26. Juni 2014

Spinale Chirurgie verbessert Behandlung von Wirbelsäulenleiden

Erstmalig in der Schweiz schafft ein Universitätsspital eine bidisziplinäre Abteilung für Spinale Chirurgie. Mit der engen Kooperation der Disziplinen Orthopädie und Neurochirurgie verbessern sich die Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Rückenproblemen. Im Universitätsspital Basel wird Prof. Stefan Schären erster Chefarzt der neuen Abteilung für Spinale Chirurgie.

 

Im Universitätsspital Basel (USB) ist es mit der Trennung der Wirbelsäulenchirurgie in zwei Fachdisziplinen vorbei. Die neu geschaffene Abteilung für Spinale Chirurgie bündelt die Kompetenzen der Orthopädie und der Neurochirurgie an einem Ort. In der neuen Einheit arbeiten Orthopäden und Neurochirurgen eng zusammen, besprechen die Krankheitsfälle gemeinsam und sorgen so für eine höhere Qualität in der Behandlung von Rückenproblemen.

Erster Chefarzt der Abteilung für Spinale Chirurgie des USB wird Prof. Stefan Schären, der gleichzeitig auch erster Inhaber einer strukturellen Klinischen Professur für Spinale Chirurgie in der Schweiz wird. Die Berufung durch den Universitätsrat der Universität Basel erfolgte am Mittwoch. Mit der universitären Abteilung für Spinale Chirurgie hat das USB eine in der Schweiz und in Europa bisher einmalige Einheit geschaffen.

Wissen und Erfahrung zweier Disziplinen bündeln

Schären ist überzeugt, dass die Zusammenarbeit von Orthopädie und Neurochirurgie einen äusserst positiven Effekt haben wird: „Patientinnen und Patienten mit Wirbelsäulenleiden profitieren vom gemeinsamen Wissen und der Erfahrung beider Disziplinen und erhalten die bestmögliche Abklärung und Behandlung nach neusten Methoden.“ Vor seiner Ernennung zum Chefarzt leitete Schären interimistisch die Abteilung für orthopädische Wirbelsäulenchirurgie, die nun zu Gunsten der Abteilung für Spinale Chirurgie aufgehoben wird.

In seiner Rolle als Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Basel möchte Schären das Interesse der Studierenden an der Wirbelsäule wecken: „Ich möchte ihnen die modernsten Abklärungen und Behandlungskonzepte von Erkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule vermitteln.“ Sein Hauptinteresse in der Forschung gilt der „alternden Wirbelsäule“, also den degenerativen Veränderungen im Alter. „Meine Schwerpunkte sind die Entwicklung minimal-invasiver Therapien zur Regeneration der Bandscheibe sowie neue Behandlungsansätze für die Arthrose der kleinen Wirbelgelenke“, sagt Schären.

Geboren 1963 in Bülach und aufgewachsen im Kanton Bern, studierte Schären an der Universität Bern Medizin und promovierte 1997. Nach mehreren Jahren als Assistenz- und Oberarzt in der Schweiz arbeitet er seit 1998 in der Orthopädischen Klinik des Universitätsspitals Basel, zuerst als Oberarzt und seit 2009 als Leitender Arzt der Wirbelsäulenchirurgie. Es folgten Fortbildungen in spinaler Chirurgie im Ausland und die Habilitation 2010. Schären ist verheiratet und hat zwei Kinder.

 

Medienauskunftsstelle