04. April 2013

Jahresrechnung 2012: Das Universitätsspital Basel weiterhin Zentrumsspital mit positivem Jahresabschluss

Das Universitätsspital Basel geht gestärkt aus seinem ersten Jahr als selbständiges Unternehmen hervor. Es schliesst mit einem Ertrag von CHF 937,2 Mio., einem Gesamtaufwand von CHF 928,3 Mio. und einem Jahresgewinn von CHF 8,9 Mio. ab. Auch mit Einführung der neuen Fallpauschalen-Rechnung seit 1. Januar 2012 konnte ein weiterer Zuwachs im stationären und ambulanten Bereich verzeichnet werden. Die grössten Steigerungen waren in den Zentrumsdisziplinen wie Kardiologie, Herzchirurgie und Thoraxchirurgie und in der Onkologie zu verzeichnen, was die Zentrumsfunktion des Unispitals für die Region weiter stärkt. Wie in den letzten Jahren nimmt der Anteil ausserkantonaler Patienten und Patientinnen, vor allem aus Basel-Landschaft, zu. Die Qualitäts- und Zufriedenheitsindikatoren, die im Unispital Basel als erstem Universitätsspital der Schweiz seit 2010 flächendeckend erhoben und halbjährlich ausgewiesen werden, konnten weiter gesteigert werden.

 

Das Geschäftsjahr 2012 war geprägt von zwei Herausforderungen, die teilweise enorme technische und organisatorische Anpassungen mit sich brachten: Die Einführung des neuen Abrechnungssystems Swiss DRG sowie die Verselbständigung des Universitätsspitals Basel. „Dank dem grossen Einsatz unserer motivierten und ausgebildeten Mitarbeitenden auf allen Hierarchiestufen können wir das Geschäftsjahr 2012 zufrieden abschliessen“, lobte Michel Plüss, Verwaltungsratspräsident, an der heutigen Jahresmedienkonferenz. Sowohl im stationären (+ 2,7%) als auch im ambulanten (+7,6%) Bereich wurde ein kontinuierliches Wachstum verzeichnet. Besonders in der Kardiologie (+16,5%), in der Thoraxchirurgie (+17,1%) und in der Herzchirurgie (+14,6%) war der Anstieg bei den stationären Leistungen erheblich, zu einem grossen Teil handelte es sich dabei um typische Zentrumsleistungen der universitären Medizin und komplexe, schwerkranke Patientinnen und Patienten. Im ambulanten Bereich nahm das Wachstum in der Onkologie, der Hämatologie, der Kardiologie und in der Urologie rasant zu.

Bei den Patienten und Patientinnen stieg der Anteil aus den umliegenden Kantonen auf 46,9% an. Besonders stark war der Zustrom aus Basel-Land, wo eine Steigerung von über 10% verzeichnet wurde. Dies unterstreicht die wichtige Position des Universitätsspital Basel als Zentrumsspital der Region. Weiter nahm die Anzahl halbprivat- und privatversicherter Patienten und Patientinnen leicht zu auf 24,4%.

Ein besonderes Augenmerk gilt wie immer der permanenten, halbjährlich veröffentlichten Patientenumfrage, welche ein wichtiger Qualitäts- und Zufriedenheitsindikator darstellt. Sie zeigt, dass die beste medizinische und pflegerische Behandlung unserer Patienten und Patientinnen jederzeit gewährleistet ist und immer an erster Stelle steht. 95,6% bezeichnen die medizinische Qualität der Behandlung als „ausgezeichnet“ oder „gut“. 95,3% antworten auf die Frage „Würden Sie für die dieselbe Erkrankung (oder Geburt) wieder in dieses Spital kommen?“ mit „eindeutig ja“ oder „ich glaube ja“.

Mitarbeiter

Am Universitätsspital arbeiteten 5‘202 Mitarbeitende (2011: 4‘974) verteilt auf 3‘969 Vollzeitstellen (2011: 3‘787). Bei den 228 neuen Mitarbeitenden entfiel der grösste Anteil auf ärztliches und pflegerisches Personal. Dies wurde einerseits durch den Zuwachs an Patientinnen und Patienten, andererseits durch die neu geltende Unterstellung der Assistenz- und Oberärzte und -ärztinnen unter das eidgenössische Arbeitsgesetz notwendig, führt Spitaldirektor Dr. Werner Kübler aus.

Unsichere Tarifsituation

Weiterhin unsicher bleibt die Tarifsituation vor allem im stationären Bereich. Grosse Spitäler mit komplexen Eingriffen und Therapien wie das Unispital Basel werden hier durch Swiss DRG noch nicht adäquat abgebildet und vergütet. Substanzielle Investitionen in die Infrastruktur finden keine ausreichende tarifliche Berücksichtigung.  Auch die Ausbildung unserer nächsten Generation von Ärzten und Ärztinnen, Pflegepersonen und Therapeuten sollte genügend abgegolten werden. „Hier appelliere ich an die regulierenden Behörden, diese Kosten realistisch abzugelten“, fordert Michel Plüss in seiner Ansprache.

 

Das Jahr 2012 in Zahlen

2012

2011

Abweichungen

zum Vorjahr

Nettoumsatz konsolidiert

(in TCHF)

 

937'154

655'500

-

Neue Spitalfinanzierung

Jahresgewinn (in TCHF)

 

8'951

-

-

Stationäre Austritte

 

32‘507

 

31‘641

+2.7%

Ambulante Leistungen (Tarmed-Punkte in Mio.)

 

114.1

 

106

+ 7.6%

Ausserkantonale PatientInnen

 

46.9%

 

45.5%

+1.4%

Anteil stationärer PatientInnen mit Zusatzversicherung

 

24.4%

 

24.3%

+0.1%

Effektive Aufenthaltsdauer in Tagen

 

7.5

 

7.5

 

Stationärer Case-Mix-Index (SwissDRG 1.0)

 

1.299

 

1.244

+4.4%

Anzahl Mitarbeitende

 

5‘202

 

4‘974

+4.6%

Anzahl Vollzeitstellen

 

3‘969

 

3‘787

+4.6%

 

Den vollständigen Finanzbericht 2012 finden Sie auf: www.unispital-basel.ch/publikationen

 

Robert-Jan Bumbacher neues Verwaltungsratsmitglied

An der heutigen Jahresmedienkonferenz hat der Verwaltungsratspräsident des Universitätsspitals Basel, Michel Plüss, das neu gewählte Verwaltungsratsmitglied, Robert-Jan Bumbacher willkommen geheissen. Der am 26.3.2013 vom Regierungsrat gewählte versierte Wirtschaftsexperte vervollständigt das VR-Gremium des Unispitals als siebtes Mitglied, so wie es ursprünglich geplant war. Der 49-jährige Robert-Jan Bumbacher hat einen Wirtschaftsabschluss der HSG und ist  dipl. Wirtschaftsprüfer. Der seit rund sechs Monaten selbstständige Unternehmensberater war in den letzten 20 Jahren  bei der Ernst & Young AG  tätig, zuletzt als Leiter des Sitzes Basel und Leiter Wirtschaftsprüfung Basel. Herr Bumbacher lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Reinach.

 

Medienauskunftsstelle