16. Januar 2013

Rekordfrequenzen und Konzeptverbesserungen in der Notfallstation des Universitätsspitals Basel

Über die vergangenen Festtage haben im Durchschnitt täglich 180 Personen die Notfallstation des Universitätsspitals Basel aufgesucht, was für diese Periode einen absoluten Rekord darstellt. Mit seinen nun jährlich 45‘000 Patientinnen und Patienten (ebenfalls Rekord) betreibt das Universitätsspital Basel die grösste Notfallstation der Deutschschweiz. Um auch in Zukunft der steigenden Beanspruchung gerecht zu werden, hat das USB verschiedene Massnahmen eingeleitet, welche die Wartezeiten verkürzen und die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten erhöhen sollen.

 

Die Notfallstation des USB nimmt eine wichtige Funktion in der ambulanten Notfallversorgung der Basler Bevölkerung ein und ist das einzige Traumazentrum der Region. Patientinnen und Patienten wählen in der Regel als erste Anlaufstelle jene Notfallstation, wo sie die höchste Dichte an medizinischer Kompetenz erwarten. Dies führt am Universitätsspital Basel auch zu einer starken Zunahme hoch komplexer medizinischer Fragestellungen, die das Spital organisatorisch stark herausfordern. 42% aller stationären Patientinnen und Patienten treten über die Notfallstation in das USB ein.

Das nun in Angriff genommene so genannte Notfall-Flusskonzept zeigt auf, wie die Leistung „Notfallmedizin“ am Basler Universitätsspital künftig optimal organisiert werden kann. Nämlich so, dass Patientinnen und Patienten möglichst ohne lange Wartezeiten informiert und abgeklärt werden können. Die Effizienz des Behandlungs-Flusses wird signifikant gesteigert.  Das System kann mit dem Taktfahrplan im öffentlichen Verkehr verglichen werden. Wenn ich in 20 Minuten einen Zug nach Bern habe, dort aber 2 Stunden auf meinen Anschluss nach Thun warten muss, ist das ärgerlich. So geht es oftmals Patientinnen und Patienten heute auf vielen Notfallstationen, weil sie nicht erkennen können, wie und wann die „Reise“ weitergeht. Die wichtigste Neuerung am Universitätsspital Basel betrifft die erste Diagnosestellung von einem erfahrenen Team von Notfallpflege und Ärzteschaft, welche einerseits für effizientere Abläufe sorgt und andererseits Transparenz schafft für die Patientinnen und Patienten bezüglich der vorgesehenen Behandlungskette.

Standardisierte Routine-Fragestellungen, Schnittstellen und Leistungseinheiten, die auf einander abgestimmt sind, sorgen künftig dafür, dass etwa ein Drittel aller Patienten wesentlich schneller ärztliche Hilfe erhält und insbesondere früher erfährt, ob eine Operation nötig ist oder ob eine Heimkehr am gleichen Tag möglich ist.

Ein wichtiger nächster Schritt ist zudem der Aufbau einer Abklärungs- und Überwachungseinheit. Mit dieser „Monitoring and Decision Unit“ werden aufwändige, länger dauernde Abklärungen durchgeführt. In einem zentralen „Cockpit“ können gleichzeig bei mehreren Patientinnen und Patienten Blutdruck, Sauerstoffsättigung und EKG überwacht werden, was sowohl der betrieblichen Effizienz als auch der Patientensicherheit zugute kommt.

Zusammen mit den organisatorischen Veränderungen werden die professionelle Kompetenz und der kulturelle Wandel weiter entwickelt. Ein steigender Anteil des Pflegepersonals hat das zweijährige Nachdiplomstudium in Notfallpflege absolviert oder ist in Weiterbildung. Ein steigender Anteil der Ärzte hat den Fähigkeitsausweis für klinische Notfallmedizin erworben, das numerische Verhältnis zwischen Fachärzten und Assistenzärzten ist günstig und wird weiter zugunsten von Fachärzten verschoben.

 

Medienauskunftsstelle