18. Juli 2019

Keine Zweiklassenmedizin am Universitätsspital Basel

Am Universitätsspital Basel erhalten allgemein, halbprivat und privat versicherte Patienten eine gleich gute medizinische Behandlung. Eine soeben veröffentlichte Studie hat erstmals in der Schweiz den Zusammenhang zwischen der Versicherungsklasse und dem Risiko für Wundinfektionen anhand verschiedenster chirurgischer Eingriffe untersucht.

 

Im Spital erworbene Infektionen sind auch in der Schweiz keine Seltenheit. Mehr als ein Viertel dieser «nosokomial» genannten Ansteckungen treten nach Operationen auf. Schätzungen zufolge erleiden bis zu 20 Prozent der Patienten nach operativen Eingriffen eine Wundinfektion.

Je niedriger die Raten an postoperativen Wundinfektionen, desto besser die Behandlungsqualität – dieser Zusammenhang wird in der Fachwelt breit anerkannt. Das Universitätsspital Basel weist gemäss Ergebnissen aus dem Jahr 2018 bei mehreren untersuchten Operationstypen eine schweizweit unterdurchschnittliche Infektionsrate auf.

Ein Forschungsteam der Spitalhygiene unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Widmer und Dr. Jan Roth konnte nun nachweisen, dass kein Unterschied bei der Infektionsrate zwischen allgemein, halbprivat und privat versicherten Patientinnen und Patienten am Universitätsspital Basel besteht. Die in der weltweit führenden Fachzeitschrift für Spitalepidemiologie veröffentlichte Studie basiert auf prospektiv erhobenen Überwachungsdaten von Swissnoso, dem nationalen Zentrum für Infektionsprävention. Dr. Jan Roth und Brian Duggan sind Erstautoren dieser Studie, in der die Daten von 5'381 Patienten ausgewertet wurden. Das Ergebnis steht im Kontrast zu US-amerikanischen Studien, die für einzelne Eingriffe einen Zusammenhang zwischen Versicherungsstatus und Infektionsrisiko zeigten.

Der Bedarf, die medizinische Qualität von Spitälern einschätzen und vergleichen zu können, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Damit gewinnen auch Überwachungs- und Routinedaten, wie sie vom Universitätsspital Basel und anderen Spitälern für Qualitäts- und Forschungszwecke gesammelt werden, zunehmend an Bedeutung.

 

Die ganze Publikation finden Sie hier.

 

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