04. Juli 2014

Neue Methode zur schmerzfreien Beseitigung von Krampfadern

Krampfadern loswerden und zwar praktisch ohne Schmerzen und Nebenwirkungen sowie ohne Regenerationszeit. Das Universitätsspital Basel bietet als erste Schweizer Klinik eine neue Methode an, bei der die kranken Venen mit einem speziellen Klebstoff verschlossen werden. Der schonende Eingriff hat gegenüber der traditionellen Krampfaderentfernung klare Vorteile.

 

Krampfadern sind nicht nur lästig, hässlich und kommen erst noch häufig vor, sie können auch die Ursache für Beschwerden und Hautveränderungen bis hin zu einem offenen Bein sein. Glück­licherweise ist die Entfernung von Krampfadern vergleichsweise einfach, und es stehen seit Längerem verschiedene Therapiemethoden zur Verfügung. Neu können Krampfadern auch mit einem Verfahren, bei dem Klebstoff verwendet wird, behandelt werden. Die neue Methode basiert auf dem „VenaSeal Closure System“, einem sogenannten Venenkleber. Der für den Körper unproblematische Klebstoff wird in die kranke Vene gespritzt und verschliesst das Blutgefäss sicher und dauerhaft. Der Körper baut die kranke Vene anschliessend langsam ab.

Die Klinik für Angiologie des Universitätsspitals Basel (USB) hat die neue Krampfadertherapie Anfang Juni als erste Schweizer Klinik angewendet und gute Erfahrungen damit gemacht. PD Dr. Heiko Uthoff, Leitender Arzt Angiologie, nahm den Eingriff vor und schreibt der neuen Methode hohes Potential zu: „Auch wenn es für diese moderne Therapieform naturgemäss noch keine Langzeitstudien gibt, bin ich mir sicher, dass das neue Verfahren aufgrund der praktisch nicht vorhandenen Nebenwirkungen und hohen Erfolgsrate von über 97 Prozent eine zunehmend interessante Option zur Behandlung von Krampfaderleiden ist.“

Minimaler Eingriff und sofortige Regeneration

Die Behandlung selbst ist minimal-invasiv: Über eine kleine Einstichstelle in der Haut, etwa wie bei einer Blutabnahme, wird ein winziger Katheter ultraschall-gesteuert in die Vene eingelegt. Ist der Klebstoff über den Katheter in die Vene eingebracht, drückt die Ärztin oder der Arzt von aussen auf die Krampfader, um die Venenwände fest zu verkleben. Mit dieser neuen Therapieform bietet das USB die gesamte Palette der Krampfaderbehandlungen an, also neben der traditionellen chirurgischen Entfernung auch die endovenös-chemische bzw. die mechano-chemische Verödung sowie die Radiofrequenz- und die Laser-Venenablation.

Im Gegensatz zu den bisherigen Krampfadertherapien kommt das neue Verfahren ohne Narkose oder lokale Betäubung aus. Auch ist keine Hitzeeinwirkung nötig, wie dies zum Beispiel bei der Krampfaderentfernung mittels Laser der Fall ist. Positiv ist ausserdem, dass Patientinnen und Patienten keine Kompressionsstrümpfe tragen müssen und in der Regel unmittelbar nach dem Eingriff ihre gewohnten Tätigkeiten wieder aufnehmen können. Insgesamt hat die neue Methode gegenüber den traditionellen Therapien klare Vorteile. Dennoch legt das USB weiterhin weiterhin grossen Wert auf eine sorgfältige Diagnosestellung, um für alle Patientinnen und Patienten die am besten geeignete Methode auszuwählen. Mit der Erweiterung der Angebotspalette ist Prof. Daniel Staub, Chefarzt Angiologie des USB, sehr zufrieden: „Ich bin stolz, dass wir als erstes Schweizer Zentrumsspital das gesamte Spektrum der modernen Krampfadertherapie anbieten können.“

 

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