22. Juli 2015

Schlimmste Grippesaison seit mehr als 15 Jahren

Das Universitätsspital Basel hatte es im vergangenen Winter mit der schwersten Influenza-Epidemie seit mehr als 15 Jahren zu tun. Von rund 500 Patientinnen und Patienten, bei denen im Universitätsspital Basel eine Grippe diagnostiziert wurde, musste mehr als die Hälfte hospitalisiert und isoliert werden. Diese ausserordentliche Situation hatte beträchtliche Auswirkungen auf den Spitalbetrieb.

 

Das Personal des Universitätsspitals Basel (USB) war wegen der Grippe-Epidemie im vergangenen Winter schwer gefordert. Seit der systematischen Erfassung der Anzahl Isolationstage im Jahr 1998, mussten im USB noch nie so viele Patientinnen und Patienten wegen Influenza isoliert werden wie in der vergangenen Grippesaison. Insgesamt wurden im USB 1‘605 Isolationstage für Influenzapatientinnen und –patienten gezählt. Zum Vergleich: Bei der Schweinegrippe-Epidemie von 2009/10 waren es weniger als halb so viele, nämlich 790 Isolationstage.

 

Der Schlussbericht zur Influenzasaison des vergangenen Winters liefert interessante Zahlen: Bei 503 ambulanten und stationären Patientinnen und Patienten hat das mikrobiologischen Labor des USB eine Influenza diagnostiziert. Davon mussten 292 Patientinnen und Patienten im USB hospitalisiert und isoliert werden. Dies entspricht einem Anteil von 58 Prozent. Zur Spitzenzeit in den beiden letzten Februarwochen waren im USB pro Tag zeitweise über 40 teils schwer grippekranke Personen isoliert. Insgesamt waren elf Todesfälle zu verzeichnen, bei denen die Grippe mit- oder hauptverantwortlich für den Tod war. Bei 27 Patientinnen und Patienten kam es zu einer Ansteckung mit Influenza im Spital, wobei nicht zu eruieren ist, ob die Übertragung über Besucher, andere Patienten oder das Personal erfolgte. Dabei kam es zu keinem durch Influenza verursachten Todesfall.

Massnahmen für die Zukunft

 

Zur Bewältigung der ausserordentlichen Situation musste das USB eine Reihe von Massnahmen ergreifen. So wurde in den Monaten Februar und März eine spezielle Influenzastation betrieben, auf der die Grippekranken isoliert wurden. Ausserdem erweiterte das mikrobiologische Labor aufgrund der grossen Anzahl an Influenzapatientinnen und –patienten seine Diagnostik auf alle Wochentage inklusive Wochenende. Zudem verhängte die Abteilung Spitalhygiene des USB eine Maskentragpflicht für nicht-geimpftes Personal auf bestimmten Stationen.

Trotz aller Massnahmen wurden zu Spitzenzeiten die Betten-Kapazitätsgrenzen erreicht und zum Teil sogar überschritten. Das Personal vieler Abteilungen, insbesondere jenes der Influenza- und der Notfallstation, war einer massiven Mehrbelastung bis an die Grenzen des Machbaren ausgesetzt. Deshalb macht sich das USB im Hinblick auf die kommende Grippesaison Gedanken darüber, wie die Prozesse auf der Influenzastation verbessert und ob in den Spitzenzeiten das Personal aufgestockt werden könnte. Diskutiert wird ebenso über eine Maskentragpflicht für nicht-geimpftes Personal im gesamten USB sowie über eine Maskentragempfehlung für Besucherinnen und Besucher.

 

Medienauskunftsstelle