06. Februar 2014

Spitzenforschung am Universitätsspital Basel ausgezeichnet

Vier junge Wissenschaftler des Universitätsspitals Basel haben heute Donnerstag in Zürich den Pfizer Forschungspreis 2014 verliehen bekommen. Ausgezeichnet wurden Prof. David Conen für seine Studie zu den Ursachen für Vorhofflimmern sowie Prof. Christoph Mamot, Reto Ritschard und Dr. Andreas Wicki für den zielgerichteten Einsatz von Medikamenten in der Krebsmedizin.

 

Von den insgesamt elf ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sind vier für ihre Arbeiten am Universitätsspital Basel (USB) geehrt worden. Damit kann keine andere Institution mehr Preisträger vorweisen als das USB. Der Pfizer Forschungspreis ist eine der wichtigsten Ehrungen für Forscherinnen und Forscher unter 45 Jahren in der Schweiz. Für jeden der vier Bereiche, für die der Preis jährlich vergeben wird, beträgt die Preissumme 30‘000 Franken. Die herausragenden Arbeiten der Preisträger können wegweisend sein für die Entwicklung der Medizin in der Schweiz – und weltweit.

Preisträger David Conen

Im Bereich Herzkreislauf, Urologie und Nephrologie wurde Prof. David Conen, Leitender Arzt Innere Medizin des USB, mit dem Pfizer Forschungspreis ausgezeichnet. Conens Forschung beschäftigt sich mit Vorhofflimmern und dem damit verbundenen höheren Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen. Vorhofflimmern kann unter anderem durch Vorhofextrasystolen, also Herzschlägen ausserhalb des normalen Herzrhythmus, ausgelöst werden. In der aktuellen Arbeit wurde deren Anzahl während 24 Stunden bei 1‘742 Erwachsenen bestimmt. Conen zeigte, dass 99 Prozent der untersuchten Personen mindestens eine Vorhofextrasystole hatte. Mehr Extraschläge traten vor allem bei Leuten auf, die ein hohes Risiko für Herzkrankheiten haben. Treibt aber jemand mehr als zwei Stunden Sport pro Tag und hat günstige Cholesterinwerte im Blut, treten Vorhofextrasystolen seltener auf.

Conens Publikation entstand mit Wissenschaftlern der Sapaldia-Studie des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH) und des Universitätsspitals Genf. Die Schweizerische Langzeitstudie Sapaldia untersucht die Auswirkungen von Umweltfaktoren und des Lebensstils auf die Gesundheit. Sapaldia ist die grösste Bevölkerungsstudie der Schweiz und bietet unter Leitung von Prof. Nicole Probst-Hensch am Swiss TPH eine Plattform für klinische Gesundheitsforschung. Die Studie wird seit über 20 Jahren von Bund, Kantonen, Lungenligen, dem Schweizerischen Nationalfonds und weiteren Geldgebern finanziert.

Preisträger Christoph Mamot, Reto Ritschard und Andreas Wicki

Den Pfizer Forschungspreis im Bereich Onkologie haben die Wissenschaftler Prof. Christoph Mamot (zum Zeitpunkt der Studie Oberarzt im USB, heute Chefarzt Onkologie Kantonsspital Aarau), Reto Ritschard (Departement Biomedizin) und Dr. Andreas Wicki (Oberarzt Onkologie USB) verliehen bekommen. Sie haben Krebsmedikamente in kleine, von blossem Auge nicht erkennbare Nanocontainer verpackt. Auf deren Oberfläche wurden spezifische Eiweisse angebracht, die den Container mit seinem Inhalt ganz gezielt zu den Tumorzellen transportieren.

Am Ziel angelangt kann das Medikament an die Krebszellen andocken und seinen Wirkstoff an das Zellinnere abgeben. Die drei Forscher haben bei 26 Patienten mit fortgeschrittenem Krebs beobachtet, dass der Tumor nicht weiter wuchs oder sogar kleiner wurde. In Zukunft könnten Chemotherapien zielgerichtet zu Krebszellen gebracht werden, ohne dass sie unterwegs Schaden anrichten.

Der Pfizer Forschungspreis wurde heute zum 23. Mal an talentierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter 45 Jahren verliehen. Die Stiftung Pfizer Forschungspreis möchte mit der jährlich vergebenen Auszeichnung einen Beitrag zur Förderung des Forschungsstandorts Schweiz leisten. An der Preisverleihung in Zürich richtete unter anderem Prof. Richard Herrmann, ehemaliger Chefarzt der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals Basel, Worte an die versammelte Wissenschaftsgemeinde. Herrmann war bis vor seiner Pensionierung Ende 2013 Leiter des Departements Klinische Forschung am USB.

Bildmaterial vom Anlass ist ab ca. 20 Uhr auf folgender Website verfügbar:
www.pfizerforschungspreis.ch

 

Medienauskunftsstelle