trabecular Metal“) zwar schon seit Jahren an, völlig neu ist hingegen, dass die Methode nun auch am Sprunggelenk zum Einsatz kommt.

Weitere Auskünfte
Martin Jordan, Mediensprecher Universitätsspital Basel, Tel +41 61 328 68 70
E-Mail: martin.jordan@usb.ch

 

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