27. Juni 2014

Stammzelltransplantation kann systemische Sklerose stoppen

Das bisher unaufhörliche Fortschreiten der schweren Autoimmunkrankheit systemische Sklerose kann aufgehalten werden. Eine internationale Studie, die vom Universitätsspital Basel mit initiiert wurde, zeigt, dass eine Stammzelltransplantation die Überlebenschancen verbessert. Die autologe Stammzelltransplantation ist der herkömmlichen Behandlung der systemischen Sklerose weit überlegen.

 

Die systemische Sklerose ist eine seltene Autoimmunerkrankung, die zu einer Verhärtung der Haut und der inneren Organe führt. Wirkungsvolle Therapien, um die Krankheit zu heilen, fehlten bisher. Nun versprechen die Ergebnisse einer neuen, langjährigen Studie Hoffnung für Patientinnen und Patienten, die an systemischer Sklerose leiden. In der vom Universitätsspital Basel (USB) mit initiierten Studie wurde nachgewiesen, dass die Krankheit mittels autologer Stammzelltransplantation aufgehalten werden kann. Wie die Studienergebnisse zeigen, haben Patientinnen und Patienten, die nach intensiver Suppression des Immunsystems und Rückgabe körpereigener Blutstammzellen, bessere Überlebenschancen als jene, bei denen eine herkömmliche Therapie mit dem starken Immunsuppressivum Cyclophosphamid angewandt wird.

Ferner erlitten Patientinnen und Patienten der erstgenannten Gruppe weniger häufig ein Organversagen, sie zeigten eine stärkere Abnahme der Hautfibrose sowie bessere Lungenfunktionen. Bei Nichtrauchern war der günstigere Verlauf nach der Transplantation noch deutlicher. An der im Jahr 2001 gestarteten und gross angelegten ASTIS-Studie (Autologous Stem Cell Transplantation International Scleroderma Trial) nahmen 156 Patientinnen und Patienten mit einer frühen, aber schweren systemischen Sklerose teil. Die Rekrutierung erfolgte zwischen 2001 und 2009 an 27 Spitälern in zehn Ländern. Basel war in der europäischen Forschergruppe mit Prof. Alois Gratwohl, ehemaliger Chefarzt Hämatologie USB, Prof. Alan Tyndall, ehemaliger Chefarzt Rheumatologie Felix Platter-Spital, und Dr. Thomas Daikeler, Oberarzt Rheumatologie USB, federführend vertreten. Der Anstoss für die Studie kam nicht zuletzt deshalb aus Basel, weil 1995 am USB erstmals eine Patientin erfolgreich mittels Stammzelltransplantation behandelt wurde.

Weniger Todesfälle und weniger Organversagen

Im Rahmen der randomisiert-kontrollierten Studie wurde die Hälfte der Teilnehmenden während zwölf Monaten auf konventionelle Art mit einer monatlichen Cyclophosphamid-Therapie behandelt, die andere Hälfte erhielt eine autologe Stammzelltransplantation. Bei dieser Form der Transplantation werden die Stammzellen aus dem eigenen Körper der Patientin oder des Patienten gewonnen. In einem ersten Schritt wird für die Vermehrung der Zellen im Blut gesorgt, in der zweiten Phase werden möglichst alle von der Krankheit befallenen blutbildenden Zellen abgetötet. Anschliessend gelangen die Stammzellen per Infusion wieder in den Körper.

Die Studie, die nun online in der US-Fachzeitschrift JAMA publiziert wurde, zeigt auf, dass bei der Behandlung mittels Stammzelltransplantation weniger Todesfälle und weniger krankheitsbedingte Organversagen auftreten als bei der Cyclophosphamid-Therapie. Erstmals konnte belegt werden, dass mit der autologen Stammzelltransplantation die Überlebenschancen von Patientinnen und Patienten mit systemischer Sklerose verbessert werden können.

 

Medienauskunftsstelle